Fußballkreis Dieburg

„Am Grünen Tisch sind wir stark“: Hassia profitiert wohl erneut – SV Münster steigt auf

Bereit für die Verbandsliga. Münster Trainer Naser Selmanaj (rechts) mit Daniel Lampevski. 
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Bereit für die Verbandsliga. Münster Trainer Naser Selmanaj (rechts) mit Daniel Lampevski.

Als am Samstag die Empfehlung des Vorstandes des Hessischen Fußballverbandes (HFV) publik wurde, die Saison abzubrechen, liefen die Nachrichten und Glückwünsche auf dem Handy von Naser Selmanaj im Sekundentakt ein.

Dieburg –  Auch wenn ein Verbandstag die Empfehlung noch absegnen muss, darf sich der Trainer des SV Münster mit seiner Mannschaft mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit über die Meisterschaft in der Gruppenliga Darmstadt und den Aufstieg in die Verbandsliga Süd freuen.

Natürlich sei es schade, dass seinem Team die emotionale Seite des Gewinnes einer Meisterschaft genommen werde, so Selmanaj. „Es ist dennoch mega, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Die Jungs haben es sich verdient.“ Die Münsterer liegen nach 21 Spielen mit 48 Punkten einen Zähler vor der spielgleichen SG Dersim/VFR Rüsselsheim und vier Punkte vor dem Dritten SG Langstadt/Babenhausen.

„Ich habe aber nicht einen Millimeter daran gezweifelt, dass wir den Aufstieg auch auf dem Platz geschafft hätten“, meinte Selmanaj, dessen Team lediglich eine Saisonniederlage kassiert hat. Es mache Sinn, dass man jetzt von Seiten des Verbandes eine (Vor-)Entscheidung getroffen habe und somit die Ungewissheit wie und ob es mit der Saison weiter geht, beendet wurde. Für den 45-Jährigen, der 2016 - damals als Interimstrainer - bereits Kreisoberliga-Meister wurde, ist es bereits der zweite Aufstieg mit dem SV.

Auch der Tabellen-14. SC Hassia Dieburg, der einen der fünf Abstiegsplätze in der Gruppenliga belegt, darf sich freuen. Wird die HFV-Vorstandsempfehlung vom Verbandstag abgesegnet, gibt es keine Absteiger. „Am grünen Tisch sind wir stark“, scherzte Trainer Christian Enders. Vergangene Runde hatte die Hassia über die Aufstiegsspiele den Sprung in die Gruppenliga zunächst knapp verpasst. Durch die Ergebnisse in den Relegationsspielen zu anderen Ligen reichte es Tage später aber doch zum Aufstieg. „Wir sind natürlich froh, dass wir in der Liga bleiben können. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass wir es auch so noch geschafft hätten“, so Enders. Die Hassia hatte nur einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer. „Wir hätten es aber auch hingenommen, wenn vom Verband anders entschieden worden wäre“, so Enders. Im TSV Lengfeld, der nur sechs Punkte in 18 Spielen holte, bleibt aller Voraussicht nach auch der abgeschlagene Letzte in der Gruppenliga.

KREISOBERLIGA

Der FV Mümling-Grumbach steigt als Meister in die Gruppenliga auf.. In der SG Ueberau profitiert auch eine Mannschaft aus dem Dieburger Fußballkreis vom Saisoanbbruch. Der Vorletzte muss nicht wieder direkt in die A-Liga absteigen.

KREISLIGA A

Die SG Mosbach/Radheim darf sich als Meister über den Aufstieg freuen. Der FV Eppertshausen steht in der Tabelle zwar vor den punktgleichen Mosbach/Radheimern, die ein Spiel weniger ausgetragen haben. Unter Berücksichtigung der Quotientenregel hat Mosbach/Radheim allerdings die Nase vorn. Der FVE würde damit ausgerechnet in seinem 100. Jubiläumsjahr zu einem Härtefall zu werden. „Es kann schon sein, dass wir zu den Verlierern zählen. Das wäre natürlich absolut ärgerlich“, sagt FVE-Trainer Marco Saul, dessen Team der Konkurrenz gemeinsam mit Mosbach/Radheim weit enteilt war. Eppertshausen hofft, dass dann auch die Tabellenzweiten aufsteigen dürfen. „Im Vorfeld des außerordentlichen Verbandstages muss die Frage, wie mit dem Thema Relegation und Aufstiegsspiele umzugehen ist, noch abschließend geklärt werden“, steht in der HFV-Mitteilung zum Vorstandsbeschluss. Hierzu werde noch eine rechtliche Prüfung erfolgen. Am Tabellenende darf Schlusslicht KSV Urberach (drei Punkte) in der Liga bleiben. Der Vorletzte Viktoria Schaafheim muss keine Relegation spielen.

KREISLIGA B

In dieser Klasse rückt im FSV Schlierbach (15 Spiele/29 Punkte) sogar der Vierte nach vorne und verdrängt den SV Münster II (32), Hassia Dieburg II (31) und die SG Raibach/Umstadt (30), die alle 17 Spiele absolviert haben, aufgrund der Quotientenregel von der Spitze. „Das ist natürlich schade für unsere Mannschaft“, sagt Münsters Trainer Marcel Hausmann. Der Tabellenletzte SV Sickenhofen (6) hält wohl die Klasse, auch der Vorletzte Groß-Bieberau II bleibt drin.

KREISLIGA C

Die SG Langstadt/Babenhausen II, der GSV Gundernhausen und Kickers Hergershausen II freuen sich über den Aufstieg. Die TG Ober-Roden verpasst als Vierter diesen knapp. Der Vorletzte Viktoria Schaafheim II schafft den Klassenerhalt. Die FSV Münster, dessen Team wegen des Spielabbruchs aus dem Semd-Spiel im vergangenen Herbst vom Spielbetrieb ausgeschlossen wurde, bleibt Absteiger.

KREISLIGA D

Der TSV Altheim II, der TSV Harreshausen II und die SG Klingen II wären nach dem Saisonabbruch die Aufsteiger.  

VON SASCHA EYSSEN

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