FC Germania Bieber

Acht Spieler gefeuert, Trainer bleibt

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Samy Khederzadeh, Spielertrainer des FC Germania. Er hat den Klub zurückgeführt in die Kreisoberliga.

Offenbach - Paukenschlag beim Fußball-Kreisoberligisten FC Germania Bieber: Auf einen Schlag wurden acht Spieler von den Verantwortlichen um Vorstandssprecher Klaus Peter Keller und Jürgen Pülm vom Spielausschuss mit sofortiger Wirkung freigestellt. Von Rolf Joachim Rebell 

Klaus Peter Keller fasste die ungewöhnliche Maßnahme in wenigen Worten zusammen: „Sie haben ihre Spielerpässe erhalten, werden nicht mehr für uns antreten“, sagte der Vorstandssprecher des FC Germania Bieber. Gemeint sind damit Cedric Bär, Samir Lamalan, Alexander El Fatimi, Jeremy Korr, Luca Nardella, Marcel Wehner, Marcel Zinser und Oualid Lamalan.

Was ist passiert beim Tabellenneunten, der vergangene Saison erst aufgestiegen ist und eine gute Saison absolviert? Im Frühjahr hatten sich die Verantwortlichen des Vereins mit dem Trainergespann Samy Khederzadeh und Nico Megna auf eine weitere Zusammenarbeit in der nächsten Saison verständigt. Laut Keller wollten die jetzt freigestellten Spieler plötzlich aber nur mit Megna weitermachen. Gerüchte habe es erstmals kurz vor Ostern gegeben. Dann, so erzählen Keller und Jürgen Pülm (Spielausschuss), wurde ihnen zugetragen, dass Megna Trainer beim ambitionierten A-Ligisten KV Mühlheim werden wolle. „Er hat es mir gesagt“, so Pülm, „hätte aber in Mühlheim noch nicht zugesagt.“

Spiele und Tabelle der Kreisoberliga Offenbach

Daraufhin setzten sich die Verantwortlichen mit dem Mannschaftrat zusammen. „Dabei hat man uns tatsächlich signalisiert, dass Nico alleiniger Trainer werden soll, sonst würden einige Spieler den Verein verlassen“, sagt Keller. Sie beschwerten sich dabei über Khederzadeh, waren unzufrieden mit dem Training und der Ansprache vor dem Spiel.

„Wir haben uns dann von beiden Trainern ein Konzept für kommende Saison vorlegen lassen. Wir haben uns schließlich aus zwei Gründen für die Fortführung der Arbeit mit Samy Khederzadeh entschieden“, sagt Keller und erklärt: „Zum einen hat Megna noch keine erste Mannschaft alleine trainiert, zum zweiten wollten wir uns auf keinen Fall erpressbar machen.“ Die Abstimmung fiel im Vorstand laut Keller eindeutig aus. „Nico hätte gerne noch bis Saisonende weitergemacht, aber das hätte wohl keinen Sinn gemacht“, berichtet Keller von einem weiteren Gespräch mit Megna, der daraufhin sein Amt bei der Germania niederlegte.

Nieder-Roden punktet in Bieber: Bilder

„Ich wäre gerne in Bieber geblieben. Priorität hatte für mich aber, ein Team als alleinverantwortlicher Trainer zu betreuen“, so Megna. „Ich hatte in Bieber eine schöne Zeit, auch im Duo mit Samy. Wir sind aufgestiegen, haben außerdem bei der Stadtmeisterschaft gut abgeschnitten. Aber nun beginnt ein neues Kapitel. Ich blicke positiv in die Zukunft.“

Khederzadeh, seit Januar 2014 am Waldhof, sagt: „Nico wollte es immer allen recht machen. Wenn es gegenüber der Mannschaft laut wurde, dann war dies meistens ich.“ Dabei hat Khederzadeh seiner Aussage nach noch versucht, Megna zum Bleiben zu überreden: „Wir hätten bei der Germania sicher noch mehr Erfolge in den kommenden Jahren feiern können.“

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Für die noch ausstehenden Spiele bis Ende Mai sehen Keller und Pülm keine Probleme. „Wir haben ausreichend Spieler und werden in der Kreisoberliga weiter eine gute Truppe zusammenhaben, die sicher auch noch einige Siege holen wird“, blickt Pülm voraus. Nach der Saison wird es im Kader weitere Veränderungen geben.

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