„Willy Brandt war mein Idol“

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Magistratsmitglied Manfred Kreis ( SPD) überreichte Karin Hansen die Willy-Brandt-Medaille.

Seligenstadt (kg) - „Sehr gerührt“ zeigte sich die Seligenstädter SPD-Vorsitzende Karin Hansen am Ende des Neujahrsempfanges. Soeben hatte ihr Manfred Kreis, SPD-Vertreter im Seligenstädter Magistrat, die Willy-Brandt-Medaille überreicht.

Karin Hansen sei rund 40 Jahre politisch, beruflich und sozial aktiv gewesen. Das entspreche dem Motto Willy Brandts „Mehr Demokratie wagen“. Somit sei sie eine Persönlichkeit, die sich mit ihren Aktivitäten die Auszeichnung redlich verdient habe. „Willy Brandt war mein großes Idol, als ich in die SPD eingetreten bin“, sagte Hansen unter den Beifall der Gäste. „Ich fühle mich geehrt. “ Für Hansen war dies der letzte Neujahrsempfang als Parteivorsitzende. Bei den anstehenden Vorstandswahlen im März wird sie für dieses Amt nicht mehr kandidieren.

In einer kurzen Laudatio ging Manfred Kreis auf die Biografie von Karin Hansen ein: Genau vor 40 Jahren trat sie am 1. Januar 1972 in die SPD ein. Genau so lange verrichtete sie Parteiarbeit. Zuerst in Froschhausen als erste Frau im dortigen Gemeindeparlament. Nach ihrem Umzug nach Seligenstadt wurde sie in den Vorstand gewählt. Zuerst als Schriftführerin, dann als stellvertretende Vorsitzende.

Im Jahr 1986 übernahm sie das Amt der Vorsitzenden, das sie nun mehr als 25 Jahren ausübt. Sie ist damit die dienstälteste Ortsvereinsvorsitzende im Kreis Offenbach. „Ihre Standfestigkeit und ihr Durchhaltevermögen inmitten einer schwarzen Mehrheit sind schon bemerkenswert, wobei es ihr auch immer wieder gelungen ist, neue Parteimitglieder für die SPD zu finden und zu werben“, betonte Manfred Kreis.

„Ämterhäufung" und Positionen immer abgelehnt

Im Jahr 2007 erhielt Karin Hansen den Landesehrenbrief. Seit 20 Jahren gehört sie dem Unterbezirksvorstand an. Kreis weiter: „Ämterhäufung" und zusätzliche machtvolle Positionen für sich selbst hat sie immer abgelehnt.

Ihre Lebensmaxime war immer, dass neben Politik und Beruf immer noch genügend Zeit für Sport und Privatleben bleiben muss. Karin Hansen war es auch, die 1991 die Weichen für die Wahl von Rolf Wenzel als Bürgermeister von Seligenstadt stellte und damit den Weg für zwölf Jahre sozialdemokratische Politik zum Wohle Seligenstadts in der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat ebnete. Seit dieser Zeit hat es die CDU - also seit über 20 Jahren - auch nicht geschafft, einen Bürgermeister zu stellen.“

Manfred Kreis ging auch auf die berufliche Position von Karin Hansen ein, die noch bis Ende dieses Schuljahres Lehrerin an der Kreuzburgschule in Klein-Krotzenburg ist. Seinen Angaben zufolge ist Hansen seit 20 Jahren Vertrauenslehrerin und seit 15 Jahren Verbindungslehrerin im Kreis Offenbach. Außerdem ist sie Initiatorin und Unterstützerin der Schülerzeitung „Pinboard“.

„Das macht ihre Einstellung zu Kindern und Jugendlichen deutlich und deren Erziehung und Förderung in unserer demokratischen Gesellschaft“, so Kreis abschließend.

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