Neues Frauenteam beim FC Neu-Isenburg

Erst ankommen und dann aufsteigen

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Maren Bambach (rechts) führt das neue Frauenteam des FC Neu-Isenburg als Kapitänin aufs Spielfeld.

Neu-Isenburg - Die Fußballlandschaft in Neu-Isenburg wird seit neuestem bereichert durch ein weiteres Angebot: ein Frauenteam beim FC Neu-Isenburg. Von Stefan Moritz

Vor knapp einem Jahr ist die Idee entstanden. Celina Gehrig und Maren Bambach waren unzufrieden mit ihren Rollen bei der TSG Neu-Isenburg, bei der sie in der zweiten Mannschaft spielten. „Wir hatten schon länger die Idee, einmal ein eigenes Team zu gründen“, sagt Gehrig, „wir hatten Kontakte zu den Jungs vom FC und die haben sich offen gezeigt für unsere Ideen.“ Der FC Neu-Isenburg hat sich selbst erst 2011 gegründet. „Ursprünglich waren wir Freunde aus einem Abiturjahrgang, die alle in verschiedenen Vereinen spielten und zusammen in einer Mannschaft spielen wollten“, erinnert Sportwart Julian Eder an die eigenen Anfänge im Männerfußball. „Der Spaß am Fußball steht bei uns im Vordergrund. Aber auch das Miteinander, kameradschaftliche Geschlossenheit. Deshalb muss jeder, der zu uns kommen will, erst drei-, viermal mittrainieren und danach entscheiden wir, ob es auch menschlich passt“, erklärt Eder die spezielle Philosophie, die den FC von den anderen fünf Fußballvereinen in Neu-Isenburg etwas unterscheidet. Nach zwei Aufstiegen in fünf Jahren spielt die erste Männermannschaft mittlerweile in der Kreisliga A Offenbach, seit zwei Jahren gibt es eine zweite Männermannschaft.

Kathrin Schneider, ehemalige Erstmannschaftsspielerin der TSG Neu-Isenburg, fungiert beim FC Neu-Isenburg erstmals als Trainerin.

Auch das Gesellschaftliche spielt beim FC Neu-Isenburg eine große Rolle. „Auch deshalb fanden wir im Vorstand, dass ein Frauenteam ganz gut zu uns passen könnte“, berichtet Eder. Gehrig und Bambach waren zunächst allerdings nur zu zweit. „Durch vielfältige Kontakte fanden wir Spielerinnen, die mit uns spielen wollten“, erklärt Gehrig. Aktuell sind es 16. Sie kommen von der TSG Neu-Isenburg, der Spvgg. 03 Neu-Isenburg, dem FC Dietzenbach, dem FV Eppertshausen aber auch verschiedenen anderen Vereinen oder haben wieder angefangen, nachdem sie in keinem Verein mehr gespielt hatten.

Dazu gewannen Gehrig und Bambach die ehemalige Erstmannschaftsspielerin der TSG Neu-Isenburg Kathrin Schneider als Trainerin. Sie suchten Sponsoren, die zwei Trikotsätze finanzierten, organisierten Trainingszeiten auf dem Kunstrasenplatz in Gravenbruch, Bälle, Trainingsutensilien und Spielgenehmigungen. Trainiert wird montags von 20 bis 21.30 Uhr und mittwochs von 19.30 Uhr bis 21 Uhr. „Die Mädels sind super engagiert und sehr gut organisiert“, lobt Sportwart Eder: „wir sind sehr zufrieden, wie sich das angelassen hat.“ Durch das neue Frauenteam hat der FC Neu-Isenburg die Marke von 100 Vereinsmitgliedern durchbrochen.

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Dass aller Anfang nicht so einfach ist, erlebten die neuen FC-Frauen am vergangenen Samstag. Zum ersten Punktspiel in der Kreisliga A Frankfurt gegen die SG Blau Gelb/Riedberg konnten sie wegen Urlaub und Verletzungen nur zu neunt antreten. In der sechsten Minute fiel das 0:1, nach 20 Minuten stand es 0:2. Kurz vor der Halbzeit gelang Bambach das erste Punktspieltor in der Geschichte des Frauenfußballs beim FC Neu-Isenburg. Bis zum Schlusspfiff blieb es allerdings bei dieser 1:2-Niederlage. „In der ersten Saison wollen wir das Ganze hier zum Laufen bringen“, erklärt Gehrig, „der Spaß am Fußball steht im Vordergrund, den sollen alle wieder finden. In der zweiten Saison wollen wir dann um den Aufstieg mitspielen. Alle, die Lust haben, mitzumachen, sind willkommen.“

FC Neu-Isenburg: Stefanie Riehl, Maren Bammbach, Denise Hock, Celina Gehrig, Vesna Taceva, Kim Lakic, Hannah Stuttmann, Sarnpreet Sandhu, Marlene Niebel, Katerina Kelefis, Patrizia Berardi, Alisha Wörz, Mara Grunwald, Mara Mimmo, Nina la Manna, Chantal Ritzel

Trainerin: Kathrin Schneider

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