TSV Lämmerspiel

Andre Reinhard: Von der Notlösung zum wichtigen Stützpfeiler

Die Erfahrung aus 71 Hessenliga-Spielen bringt Andre Reinhard (Mitte, gegen Frank Cholewa von der TSG Neu-Isenburg) seit sieben Jahren bei der TSV Lämmerspiel ein.
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Die Erfahrung aus 71 Hessenliga-Spielen bringt Andre Reinhard (Mitte, gegen Frank Cholewa von der TSG Neu-Isenburg) seit sieben Jahren bei der TSV Lämmerspiel ein.

Er wollte sich nur ein halbes Jahr bei der TSV Lämmerspiel fithalten. Inzwischen ist der ehemalige Hessenligaspieler Andre Reinhard längst eine unverzichtbare Stütze für das junge Team in der Fußball-Kreisoberliga.

Mühlheim – Geplant war es als sechsmonatiges Intermezzo. Inzwischen ist Andre Reinhard jedoch bereits mehr als sieben Jahren für die Fußballer der TSV Lämmerspiel aktiv. „Es war damals als eine Notlösung gedacht“, erinnert sich der 29-Jährige. „Eigentlich nur, um ein halbes Jahr zu überbrücken und mich fit zu halten.“ Doch Reinhard ist beim Mühlheimer Stadtteil-Verein längst der Dreh- und Angelpunkt.

Der Kontakt kam über seinen Schwiegervater und TSV-Abteilungsleiter Roland Holzberger zustande. „Es hat mir mit den Jungs so viel Spaß gemacht, dass ich einfach geblieben bin“, sagt Reinhard, der mit seinem Vater Andreas zudem die F2-Jugend der Lämmerspieler trainiert, in der sein Sohn Luca (sieben Jahre) spielt. Tochter Alicia (zwei Jahre) und Ehefrau Jana machen das Familienglück komplett.

In sportlicher Hinsicht war Andre Reinhard ein Frühstarter. Bereits im Alter von drei Jahren fing der Spross einer bekannten Offenbacher Fußballfamilie bei Rot-Weiß Offenbach mit dem Kicken an. Nur ein Jahr später ging es bereits zu den Jüngsten von Kickers Offenbach, mit 16 Jahren zog es ihn vom Bieberer Berg zum großen Nachbarn: Für die U17 und U19 von Eintracht Frankfurt spielte der 33 Mal in der Junioren-Bundesliga. „Anschließend kam ich zum OFC zurück“, erinnert sich Reinhard. Er zählte damals zum Drittliga-Kader, kam aber nur in der zweiten Mannschaft in der Hessenliga zum Einsatz. Auf ein halbjähriges, unglückliches Gastspiel bei Bayern Alzenau (Regionalliga Süd) folgte der Wechsel zu Eintracht Wetzlar (Hessenliga), wohin ihn seine beiden Cousins Nicolai und Dominik König gelotst hatten. Danach ging es weiter zur Spvgg. Dietesheim (Gruppenliga), ehe im Winter der Saison 13/14 der Wechsel nach Lämmerspiel erfolgte.

„Ich zähle mittlerweile mit Markus und Michael Bormann zu den Ältesten im Team“, schmunzelt er und freut sich über die Verjüngung im Lämmerspieler Kader in den vergangenen Spielzeiten: „Ich stehe voll hinter der Philosophie von Trainer Pedro Rufino und den Verantwortlichen, auf junge Eigengewächse aus Lämmerspiel zu bauen. Und der Erfolg in den vergangenen Jahren hat uns ja auch recht gegeben.“

Die Krönung des Lämmerspieler Erfolgs in der jüngeren Vergangenheit war die überlegene Meisterschaft vergangene Saison in der A-Liga. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs am 19. Spieltag im März hatte die TSV 17 Siege und zwei Unentschieden auf dem Konto, neun Punkte betrug der Vorsprung auf den ersten Verfolger. „Natürlich haben wir uns über die Meisterschaft und den Aufstieg gefreut, aber gerade den jüngeren Spielern wurde durch den Abbruch auch ein emotionales finales Spiel, an dessen Ende die Meisterschaft steht, genommen“, bedauert Reinhard.

In der Kreisoberliga ist das Team angekommen: Vier Siegen stehen lediglich drei Niederlagen gegenüber. „Gegen Mühlheim, Sparta Bürgel und die TSG Neu-Isenburg haben wir verloren“, erinnert sich Reinhard. „Da hat die Erfahrung der Gegner den Ausschlag gegeben. Wir haben, wie in Mühlheim, sehr stark gespielt, aber die Routiniers in Reihen der Gegner haben einzelne Fehler von uns gnadenlos bestraft.“ Doch Reinhard sieht das als normalen Lernprozess an: „Wir wollen uns in dieser Liga festsetzen, Erfahrungen sammeln und uns Schritt für Schritt nach oben orientieren.“

Ein familiäres Duell hat Andre Reinhard in dieser Saison verloren. Im Derby bei KV Mühlheim stand ihm sein Cousin Christopher Reinhard gegenüber und steuerte zwei Tore zum 6:2 bei. „Mit Christopher in einer Mannschaft zu spielen, wäre noch ein Traum von mir.“ Aber dafür müsste sein Bundesliga-erprobter Verwandter wohl nach Lämmerspiel wechseln. (Von Rolf Joachim Rebell)

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