GEBÜHRENKARUSSELL Jetzt auch noch Neukalkulation beim Abfall

Wasser günstiger, Abwasser teurer

Millionenschwere Investitionen in die Abwasser-Infrastruktur – hier ein Teil des Pumpwerks an der Steinheimer Straße – erfordern eine Anhebung der Gebühren.
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Millionenschwere Investitionen in die Abwasser-Infrastruktur – hier ein Teil des Pumpwerks an der Steinheimer Straße – erfordern eine Anhebung der Gebühren.

Seligenstadt – Obwohl die Grünen sich, weil als einzige Fraktion in der Stadtwerke-Betriebskommission nicht vertreten, bei der Abstimmung über die Jahresrechnung 2019 enthielten, demonstrierten die Seligenstädter Stadtverordneten in den vorbereitenden Fachausschüssen sowie ihrer jüngsten Sitzung große Einmütigkeit, als es um die Gebührensatzungen ging. Jeweils einstimmig befürwortete das Gremium Magistratsanträge auf Erhöhung der Kosten für Schmutz- und Niederschlagswasser und Senkung des Wasserpreises – jeweils zum 1. Januar 2021. Die Betriebskommission hatte dem vorab zugestimmt.

Dass auch die Abfallgebühren nach einer Senkung 2018 in Bälde wieder angehoben werden müssen, stand (noch nicht) zur Diskussion. Gleichwohl deutet Bürgermeister Daniell Bastian dies im Vorbericht des Haushaltsentwurfs 2021 unmissverständlich an, spricht von einer „derzeit anstehende Neukalkulation“.

Erfreulich für den Verbraucher: Der Kubikmeterpreis für Frischwasser wird von 1,30 auf 1,11 Euro netto gesenkt. Brutto beträgt er 1,19 Euro zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer. Die Senkung dieser Verbrauchsgebühr hatte die Wirtschaftsprüferfirma Schüllermann und Partner in einer Gebührenkalkulation ermittelt.

Wie bereits berichtet, hat der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) den Wasserbezugspreis für die Stadt gesenkt. Und da die Gebührenkalkulation kostendeckend sein muss, war aufgrund einer zwischenzeitlich entstandenen Rücklage eine Senkung nötig.

Beim Schmutzwasser hebt die Stadt Seligenstadt die Sätze dagegen an. Zur Begründung verweist sie auf große Investitionen in der jüngsten Vergangenheit. Darunter ist das Pumpwerk an der Steinheimer Straße, das allein mit einer Investition von mehr als fünf Millionen Euro in der Bilanz steht.

Die neuen Zahlen: Niederschlagswasser wird pro Quadratmeter von 49 auf 55 Cent verteuert, die Gebühr für Schmutzwasser steigt von 2,50 auf 2,68 Euro je Kubikmeter. Auch in diesem Fall verweist der Magistrat auf die Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die die „Notwendigkeit einer Anhebung der Gebühren“ ermittelt hatten.

Von Michael Hofmann

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