„Stadt ist optimal abgesichert“

Seligenstadt - Die Wohnikum-Vorstandsmitglieder Frank Jessen und Raimund Wurzel weisen die von der CDU geäußerten Kritik am vorgesehenen Standort des Mehrgenerationenhauses zurück. Von Oliver Signus

Der Union werfen sie vor, mit ihrem „hochemotionale Antrag“ nicht nur die Stadtverordneten und die zahlreichen Befürworter des Projekts verunsichern zu wollen, sondern auch die Anwohner.

Dank eines dichten Netzes an vertraglichen Sicherheiten und vereinsinternen Voraussetzungen sei die Stadt „optimal abgesichert. Freischwimmbad und Sportstätten wären nie gefährdet“, betonen sie.

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Als Grundlage des beschlossenen Bebauungsplanes bestehe ein Vertrag zwischen Stadt und dem Grundstückseigentümer, einer Erbengemeinschaft. Es werde ein Erbbaurechtsvertrag zwischen dieser und der neu gegründeten Genossenschaft als Bauherr und Gebäudeeigentümer für das gesamte Grundstück geschlossen. Darin sei geregelt, dass auf dem Areal nur Gebäude errichtet werden dürfen, die dem generationsübergreifenden Wohnen dienlich seien. Auch werde in dem Kontrakt darauf hingewiesen, dass insbesondere in den Sommermonaten mit einer höheren Lärmbelästigung durch Badegäste und Sportler zu rechnen sei. „Nur wenn diese Bedingungen erfüllt werden, können Gebäude für Mehrgenerationenwohnen sukzessive auf den drei Bauabschnitten verwirklicht werden“, betonen Jessen und Wurzel. Die Wohnikum WohnBauGenossenschaft trete als Bauherr auf, die Mitglieder der Genossenschaft erwerben Dauerwohnrechte.

Freibad und Sportstätten nie gefährdet

Eine massive Bebauung, wie sie derzeit unter anderem in der Giselastraße entsteht, stelle auch für Wohnikum eine „unerwünschte Nachverdichtung“ dar. „Wir beabsichtigen eine maßvolle und zukunftsweisende Nutzung des Grundstückes, die den Charakter von gewachsenen Wohngebieten berücksichtigt“, betonen beide.

Die bauamtliche Auflage von maximal zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss sei Ausdruck dieser maßvollen Bauweise.

Aus Sicht der Wohnikum-Verantwortlichen behauptet die CDU Dinge, „die nicht zutreffend sind“. Jessen und Wurzel führen dabei die von der Union verwendeten Lärmgrenzwerte an.

Für Sportanlagen seien aber „deutlich höhere“ Lärmgrenzen zu akzeptieren. Das geht aus der Stellungnahme von Hessischen Städte- und Gemeindebundes (Anwalt der Stadt) und auch aus der Stellungnahme von Ludwig Wollenweber-Bansch (Anwalt der Erbengemeinschaft hervor).

Insbesondere die teilweise „greifbare“ Nähe zum Sportgebiet hätte die Anwohner in der Vergangenheit längst zum Protest gegen vermeintlichen Lärm veranlassen können.

Lärmbelästigungen werden akzeptiert

Neben den aufgezeigten vertraglichen Vereinbarungen zwischen Stadt und Erbengemeinschaft einerseits sowie Erbengemeinschaft und Genossenschaft andererseits gebe es weitere Sicherheiten für die Akzeptanz von Lärmbelästigung durch die Bewohner des Mehrgenerationenwohnens.

Schon als Mitglieder des Vereins Wohnikum betonten sie den Wunsch, mit Familien und Kindern zusammen wohnen zu wollen und damit auch den von den jungen Bewohnern produzierten Geräuschpegel zu akzeptieren.

Als Miteigentümer der Genossenschaft erklärten sie sich auch bereit, die Satzung, die die Lärmbelästigung von Freischwimmbad und Sportstätten behandelt, zu akzeptieren.

Diese Duldung sei auch durch Eintrag im Grundbuch gesichert und stelle eine Grundlage des Dauerwohnrechtes für die Mitglieder der Genossenschaft dar. Als Miteigentümer sei dies für sie verbindlich - im Gegensatz zu Mietern, für die entsprechende Grundbucheintragungen nicht verbindlich seien.

„Wohnikum braucht keine Emotionalisierung, sondern vielmehr guten Willen von Fraktionen und Bürgern, um das auch von der Stadt gewollte, zukunftsorientierte Mehrgenerationenwohnen entstehen lassen zu können“, betonen Frank Jessen und Raimund Wurzel abschließend.

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm/pixelio.de

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