Kreisfußballwart Jörg Wagner als Nachfolger von Jürgen Radeck? / Reform der Spielklassen

Bereit für den nächsten Schritt

Jörg Wagner

Offenbach – Der hessische Fußballverbandstag im Juni 2020 in Grünberg wirft seine Schatten voraus. Am Wochenende tagte der Verbandsvorstand mit den Fußballwarten der 32 Kreise.

Große Themen mit Blick auf 2020 sind die Spielklassenreform, Änderungen in der Spielordnung und die Suche nach einem Nachfolger für Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg). Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner (Froschhausen) war in Grünberg dabei.

Jörg Wagner, wie sieht es aus mit der Spielklassenreform im hessischen Fußball?

Wir haben darüber diskutiert, ob es Sinn macht, die Spielklassen neu zu gestalten. Wir müssen uns der aktuellen Situation mit weniger Ehrenamtlern und weniger Mannschaften stellen.

Wie könnte und sollte das Spielbetriebskonstrukt in Hessen künftig aussehen?

Zur Diskussion stehen unter anderem eine Hessenliga, nur noch zwei statt drei Verbandsligen, dann eine neue Ebene mit vier Ligen, acht Gruppenligen und 16 Kreisoberligen.

Das scheint aber nicht Ihre Präferenz zu sein?

Richtig. Ich bin gegen die neue Ebene, die verwässert Spielgeschehen und Qualität. Ich bin dafür, in der Spitze auszudünnen, um das Niveau und die Kreise zu stärken und den Abwärtstrend aufzufangen. Ich könnte mir eine Hessenliga, zwei Verbandsligen, und in jeder Region eine Gruppenliga vorstellen. Das wären dann sechs für ganz Hessen. Und dann muss jede Region, jeder Kreis, entscheiden, wie er darunter spielen lässt. Die Überlegung müsste dahin gehen, welche Kreisoberligen wir hessenweit zusammenlegen können.

Von welchem Abwärtstrend sprechen Sie?

Vor dieser Saison haben sich etwa 50 aktive Mannschaften aus dem hessischen Spielbetrieb zurückgezogen. Das finde ich alarmierend. Klar, wir in der Region Frankfurt haben alleine etwa 800 aktive Teams und damit kaum Probleme. Aber in anderen Regionen muss man wirklich aufpassen.

Dennoch zurück zu Ihrer Präferenz: Weniger Verbandsligen, weniger Gruppenligen – da müssen viele Vereine absteigen.

Ja, das stimmt und klingt nicht populär. Dennoch glaube ich, dass das mehr Sinn macht für den hessischen Fußball und die Zukunft der Vereine. Und ich glaube, ab einer gewissen Ebene ist es egal, in welcher Liga man spielt. Hauptsache das Drumherum passt und das Vereinsleben funktioniert.

Zum Spielgeschehen: Was wurde da auf den Weg gebracht?

Wir denken darüber nach, bei den Aktiven auf Kreisebene die zehnminütige Zeitstrafe wieder einzuführen, werden einen Antrag beim DFB stellen.

Wie muss man sich das vorstellen?

Die Zeitstrafe soll statt der Gelb-Roten Karte kommen. Wer schon Gelb gesehen hat, nach dem nächsten Vergehen dann zehn Minuten draußen sitzt, kann in dieser Zeit wieder auf normale Temperatur kommen – und der Trainer kann überlegen, ob er diesen Spieler überhaupt wieder in diesem Spiel einsetzt. Beim nächsten Vergehen nach der Zeitstrafe würde Rot mit automatischer Sperre folgen. Auf Kreisebene finde ich das eine gute Idee. Ich denke, da finden wir beim Verbandstag eine Mehrheit.

Vor dem Verbandsfußballtag folgt am 7. März der Kreisfußballtag im Dietzenbacher Kreishaus. Haben Sie schon entschieden, ob Sie sich wieder zur Wahl stellen?

Klar, ich habe Spaß an diesem Amt und werde mit meinem Team wieder kandidieren.

In Hessen wird ein Nachfolger für Verbandsfußballwart Jürgen Radeck gesucht.

Das ist richtig. Das Amt des Verbandsfußballwartes stellt natürlich eine reizvolle Herausforderung dar. Das Spielgeschehen in Hessen künftig aktiv mitgestalten zu können, ist aus meiner Sicht interessant. Ja, ich kann mir vorstellen, auch für dieses Amt zu kandidieren.

Das Gespräch führte Holger Appel

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare