Biologisch abbaubare Pflanzentöpfe und Mehrwegsystem

Weniger Plastikmüll: Gärtnerei Löwer erhält in Seligenstadt Urkunde von Umweltministerin Priska Hinz

Innovativer Betrieb: Umweltministerin Priska Hinz überreichte Martin und Andreas Löwer eine Urkunde für ihre Bemühung, den Kunststoffverbrauch in den Löwer-Gärtnereien zu reduzieren.
+
Innovativer Betrieb: Umweltministerin Priska Hinz überreichte Martin und Andreas Löwer eine Urkunde für ihre Bemühung, den Kunststoffverbrauch in den Löwer-Gärtnereien zu reduzieren.

Es ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit: Der Mensch produziert weltweit viel zu viel Plastikmüll, der Verbrauch muss dringend reduziert werden. Welche Möglichkeiten es für den Gartenbau gibt, zeigt die Familie Löwer, die in Hessen und dem angrenzenden Aschaffenburger Raum mehrere Gartencenter führt.

Seligenstadt – In der Gärtnerei in Seligenstadt an der Dudenhöfer Straße überreichte Umweltministerin Priska Hinz auf ihrer Sommertour die erste Urkunde der Aktion „Reduzierung des Kunststoffeinsatzes im Gartenbau“ an Martin und Andreas Löwer.

„Wir alle haben die Möglichkeit, unseren eigenen Kunststoffverbrauch zu reduzieren. Beim Einkauf für den Garten oder den Balkon müssen wir immer noch häufig auf Pflanzen in Plastiktöpfen zurückgreifen. Doch auch bei Gärtnereien gibt es Alternativen. Das zeigt der Betrieb Löwer in Seligenstadt auf beeindruckende Weise“, sagte Hinz bei der Übergabe der Urkunde der Aktion, die das Umweltministerium gemeinsam mit dem Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen umsetzt.

Die Familie Löwer produziert einen Großteil ihrer Pflanzen selbst. Dabei achtet sie unter anderem auf Kunststoffvermeidung, indem sie zum Beispiel biologisch abbaubare Pflanzentöpfe oder recyclingfähige Pflanzentöpfe aus Rezyklatkunststoff verwendet. Die Gärtnerei nimmt zudem gebrauchte Pflanzentöpfe zurück und verwendet sie wieder. Auch im Bereich der Verpackungen der Pflanzen wird weitestgehend auf Kunststoff verzichtet.

Die Gärtnerei Löwer berichtet aber auch von Hindernissen, die mit der Umstellung auf umweltfreundliches Material verbunden sind. So sei es nicht immer einfach, von den Herstellern genaue Informationen zu den Materialien zu bekommen. Ein Topf, der sich zersetzt, sei zudem teurer in der Anschaffung als ein herkömmlicher, und in der Verwendung von Mehrwegsystemen müsse der Betrieb in der Vorleistung gehen. Eine Erhöhung des Preises der Plastiktöpfe lasse der Wettbewerb nicht zu.

Und schließlich müssen die Produkte auch von den Kunden angenommen werden. Die wollen zum Beispiel zu ihren Pflanzen keine Info-Schildchen aus Papier, weil diese nach kurzer Zeit nicht mehr lesbar seien.

Derweil lobte Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, die Bemührungen der Gärtnerei Löwer als „innovativ“. Ministerin Hinz ergänzte: „Der Betrieb zeigt vorbildlich, wie Gärtnereien aktiv zur Reduzierung des Kunststoffabfalls beitragen können.“ Sie hoffe, dass viele weitere Betriebe an der Aktion teilnehmen.

Interessierte können die Kriterien auf der Homepage des Ministeriums, des Gartenbauverbandes und des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen abrufen. „Dazu gehören zum Beispiel die Verwendung mehrfach nutzbarer Folien, Vliese, Schutznetze und von Gefäßen aus biologisch abbaubaren Materialien. Die erfolgreich teilnehmenden Gartenbaubetriebe erhalten eine Urkunde des Ministeriums. Damit können die Verbraucher direkt erkennen, dass der Betrieb konsequent Kunststoff vermeidet“, erklärt Hinz. (fj)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare