Märkteareal an der Steinheimer: RD Invest und Stadt im Gespräch

Zeichen der Entspannung

Vollversorger-Frage an der Steinheimer Straße: Eine Einigung scheint grundsätzlich möglich.
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Vollversorger-Frage an der Steinheimer Straße: Eine Einigung scheint grundsätzlich möglich.

Seligenstadt – „Wir werden RD Invest bei den Ausbauplänen im Bereich der Edeka-Immobilie an der Steinheimer Straße keine Steine in den Weg legen.“ Das betont Seligenstadts Bürgermeister Daniell Bastian im Nachgang zu einer „sehr angenehmen Unterredung“ mit Vertretern der Aschaffenburger Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft, die im Auftrag der Grundstücksbesitzer Sanierungs- und Erweiterungsbaupläne verfolgt.

Wie berichtet verfügt RD Invest über eine von der Kreisbauaufsicht abgesegnete Baugenehmigung samt Verlängerung, Initiativen, denen die Stadt zweimal das Einvernehmen verweigerte. Zwar sind die Bedenken der Stadt nach Bastians Angaben noch nicht vom Tisch, doch sehe er keinen Grund, sich bei den Aspekten Ausbaudimension, Abstandsflächen, vorbeugender Brandschutz, Versiegelung und Stellplätze nicht doch zu einigen. Gleichwohl wolle die Stadt ihre Linie, die planerische Neuordnung des Areals, beibehalten.

Das Motto „Sicherung von Gewerbeflächen im Seligenstädter Norden“ war in der August-Stadtverordnetenversammlung ein unstrittiger Programmpunkt. Das Plenum stimmte einem Antrag der Koalition aus SPD, FDP und FWS auf Bebauungsplan für das Märkteareal (Plan 88) sowie einer Veränderungssperre einstimmig zu. Dem Antrag zufolge führt außerdem die „stark gemischte, sehr unterschiedliche Nutzung stets zu Konflikten, die dauerhaft nur durch die bauliche Ordnung eines Bebauungsplans gelöst werden kann.“ An der ordnungspolitischen Bewertung des Sachverhalts auf dem 8,2 Hektar großen Areal hat sich im Grundsatz nichts verändert – mit einer formalen Ausnahme: Die CDU-Opposition scherte in der jüngsten Parlamentssitzung aus und enthielt sich nunmehr des Votums. Weil der Magistrat auf eine Reihe von Fragen eine Antwort schuldig belieben und dem CDU-Wunsch auf Vertagung nicht entsprochen worden sei, so CDU-Fraktionsvize Oliver Steidl. Daneben sei das Plangebiet deutlich zu groß gewählt, „eine kleinere Version hätte viel Geld gespart“.

Bekanntlich spielt der Edeka-Vollversorger im künftigen Plangebiet 88 beim Aspekt Gewerbesicherung einen wichtige Rolle. Vor allem, nachdem RD Invest im Auftrag der Grundstücksbesitzer den Mietvertrag mit dem Kaufmann Florian Beck, Betreiber des Edeka-Markts, zum 31. Oktober 2023 gekündigt hatte. Gezwungenermaßen, sagt RD, da der Plan, das in die Jahre gekommene Gebäude zu sanieren und um 350 Quadratmeter zu erweitern, nur so umgesetzt werden könne. Dem vom Kreis Offenbach vor Jahren befürworteten und kürzlich auch erweiterten RD-Bauantrag hatte der Magistrat zweimal das Einvernehmen verweigert. Der Edeka-Konzern hatte nach RD-Angaben den Ausbau des Marktgebäudes im Jahr 2014 selbst angeregt, aber 2017 seine Zustimmung zurückgezogen. Aus dieser unübersichtlichen Gesamtsituation erwuchs für Rathaus und Politik die Befürchtung, das Wohnviertel laufe Gefahr, den wichtigen Vollversorger zu verlieren. Völlig grundlos, kontert RD Invest. Keiner habe etwas gegen Kaufmann Beck und Edeka, allerdings stünden bei Scheitern der Geschäftsbeziehung bereits drei andere Märkte Gewehr bei Fuß. Von einem Versorgungsengpass könne keine Rede sein.

Gleichwohl, so RD-Geschäftsführer Ralf Domdey damals, sei ihm völlig unverständlich, warum die Stadt seine Ausbaupläne zweimal abgelehnt habe. Dies vor allem, nachdem ein zwischenzeitlich von der CDU eingereichter und von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig befürworteter Antrag keinerlei Aussicht auf Erfolg hat: Der Magistrat sollte in Zusammenarbeit mit Kaufmann Beck einen Alternativstandort mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern suchen. Eine solche Fläche sei weit und breit nicht zu finden, sagte Bürgermeister Daniell Bastian damals.

Von Michael Hofmann

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