Kinderbetreuung nicht so teuer wie Kulturhaus

Was wird aus Memling-Schule?

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Die Varianten zur zukünftigen Nutzung der ehemaligen Hans-Memling-Schule stehen in der nächsten Stadtverordnetensitzung erneut zur Diskussion.

Seligenstadt – Aus dem avisierten Termin „Herbst 2018“ wurde bekanntlich nichts, nun wird sich die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung (8. April) mit der künftigen Nutzung des leer stehenden Gebäudes der Hans-Memling-Schule (HMS) befassen. Das stellt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) in Aussicht.

Wir mehrfach berichtet, liegen dem Magistrat seit März 2018 drei Nutzungsvarianten für den seit Jahren leer stehenden Gebäudekomplex vor. Nach anfänglichen Plänen, die eigene Verwaltung mit der Aufgabe zu betrauen, entschied sich Bastian Ende Juni 2018 dafür, externe Gutachter (Architekten) zu beauftragen. Diese haben die Vorschläge inzwischen auf zahlreiche Aspekte hin untersucht. Nach Angaben Bastians hat in den vergangenen Monaten ein intensiver Austausch zwischen dem Bauamt und den externen Fachleuten stattgefunden. Je nach Variante, so der Rathauschef weiter, sei beim HMS-Gebäudekomplex von 60 bis hin zu 80 Räumen auszugehen gewesen.

Aufgrund der drei Ansätze seien jeweils Raumkonzepte erstellt worden, die es noch mit den Ideengebern abzustimmen gelte. Dies vor allem auch mit Blick auf Sanierungs- und/oder Nutzungskosten. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Zusammenhang natürlich der Brandschutz. „Rein baulich“, soviel verrät der Bürgermeister vorab, „lassen sich alle drei Vorschläge umsetzen.“ Gleichwohl könne davon ausgegangen werden, „dass der Umbau in ein Kulturzentrum mit Theatereinrichtung höhere Sanierungs- und Umbaukosten verursacht als die Nutzung als Kinderbetreuungseinrichtung – Krippe, Kita, Betreuung“.

Neben der Option Bildungs- und Kulturhaus (Verein „Freunde der Hans-Memling-Schule“) stehen bekanntlich auch eine Teilnutzung für Kinderbetreuung, von der SPD favorisiert, zusammen mit Vereinsdomizilen und einer gastronomischen Komponente – und eine Vermietung als Privatschule, eine Lieblingsidee der FDP, zur Diskussion.

Kein Verständnis für die Hängepartie hatte die Seligenstädter CDU bereits vor einigen Wochen und „den überfälligen Prüfbericht“ eingefordert, schließlich führe „der anhaltende Stillstand in den Ruin“. Inzwischen hat Bastian die entsprechende Unions-Anfrage beantwortet. Daraus geht unter anderem hervor, wie es zum Verzug gekommen ist. So seien „für die von der zunächst angefragten Architektin ausgearbeiteten Honorarangebote mit den notwendigen Gutachten die erforderlichen finanziellen Mittel im Jahr 2018 nicht vorhanden“ gewesen. Daher sei die Herangehensweise neu zu überdenken gewesen.

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Aufgrund der fachtechnischen Erfahrung habe daraufhin das Bauamt (Hochbau) die Federführung übernommen, verschiedene Untersuchungen und Architektenleistungen ausgeschrieben. Zudem seien Brandschutzgutachten und Variantenuntersuchung in Auftrag gegeben worden. Der ursprünglich geplante Termin, so der Bürgermeister, habe nicht eingehalten werden können, da das Bauamt neben seinen laufende Aufgaben mit den diversen Neubau- und Erweiterungsprojekten zur Kinderbetreuung vollständig ausgelastet gewesen sei. (mho)

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