Kraniche

Vögel kommen in kleinen Gruppen aus Winterquartier zurück

So nahe sieht man Kraniche selten. In kleineren Gruppen und weniger spektakulär als im Herbst kehren die Vögel in die Brutgebiete zurück.
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So nahe sieht man Kraniche selten. In kleineren Gruppen und weniger spektakulär als im Herbst kehren die Vögel in die Brutgebiete zurück.

Frühstarter haben die große Frostwelle erlebt - auch Stare beginnen den Nestbau

Ein Hauch von Frühling lag in den vergangenen beiden Wochen bereits über dem Taunus. Doch noch während Anfang des Jahres Schnee die Hügel bedeckte, zogen schon die ersten Kraniche übers Land. Und mitten in der stärksten Frostperiode trafen Anfang Februar die ersten Stare in Schwärmen ein und haben begonnen, ihre Nester für die Brut vorzubereiten. Den frühen Aufbruch der Vögel hat auch Guntram Löffler, Vorsitzender der Vogel- und Naturschutzgruppe Hausen, beobachtet.

"Normal ziehen die großen Kranichzüge zwischen Ende Februar und Ende März durch Hessen", weiß er aus seinen Beobachtungen. Doch nach dem eher milden Januar haben sich trotz Schnee die ersten nennenswerten Kranichzüge schon auf den Weg nach Norden gemacht. Die Rede ist von denen, die Naturfreunde auch im Taunus schon am 11. Januar gesichtet haben.

Rückkehr in Etappen

Aus der Erfahrung zieht sich die Rückkehr der imposanten Vögel in die Brutgebiete, der sogenannte Frühlingszug, über einen längeren Zeitraum hin als der Weg in die Winterquartiere. Deshalb ist der Kranichzug im Frühjahr längst nicht so spektakulär wie im Herbst, wo sich das Spektakel in nur wenigen Tagen abspielt und die großen Flieger mit ihren lauten Trompetenrufen viel Aufmerksamkeit erregen.

Im Nabu-Naturgucker melden Vogelbeobachter die Kranichzüge, die sie sichten. Demnach waren die ersten kleinen Züge im Januar keine Kälteflüchtlinge, denen die leichte Schneedecke in manchen Teilen Deutschlands nicht gefiel. Nur mehrere Hundert Kraniche flogen aus Frankreich kommend via Saarland und Rheinland-Pfalz weiter entlang der hessischen Flugkorridore in Richtung Brutgebiete.

Gemessen an dem in die Hunderttausende gehenden Kranichbestand wollten laut Nabu diese ersten Rückkehrer ihren Vorteil beim Gerangel um die besten Brutplätze nutzen.

Wie Löffler weiß, starten die Kraniche nicht nonstop durch in die Brutgebiete, es sei, denn sie brüten in Norddeutschland. "Die anderen sammeln sich in Mecklenburg-Vorpommern, machen dort ihre Hochzeitstänze und fliegen dann weiter nach Skandinavien und Richtung Baltikum, wo der Frühling erst später beginnt", so der Experte.

Doch nach dem Schnee im Januar kam im Februar der große Frost. Klirrende Kälte lag über Nord- und Osteuropa, Deutschland war geteilt in den Eiskeller im Norden und die Warmzone im Süden.

Deshalb war es nicht ungewöhnlich, dass Löffler einen Riesenzug Kraniche sichtete, die offensichtlich auf dem Rückflug aus den Winterquartieren waren und wieder umdrehten und nach Süden flogen. Möglicherweise seien auch einige der Frühflieger sowie Hierbleiber, die den bislang milden Winter in Norddeutschland verbracht haben, ebenfalls nach West und Südwest in wärmere Gefilde ausgewichen.

Wärme lockt Vögel an

Mit steigenden Temperaturen waren laut Nabu am 16. Februar wieder Kranichtrupps in den Norden und Nordosten unterwegs. Einen Tag später erreichten die Tiere auf der Route von Luxemburg über das Saarland und Rheinland-Pfalz auch Hessen. So hat die TZ Fotos über Arnoldshain gemacht.

Bisheriger Höhepunkt der Rückreisewelle war am 21. Februar, an dem bei strahlend blauem Himmel mehrere V-Formationen über Hausen zogen. Seitdem ist der Flugverkehr von Tag zu Tag etwas zurückgegangen, vor allem die Routen über Hessen werden nur mäßig beflogen. "Im Laufe des März müssten noch weitere Züge durchfliegen", so Löffler.

Der Hausener Naturschützer hat auch sehr früh in diesem Jahr die ersten Stare registriert. Als Teilzieher seien die ersten schon in Scharen auch bei uns eingefallen und hätten trotz Frost mit dem Nestbau begonnen. "Große Starenbestände überwintern sogar in Deutschland, viele in den Städten, wo sie nicht sehr beliebt sind, weil der Vogelkot den Lack der Autos angreift", meinte Löffler. Der frühe Nestbau bedeute aber nicht unbedingt, dass auch schon das Brutgeschäft beginne.

Die Jungen von standorttreuen Staren am Vereinshaus in Hausen seien in der Regel nach einer Brutdauer von 14 Tage und einer Nestlingsdauer von 18 Tagen Anfang Mai flügge. Evelyn Kreutz

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