Corona und schlechtes Wetter drücken Bilanz

Wenige Besucher: Freibadsaison in Seligenstadt bleibt weit hinter den Erwartungen zurück

Sonnenschein, aber davon zu wenig: Auch das Wetter verhagelte die Bilanz im Freibad Seligenstadt.
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Sonnenschein, aber davon zu wenig: Auch das Wetter verhagelte die Bilanz.

Kontakt- und Betriebsbeschränkungen in der Corona-Pandemie hatten auch massiven Einfluss auf die Öffnung und die Baderegeln des Seligenstädter Freibades. Die Besucherzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück.

Seligenstadt – „Dieses Jahr war nicht so toll und eher enttäuschend“, sagt Bürgermeister Daniell Bastian. So konnte das Schwimmbad erst im Juli öffnen und nicht, wie eigentlich geplant, schon Mitte Mai. Die Bundesnotbremse verhinderte bis in den Juni eine Öffnung der Frei- und Hallenbäder. In Seligenstadt war vor der endgültigen Schwimmbadöffnung eine Anpassung der Gebührensatzung durch einen Stadtverordnetenbeschluss erforderlich, sodass der Badebetrieb letztendlich erst am 1. Juli starten konnte.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr konnten in 2021 deutlich mehr Gäste gleichzeitig das Freibad nutzen. 2020 durften nur 400 Personen für einen Zeitraum von jeweils drei Stunden das Schwimmbad besuchen, in diesem Jahr lag die maximale Personenzahl bei 1 000 Gästen gleichzeitig ohne eine zeitliche Begrenzung. Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. „Das haben wir auch von vielen Badegästen so gesagt bekommen“, erläutert der Bürgermeister.

Hinzu kam die Öffnung des Sprungturms und der Riesenrutsche, welche im vergangenen Jahr aus Sicherheitsgründen nicht zur Verfügung gestanden hatten. Der Einlass erfolgte erneut mittels eines Online-Ticketsystems, um die gesetzlich vorgegebene Anmeldung und Registrierung der Besucher zu gewährleisten.

Doch in diesem Sommer gab es ein zusätzliches Problem: Das Wetter spielte für eine unbeschwerte Freibadsaison nicht wirklich mit. „Leider fehlte es in diesem Jahr an einem dauerhaften stabilen Hoch, das uns mit Sicherheit deutlich mehr Besucher beschert hätte“, so der Rathauschef.

Die maximale Besucherzahl von 1 000 Personen im Zeitraum vom 1. Juli bis 12. September wurde lediglich an drei Tagen – 23. Juli sowie am 14. und 15. August – erreicht. Die Wetterlage war zwischenzeitlich so schlecht, dass das Freibad an 25 Tagen weniger als 50 Gäste zu verzeichnen hatte. Insgesamt konnte das Seligenstädter Freischwimmbad an 74 Öffnungstagen 18 100 Besucher registrieren. „Das sind sehr überschaubare Besucherzahlen“, resümiert Bastian. Die Einnahmen blieben dementsprechend weit hinter den Erwartungen zurück und lagen bei lediglich 51 830 Euro. „In anderen, normalen Jahren liegen wir da wirklich weit drüber“, sagt der Bürgermeister.

„In der zurückliegenden Saison wurde von Seligenstädter Bürgerinnen und Bürgern immer wieder das Problem der fehlenden Dauerkarten und das verpflichtende Online-Ticket an mich herangetragen“, spricht Daniell Bastian über Kritik und erklärt dazu: „Wir haben die vergünstigten Saisonkarten aufgrund der Corona-Lage bewusst nicht angeboten. Zum einen waren die Nutzungszeiträume in 2020 und 2021 deutlich kürzer als normal, zum anderen konnten wir nie sicher sein, dass das Freibad ohne coronabedingte Schließung durch die ganze Saison kommt“, so der Rathauschef weiter. „Wir verstehen auch sehr gut, dass das Online-Ticket gerade für ältere Menschen nicht optimal und der Vor-Ort-Verkauf über die Tourist-Info umständlich ist. Das System war dafür ausgelegt, dass wir auch bei hohem Besucherandrang alle Auflagen erfüllen können. Dass es einen so schlechten Sommer gibt, konnte keiner wissen“, sagt Bastian. Für das kommende Jahr werde man für die Gäste aber wieder in bewährter Weise Dauer- und Zehnerkarten anbieten. „Außerdem werden wir, so es die Gesetzeslage zulässt, die Tagestickets auch wieder direkt an der Freibadkasse und nicht nur online anbieten.“

Der Verkauf für vergünstigte Dauerkarten für das Seligenstädter Freibad hat bereits am 1. Oktober begonnen. Die erste Vorverkaufsphase mit Rabatten für die Dauerkarten läuft von Oktober bis Ende Dezember. In diesem Zeitraum gibt es die Dauerkarten für 68 Euro für Erwachsene anstatt 80 Euro, 34 Euro für Begünstigte anstatt 40 Euro und 17 Euro für kinderreiche Familien anstatt 20 Euro. Wer also jetzt schon ein Weihnachtsgeschenk für seine Liebsten sucht, der hat in den nächsten Wochen die Möglichkeit, die Tickets an der Rathauszentrale zu kaufen. Barzahlung sowie Zahlung mit EC-Karte sind möglich. „Das Angebot wird schon gut angenommen, wir haben bereits erste Dauerkarten verkauft“, sagt Bastian.

Bereits erworbene Zehner- und Dauerkarten aus dem Jahr 2020, die Corona-bedingt nicht genutzt werden konnten, behalten für das kommende Jahr 2022 ihre Gültigkeit.  (jo)

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