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Aufstieg mit leichter Verzögerung

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Architekt des Erfolgs: Die Spieler des TSV Altheim lassen Trainer Adis Ahmetovic nach der gesicherten Meisterschaft hochleben. Ahmetovic traut der Mannschaft in der Kreisoberliga einen einstelligen Tabellenplatz zu.
Architekt des Erfolgs: Die Spieler des TSV Altheim lassen Trainer Adis Ahmetovic nach der gesicherten Meisterschaft hochleben. Ahmetovic traut der Mannschaft in der Kreisoberliga einen einstelligen Tabellenplatz zu. © eyssen

So hoch hat der TSV Altheim noch nie Fußball gespielt. Dank der Meisterschaft in der Kreisliga A Dieburg ist das Team von Trainer Adis Ahmetovic in der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald angekommen. Dort trauen sich die Altheimer zu, eine ordentliche Rolle zu spielen.

Altheim - Vor der vergangenen A-Liga-Saison waren die Altheimer von der Konkurrenz gemeinsam mit dem FV Eppertshausen als Topfavoriten auserkoren worden. Diese Einschätzung bestätigte sich. Zwischen Altheim und dem Dritten Viktoria Kleestadt lagen am Ende 17 Punkte. Auf Eppertshausen hatte der Meister vier Punkte Vorsprung, wobei der Abstand zwischenzeitlich bereits über zehn Zähler betragen hatte. Platz eins machte Altheim mit dem 2:1-Sieg am drittletzten Spieltag beim TSV Richen perfekt. Mit der Meisterschaft wurde eine schon länger andauernde positive Entwicklung gekrönt. „Die Aufbruchstimmung im Verein war schon in den vergangenen Jahren zu spüren“, sagt Tobias Struckmeier. Der bisherige zweite Torwart hat seine Spielerlaufbahn beendet und ist nun in die sportliche Leitung aufgerückt.

„Wir waren konstant“, nennt Trainer Adis Ahmetovic eines der Erfolgsgeheimnisse seines Teams. 24 ihrer 30 Spiele gewannen die Altheimer, drei Partien endeten unentschieden, es gab lediglich drei Niederlagen. Wobei eine davon aus dem Spielabbruch gegen Hergershausen im Mai resultierte, als der Schiedsrichter dem TSV-Team verbale Entgleisungen vorwarf. Auch das letzte Saisonspiel gegen Georgenhausen II, als man eine sehr dünne Personaldecke hatte, ging verloren. Ansonsten war die Runde für die Altheimer mit Ausnahme des 1:3 beim FSV Groß-Zimmern am 3. Oktober sehr erfolgreich. Und das, obwohl das Team mehrere schwere Knieverletzungen verkraften musste und wegen etlicher Coronafälle auf dem Zahnfleisch ging.

Dass sich die Altheimer letztlich souverän gegen den FV Eppertshausen, der aufgrund der vor der Saison gestrichenen Relegationsspiele komplett leer ausging, lag besonders an den Siegen in den direkten Duellen. Das Hinspiel am 14. November gewann der TSV in Eppertshausen nach 0:1-Pausenrückstand noch mit 2:1. Gleich am ersten Spieltag nach der Winterpause kam es zum Rückspiel. Das gewannen die Altheimer ebenso knapp mit 1:0 und zogen auf sieben Punkte davon. Und während Eppertshausen immer mal wieder Punkte liegen ließ, baute Altheim den Vorsprung weiter aus. So war die Entscheidung über Platz eins frühzeitig gefallen, auch wenn es wegen des Spielabbruchs gegen Hergershausen noch etwas dauerte, ehe die Meisterschaft offiziell wurde.

Pasquale Lauria war mit 19 Treffern bester Altheimer Torschütze, gefolgt von Mert Barak (13) und Philipp Beck (10). Beck war zudem der einzige Altheimer, der alle 30 Meisterschaftsspiele bestritt. Der Meister (81) erzielte hinter Eppertshausen (107), der TS Ober-Roden II (91) und Viktoria Kleestadt (88) „nur“ die viertmeisten Tore, hatte aber mit 29 Gegentreffern die beste Abwehr. Während Eppertshausen in der Heimtabelle mit einem Punkt vorne lag, entschieden die Altheimer die Auswärtstabelle mit fünf Punkten Vorsprung für sich.

Für Adis Ahmetovic ist die bevorstehende Saison in der Kreisoberliga bereits seine siebte Runde als TSV-Trainer. Anfangs kämpfte man in der A-Liga noch gegen den Abstieg, dann setzte aber ein deutlicher Aufwärtstrend ein. „Irgendwann war mir schon klar, dass das Team um den Aufstieg spielen kann. Ich denke, wir hätten auch schon in der Saison 20/21 die Meisterschaft erreichen können“, betont Ahmetovic.

Die wurde wegen Corona bekanntlich bereits im Herbst abgebrochen. „Jetzt halt mit leichter Verzögerung.“ Im Verein habe sich in den vergangenen Jahren viel Positives getan. „Das war auch eine große Leistung vom Vorstand, der sehr gut gearbeitet hat“, meint Ahmetovic mit Blick auf den geschäftsführenden Vorstand um Olaf Herd, Birgit Gerbershagen und Tobias Kaffenberger.

Seine Mannschaft hält Ahmetovic in der Kreisoberliga durchaus für konkurrenzfähig, einen einstelligen Tabellenplatz traut er ihr zu. Lediglich den zweiten Aufsteiger hält der Altheimer Trainer für übermächtig: Dem von Thomas Epp trainierten SV Hummetroth, der auch dank der großzügigen finanziellen Unterstützung eines Mäzens ohne Verlustpunkt Meister der A-Liga Odenwald wurde, traut Ahmetovic den Durchmarsch in die Gruppenliga zu. Neben den Spielen gegen Hummetroth freut sich Ahmetovic unter anderem besonders auf die Derbys gegen Gruppenliga-Absteiger Hassia Dieburg und die Partien gegen den SV Groß-Bieberau, wo sein Cousin Haris Gusinjac spielt.

Die Altheimer haben sich weiter verstärkt. Bogdan Ficut (SG Langstadt/Babenhausen), Nico Kaufmann (Kickers Hergershausen), Hendrik Makolli (FC Offenthal), Ricardo Hieronymus (Langstadt/Babenhausen), Diyar Altan (Hellas Darmstadt) und Jan Schickedanz (Viktoria Urberach) laufen künftig für den TSV auf. „Wir wollen uns noch etwas breiter aufstellen und variabler werden“, erläutert Tobias Struckmeier. Mit der zweiten Mannschaft, die in der vergangenen Saison Achter der C-Liga wurde, schaut man zumindest vorsichtig in Richtung B-Liga-Aufstieg.

Abschlusstabelle

Kreisliga A Dieburg

1. TSV Altheim 30  81:29  75

2. FV Eppertshausen 30 107:33  71

3. V. Kleestadt 30  88:63  58

4. TS Ober-Roden II 30  91:45  51

5. K. Hergershausen 30  62:48  46

6. SV Münster II 30  70:55  46

7. Heub./Wiebelsbach 30  59:51  41

8. FSV Groß-Zimmern 30  58:64  39

9. TSV Richen 30  48:56  36

10. Georgenhausen II 30  50:77  35

11. Reinh./Spachbrücken 30  59:69  34

12. V. Schaafheim 30  69:84  32

13. Sp. G.-Umstadt 30  68:105 32

14. PSV G.-Umstadt 30  50:73  31

15. KSV Urberach 30  44:82  30

16. FSV Schlierbach 30  33:103 19

Von Sascha Eyssen

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