Amateurfußball

Comeback nach Corona-Zwangspause: Mit Lust und Euphorie

Gibt Anweisungen. TuS-Trainer Maik Henrich.
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Gibt Anweisungen. TuS-Trainer Maik Henrich.

Der Ball rollt wieder im Fußballkreis Offenbach. Nach langer Corona-Zwangspause fand erstmals wieder ein Testspiel statt - zwischen der TuS Froschhausen den Sportfreunden Seligenstadt II. Das Ergebnis war dabei eher nebesächlich.

Offenbach – „Nix verlernt.“ Und: „Heute ist der 13.“ Das sind die beiden häufigsten – zugegebenermaßen sehr kurzen – Sätze, die beim Fußballspiel zwischen dem Offenbacher Kreisoberligisten TuS Froschhausen und den klassentieferen Sportfreunden Seligenstadt II am gestrigen Sonntag zu vernehmen sind. Nach achtmonatiger Pause absolvieren die beiden Ostkreisklubs ihr erstes Spiel seit der zweiten Corona-Welle im Oktober vergangenen Jahres.

Exakt 240 Tage ist es her, dass die Turn- und Sportgemeinde in der Kreisoberliga mit dem 1:2 beim SV Dreieichenhain im neunten Punktspiel die siebte Niederlage kassierte. Sogar 244 Tage liegt der 9:0-Erfolg der Sportfreunde II in der A-Liga gegen die Spvgg. Dietesheim II zurück.

Endlich wieder ein Bier auf dem Sportplatz. Zwei Zuschauer gestern in Froschhausen.

Nun sind die beiden Ostkreis-Mannschaften die ersten Kicker im Kreis Offenbach, die wieder ein Spiel bestreiten. „Keine WhatsApp-Gruppe mehr, endlich sieht man die Jungs wieder auf dem Platz“, freut sich Froschhausens Schlussmann Lars Schmidt schon beim Aufwärmen. „Im Training machen wir derzeit ohnehin nur Spielchen, dann doch lieber so“, nennt Seligenstadts Trainer Marco Schwarzkopf den Grund für das frühe Testspiel nach nur drei Trainingseinheiten auf beiden Seiten – die Mehrzahl der Vereine aus dem Kreis bestreiten erst in ein oder zwei Wochen ihre ersten Spiele.

„Nix verlernt.“ Beim Warmmachen auf beiden Seiten ist diese Aussage in Dauerschleife zu vernehmen. Beim Schuss in den Torwinkel, beim gelungenen Pass in den Raum oder der genau geschlagenen Flanke. Die Kicker haben die achtmonatige Zwangspause gut überstanden – sie können’s noch. Zumindest so mehr oder weniger. Denn in den ersten Minuten sind die zahlreichen Fehler bei der Ballannahme nicht zu übersehen.

Endlich wieder Fußball. Zweikampf zwischen Froschhausens Simon Heyny (hinten) und Seligenstadts Hüseyin Sari vor den kritischen Blicken einiger Zuschauer.

Während sich die 22 Mann auf dem Feld so langsam einspielen, tröpfeln immer mehr Zuschauer auf dem Sportgelände an der Lache ein, knapp über 40 sind es letztlich, die das Testspiel-Comeback bei herrlichem Sonnenschein verfolgen. Am Eingang müssen sie laut Hygienekonzept einen Zettel mit Name, Anschrift -– und dem Datum – ausfüllen. Und bei letzterem fragen die meisten Besucher noch einmal nach. Masken werden rund um den Platz allerdings keine getragen, auch der nötige Abstand wird nur selten eingehalten. „Da kommt auf die Vereine noch einiges an Arbeit zu“, sagt TuS-Trainer Maik Henrich mit Blick auf die anstehende Punktrunde. Bei seinen Kickern stellt er eine große Freude auf das Spiel und eine gute Stimmung fest. „Wir haben in der Mannschaft eine große Homogenität, alle verstehen sich gut.“ Daher wollen sich die Jungs am Dienstag nach dem Auslaufen auf dem Sportgelände auch gemeinsam das EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich anschauen – unter den aktuellen Hygieneregeln natürlich. Marco Schwarzkopf sagt nach dem Spiel: „Ich bin positiv überrascht, mit wie viel Lust und Euphorie die Jungs gespielt haben.“ Kleiner Wermutstropfen: Froschhausens Luca Grassia kugelt sich die Schulter aus und wird mit dem Krankenwagen abtransportiert. Fußball wird übrigens auch gespielt: Die Sportfreunde gewinnen mit 3:1 (2:1). (Von Patrick Leonhardt)

TuS Froschhausen - Spfr. Seligenstadt II 1:3 (1:2)

Tore: 1:0 Scherer (6.), 1:1, 1:2 El Assraoui (36., 38.), 1:3 D. Strack (76.) - Bes. Vork.: Kuhn (Seligenstadt) hält Foulelfmeter von Aghbar (90.)

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