Er pendelt zwischen Kaiserslautern und Dreieich

Innenverteidiger Joshua Smith: Das fehlende Puzzlestück

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„Die Bedingungen sind super, das Trainerteam ist weltklasse“, sagt Joshua Smith (links, im Duell mit Bad Vilbels Zoran Djordjevic). Der Abwehrspieler stand zuletzt beim amerikanischen MLS-Club New England Revolution unter Vertrag.

Dreieich - „Ich bin derzeit voll auf Fußball fokussiert“, sagt Joshua Smith. Und so pendelt er mehrfach die Woche zwischen seinem Heimat-ort Kaiserslautern und dem Sportgelände des SC Hessen Dreieich hin und her. Das sind pro Einheit rund 250 Kilometer. Von Patrick Leonhardt

Der 25-Jährige ist das letzte Puzzlestück, das dem Spitzenreiter der Fußball-Hessenliga gefehlt hat, um bestens gerüstet in die zweite Saisonhälfte zu starten. „Josh ist sehr robust und hat ein gutes Auge. Nicht umsonst hat er in der amerikanischen Profiliga MLS gespielt“, sagt SC Hessen-Trainer Rudi Bommer über den 1,92-Meter-Mann, der in der Innenverteidigung eingesetzt werden soll. Genau da, wo Julian Dudda verletzt fehlt und Denis Talijan nach langwieriger Verletzungspause noch Trainingsrückstand aufweist. Geboren in Fort Polk, Louisiana, kam Joshua Smith – der Vater ist US-Amerikaner, die Mutter Deutsche mit kroatischen Wurzeln – noch als Baby nach Deutschland. Mit anderen Kindern spielte er zunächst auf der US-Base in Wiesbaden, anschließend ging es in einen deutschen Kindergarten. Lange Zeit lebte Smith in Kaiserslautern, später in Karlsruhe. Bei der TSG Kaiserslautern lernte er das Fußballspielen, wechselte dann zum Karlsruher SC. Für den SC Idar-Oberstein war er später elfmal in der Regionalliga West am Ball.

Nach dem Abitur zog es Smith zurück in die USA, dort beendete er nach fünf Jahren erfolgreich sein BWL-Studium (Marketing und Business-Administration). Auf dem Platz stand er zuletzt beim MLS-Club New England Revolution. Allerdings verlängerte er seinen Vertrag beim amerikanischen Erstligisten nicht. „Die erste Liga in den USA ist super, aber alles darunter bringt mich nicht weiter. Ich wollte zurück nach Deutschland, auch wegen meiner Familie. Und Europa ist nun mal fußballerisch deutlich attraktiver als die USA“, sagt Smith.

Über einen Familienangehörigen entstand eher zufällig der Kontakt zum SC Hessen. „Ich kannte den Verein zuvor nicht, habe mich aber direkt informiert“, sagt der 25-Jährige. Rudi Bommer als Trainer, Charly Körbel im Vorstand – das hat Smith überzeugt. „Der Vorstand ist sehr gut besetzt, der Verein hat sich super entwickelt“, erklärt der Abwehrhüne, der nach einer schnellen Einigung mit dem Hessenligisten allerdings zwei Wochen lang die Füße stillhalten musste, ehe die Spielgenehmigung endlich vorlag.

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„Die Bedingungen hier sind super, das Trainerteam mit Rudi Bommer und Ralf Weber ist weltklasse“, schwärmt Smith, „da merkt man sofort, dass beide höherklassig gespielt und trainiert haben.“ Gleiches gilt für die Mannschaft: „Die haben zum Teil Regionalliga- oder Drittliga-Erfahrung. Das sind alles Jungs, die kicken können“, meint Smith und lobt den guten Zusammenhalt und die Teamqualität der Mannschaft. Persönlich will er sich beim SC Hessen „weiter entwickeln und von diesen Trainern möglichst viel mitnehmen. Ich setze mir kein Limit.“ Ganz klar: Er will seinen Teil dazu beitragen, dass der SC Hessen den Titel als Hessenmeister verteidigt und im Sommer in die Regionalliga Südwest aufsteigt.

Am Freitag (19.30 Uhr) steht für Dreieich mit dem Derby gegen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg das erste Pflichtspiel in diesem Jahr an. „Die Mannschaft ist heiß, hat ordentlich gearbeitet und wird alles geben, um das Heimspiel zu gewinnen“, blickt Smith voraus. Und ein Sieg gegen die Nulldreier wäre für ihn nicht nur ein gelungener Einstand, sondern auch ein schönes Geburtstagsgeschenk: Am Samstag wird Joshua Smith 26 Jahre alt.

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