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Brighache wird bald 40, aber die Waldis müssen warten

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Von: Holger Appel

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Intensiver Zweikampf in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Steinheims Routinier Fouad Brighache (rechts) gegen Milad Ahmadi von der SG Bruchköbel.
Intensiver Zweikampf in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Steinheims Routinier Fouad Brighache (rechts) gegen Milad Ahmadi von der SG Bruchköbel. © scheiber

Ex-Profi Fouad Brighache ist beim Fußball-Gruppenligisten SVG Steinheim auch mit 39 Jahren unersetzbar. Für die Alten Herren seines Lieblingsvereins Kickers Offenbach fühlt er sich noch zu jung.

Offenbach – Vom Alter her passt er zwar schon längst zu den Alten Herren, von der Leistung her ist er beim Fußball-Gruppenligisten SV Germania Steinheim aber noch gesetzt. 16 von 19 Saisonspielen hat der 39 Jahre alte Fouad Brighache in dieser Saison für die Steinheimer absolviert, dreimal hat er gefehlt, stets wegen beruflicher Verpflichtungen. Ihm gelang zudem ein wichtiger Treffer: am 12. Spieltag beim VfB Offenbach, das 2:1-Siegtor in der 90. Minute. „Fouad ist der Leader der Mannschaft, der verlängerte Arm des Trainers. Zu ihm schauen die jungen Spieler auf, er dirigiert sie. Wir sind froh, dass er noch immer für uns spielt, und hoffen, dass das noch lange so bleibt. Wir brauchen ihn. Er wird im Aktivenbereich sicher nicht mehr den Verein wechseln“, sagt SVG-Sportchef Bernd Hartmann.

„Ich bin immer noch fit, Verletzungen und Wehwehchen halten sich weiterhin in Grenzen. Noch macht es mir Spaß, und so lange ich Spaß habe, bin ich dabei“, versichert Brighache. Der ehemalige Profi berichtet lachend, dass die Waldis ihn schon fragen würden, seitdem er 35 Jahre alt geworden ist, wann sie denn endlich mit ihm rechnen können. Doch die Traditionsmannschaft seines Lieblingsvereins Kickers Offenbach muss sich noch gedulden. Wie lange, das kann und will er noch nicht beantworten. Kurz vor Saisonende, im Mai 2022, feiert er seinen 40. Geburtstag.

Brighache kam zuletzt in Steinheim entweder im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung zum Einsatz, obwohl er mit seiner Körpergröße von 1,76 Metern nicht gerade Gardemaß besitzt. Hartmann berichtet, Brighache habe aber eine enorme Präsenz auf dem Feld. Brighache steht aufgrund seiner großen Erfahrung im höherklassigen Fußball als zentraler Verteidiger meist richtig, kann eine Abwehr prima organisieren und das Spiel dank seiner technischen Fähigkeiten gut eröffnen. „Das Auge wird immer besser, die Geschwindigkeit leider immer geringer“, nimmt Brighache sich auf der Zielgeraden seiner aktiven Karriere selbst auf die Schippe.

Das größte Spiel hatte er im September 2003 im Trikot der Kickers absolviert, in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen die Frankfurter Eintracht. Die Offenbacher, damals Regionalligist, verloren erst im Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten mit 3:4. Brighache war frühzeitig für Bruno Akrapovic eingewechselt worden. „Ich durfte beim Derby gefühlt 110 Minuten vor unglaublicher Kulisse auf dem Bieberer Berg mitspielen - das war ein große Kampf, bleibt unvergessen“, berichtet Brighache. Seine sportlich konstanteste Zeit hatte er aber später in den drei Jahren beim SV Darmstadt 98 mit „rund 110 Spielen am Stück“ und dem Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2011.

Vom Kopf her, versichert Brighache mehr als zehn Jahre später, sei er noch immer „komplett Spieler“. Anfragen von anderen Vereinen, als Spielertrainer zu agieren, hat er abgelehnt, davon ist er kein Fan. Mal als Trainer zu arbeiten, kann er sich durchaus vorstellen, ist aber noch nicht aktuell. Und so wird er – wenn die Pandemie das zulässt – weiterhin alles geben für seine Steinheimer Mannschaft, die als Tabellenzwölfter mit 25 Punkten (38:46 Tore) in die Winterpause gegangen ist. Sieben Siegen und vier Unentschieden stehen zehn Niederlagen gegenüber. Die Abstiegsränge sind lediglich drei Zähler entfernt. Dabei hatten die Steinheimer trotz Umbruchs im Kader die vordere Tabellenregion als Saisonziel genannt.

„Wir hinken hinterher. Ziel kann es nur sein, über dem Strich zu bleiben und die Liga zu halten“, sagt Brighache über eine Spielzeit, in der in Murat Kurtulus bereits der zweite Coach beim SV Germania an der Bande steht. Unter Kurtulus hat sich der von Brighache auf dem Feld geführte SV Germania zumindest stabilisiert.

Von Holger Appel

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