Fußball-Kreispokal soll aber stattfinden / Enttäuschung in Babenhausen und Eppertshausen

26:1 für Saisonabbruch im Kreis Dieburg

Erneut ausgebremst: Der FV Eppertshausen (hier rechts Tim Schröter im Duell mit Alessio Spina von Viktoria Urberach) wird wohl ein weiteres Jahr in der Kreisliga A Dieburg bleiben müssen.
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Erneut ausgebremst: Der FV Eppertshausen (hier rechts Tim Schröter im Duell mit Alessio Spina von Viktoria Urberach) wird wohl ein weiteres Jahr in der Kreisliga A Dieburg bleiben müssen.

Auch die Vereine des Dieburger Fußballkreises haben sich sehr deutlich für einen Saisonabbruch und die Annullierung der bisherigen Ergebnisse ausgesprochen.

Dieburg – Kreisfußballwart Heinz Zulauf hatte am Freitagabend zu Beginn der Videokonferenz noch einmal die zwei vom Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes zur Abstimmung gestellten Szenarien erläutert: Versuch der Beendigung der Hinrunde bis spätestens 13. Juni und anschließender Wertung oder Abbruch und Annullierung. Die „Stimmabgabe“ der Vereine erfolgte im Chat-Fenster und war eindeutig: Vertreter von 26 Vereinen sprachen sich für einen Abbruch aus. Alles andere mache aus heutiger Sicht keinen Sinn und sei sportlich nicht fair, lauteten unter anderem die Argumente. Das Zeitfenster zum Absolvieren des Restprogramms werde vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen und der schwindenden Aussicht auf zeitnahe Lockerungen für den Sport immer kleiner. In einer separaten Abstimmung für den Jugendbereich hatte es im Fußballkreis Dieburg in der vergangenen Woche ein ähnlich klares Ergebnis gegeben.

Richener Alternativvorschlag: Hinrunde als Freundschaftsrunde bis Juli

Lediglich der TSV Richen sprach sich in der Videokonferenz für den Aktivenbereich dafür aus, es zumindest zu versuchen, die Hinrunde noch zu Ende zu spielen. Wobei man sich auch in Richen im Klaren darüber ist, dass es schwierig wird, die Halbserie bis zum 13. Juni zu komplettieren. Diesen Termin hatte der HFV auch wegen der Verzahnung der Ligen als eine einheitliche Lösung angestrebt. Ein von den Richenern am Freitag ins Spiel gebrachter Alternativvorschlag sieht vor, Auf- und Abstieg auszusetzen und die Hinrunde quasi als Freundschaftsrunde über den 13. Juni hinaus, möglicherweise auch noch im Juli, zu Ende zu spielen. „Bevor es ein wildes Durcheinander an Freundschaftsspielen gibt“, so Richens Vorsitzender Wolrad Claudy auf Nachfrage. Wenn man jetzt abbreche, gehe es womöglich erst im September mit dem geregelten Spielbetrieb wieder richtig los.

Diese Anregung nahm Kreisfußballwart Heinz Zulauf zur Weitergabe an den HFV-Vorstand auf. Sollten Fußballspiele irgendwann im Frühjahr möglich werden, hat der Fußballkreis die Durchführung der Kreispokalrunde, die in dieser Saison noch gar nicht gestartet wurde und in der Vergangenheit fünf Runden und eine Zwischenrunde umfasste, sowie Turniere als Alternative angedacht. Dass die kommenden Monate auch für den Amateurfußball weiter große Herausforderungen mit sich bringen werden, machte auch die kurze Diskussion unter den an der Videokonferenz teilnehmenden Vereinen deutlich. Während ein Vorschlag vorsah, möglichst früh mit der neuen Runde zu beginnen, damit die Pause nicht noch länger wird, plädierten andere Vereine dafür, mit der Saison erst im Oktober zu starten, damit schon zum Start möglichst viele Spieler geimpft sind.

Eppertshausen sieht Abstimmung als „Alibiaktion“

Nicht an der Videokonferenz nahm unter anderem der FV Eppertshausen teil. Der souveräne Tabellenführer der Kreisliga A Dieburg hatte in der vergangenen Saison aufgrund der Quotientenregelung sehr unglücklich den Aufstieg in die Kreisoberliga verpasst. Nun werden die erspielten Punkte sehr wahrscheinlich erneut wertlos. Man habe ganz bewusst nicht an der Videokonferenz teilgenommen, so FVE-Vorstand Sport Sanel Demirovic am Samstag auf Nachfrage. Demirovic kritisierte den HFV-Vorstand, ausdrücklich nicht die Verantwortlichen im Fußballkreis. So habe auch durch die zwei vorgegebenen Abstimmungsmöglichkeiten schon von vornherein festgestanden, dass die Saison abgebrochen wird. Die Abstimmungen in den Videokonferenzen der Kreise seien eher eine „Alibiaktion, um zu sagen: ,Ihr habt das selbst entschieden‘“, so Demirovic. Der FVE-Vorstand plädiert dafür, im Herbst nicht mit einer neuen Runde zu beginnen, sondern eine Saison 2020 bis 2022 zu spielen. Damit würden die bislang erspielten Punkte nicht wertlos werden.

Auch die SG Langstadt/Babenhausen, Tabellenzweiter der Gruppenliga Darmstadt und eigentlich mit guten Chancen auf den Verbandsliga-Aufstieg, stimmte bei der Videokonferenz nicht mit ab. „Wir haben bislang eine gute Hinrunde gespielt und Bedauern es natürlich, wenn die Saison annulliert wird“, sagte ihr Sportlicher Leiter Toni Coppolecchia. Er hätte sich gewünscht, dass über einen Abbruch nicht bereits jetzt entschieden, sondern noch etwas abgewartet worden wäre.

Da die Meinungsbilder in anderen Kreisen ähnlich ausfielen, dürfte die Saisonannullierung wohl in der nächsten Sitzung des HFV-Vorstandes am 27. März beschlossen werden.

Von Sascha Eyssen

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