„Bleiben bei Beschluss“

Seligenstadt - Die CDU-Fraktion lässt nicht locker: Mit ihrem Antrag „Initiative zur Rettung des Seligenstädter Freischwimmbades und der angrenzenden Sportanlagen“, versuchte sie in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung im Februar gefasste Beschlüsse des Parlamentes rückgängig zu machen. Von Sabine Müller

Ohne Erfolg: Die übrigen Abgeordneten blieben einhellig bei ihrem Ja zur Bebauungsplanänderung, die dem Verein „Wohnikum“ an diesem Standort die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses ermöglicht.

Wie berichtet, wird durch die jetzige Beschlusslage der Bebauungsplan Nr. 35 „Sportgebiet Seligenstadt“ in ein allgemeines Wohngebiet umgewandelt. Der Anlass: In direkter Nachbarschaft zum Freibad, wo einst ein Hallenbad entstehen sollte, plant die Wohnikum WohnBauGenossenschaft Seligenstadt, sukzessive eine etwa 3000 Quadratmeter große Wohnanlage zu erstellen. Die Christdemokraten hatten gegen die Bebauungsplanänderung für das insgesamt rund 12.000 Quadratmeter große Gebiet votiert. Sie befürworten zwar das generationenübergreifende Wohnprojekt, wollen dieses aber an einen anderen Standort verlagern.

Überschreitung von Immissionswerten

„In ihrer letzten Sitzung haben die Stadtverordneten von SPD, Grünen, FWS und FDP beschlossen, dass die Überschreitung von Immissionswerten ausdrücklich in Kauf genommen werden sollen – wohl wissend, dass damit das Freischwimmbad und die angrenzenden Sportanlagen in ihrem Bestand gefährdet werden“, heißt es im Antrag der CDU. „Lärmschutz gewinnt an Bedeutung, wir nehmen die Bedenken des Hessischen Städte- und Gemeindebundes ernst“, untermauerte Fraktionschef Joachim Bergmann im Verlauf der Sitzung noch einmal den Standpunkt der Union. Volker Horn legte nach: „Wenn der Gau eintritt, war es sehenden Auges.“

Neben der Gefahr, dass künftige Anwohner gegen den von den Sportstätten ausgehenden Lärm klagen und damit eine Schließung oder zumindest Auflagen erreichen könnten, befürchtet die CDU-Fraktion eine „massive Bebauung“ auf der Restfläche. Dort sei Platz für „weit über 100 Wohneinheiten“, so Bergmann mit Verweis auf die Giselastraße, die derzeit wegen nachverdichteter Bebauung im Gespräch ist.

„Die CDU fährt schärfere Geschütze auf“

SPD-Fraktionchefin Heide Wolf zeigte sich unbeeindruckt: „Die CDU fährt schärfere Geschütze auf, wir kommen zu keinem neuen Ergebnis“, sagte sie und bezeichnete die Befürchtungen als „Orakel von Delphi.

Die Grünen seien verärgert, erklärte Rainer Schmidt. Man höre, dass bisherige Anwohner durch die derzeitige Diskussion auf die Idee einer Klage gebracht werden. Außerdem würden durch den erneuten CDU-Antrag demokratische Entscheidungen unterlaufen.

„Wir bleiben bei unserer Beschlussfassung“

„Wir bleiben bei unserer Beschlussfassung“, war von FDP-Mann Dr. Daniell Bastian zu hören. „Die CDU zieht durch die Stadt und verkauft Wahrheiten, die keine sind, das ist unseriös.“ Bei den juristischen Urteilen hinsichtlich der Überschreitung der Lärmschutzwerte bestehe zwar ein Restrisiko. „Wenn wir jetzt nicht Ja sagen, ist das Wohnprojekt vom Tisch.“

Bad und Sportanlagen seien später nicht mehr und nicht weniger gefährdet als bisher, so der letzte Diskussionsbeitrag von Peter Störk (Grüne), es würden „unehrliche Diskussionen“ geführt. „Was haben Sie denn eigentlich vor mit dem Gelände?“, fragte er in Richtung CDU. Die wies jegliche Unterstellungen unlauterer Absichten prompt zurück. „Das ist gelogen, das Rechtsgutachten des Hessischen Städte- und Gemeindebundes steht dahinter, sonst nichts“, erklärte ein wütender Steffen Thiel.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Anna Martha

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