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Fußball-Hessenpokal: „Bubble“ und Losentscheid kein Thema

Sasan Tabib, Vorsitzender des SV Pars Neu-Isenburg, könnte sich für das Losen erwärmen. 
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Sasan Tabib, Vorsitzender des SV Pars Neu-Isenburg, könnte sich für das Losen erwärmen. 

Der Hessische Fußball-Verband will den Teilnehmer am DFB-Pokal auf herkömmliche Weise ermitteln, obwohl das einige Probleme mit sich bringt. Die Spiele könnten frühestens Ende April beginnen.

Offenbach – Matthias Bausch ist derzeit nicht zu beneiden. Der stellvertretende Fußballwart des hessischen Verbandes (HFV) ist als Spielleiter für die Durchführung des Landespokals zuständig. Gerade die Fortsetzung des Cup-Wettbewerbs ist ihm ein Anliegen. „Schließlich wollen wir einen hessischen Vertreter im DFB-Pokal melden“, betont er. Lukrativ ist die Teilnahme zudem, auch wenn der Deutsche Fußball-Bund die Höhe der Antrittsgelder noch nicht kommuniziert hat.

2020/21 erhielt jeder Erstrunden-Teilnehmer 155 000 Euro. Davon gibt der Sieger des Hessenpokals vereinbarungsgemäß 40 000 Euro an die Klubs ab, die mindestens die zweite Runde des Hessenpokals bestreiten. So ist es möglich, jedem Klub der 2. Runde 500, des Achtelfinals 750, des Viertelfinals 1000, des Halbfinals 2000 auszuschütten. Dem Finalisten winken 3250 Euro. Der Haken: Aktuell sind keine Fans zugelassen, was die Einnahmen im Wettbewerb deutlich schmälert. Offen ist aber vor allem, wann die ausstehenden Runden ab dem Achtelfinale ausgetragen werden können. Bis 28. März ist der Corona-Lockdown durch die Politik ausgeweitet worden. Solange geht auch unter Anwendung der komplizierten Öffnungsszenarien nichts - zumindest für Amateure. Drittligist SV Wehen Wiesbaden sowie die Regionalligisten Kickers Offenbach (im Achtelfinale zu Gast beim Hessenligisten Hünfelder SV), FSV Frankfurt, TSV Steinbach Haiger (beim SV Pars Neu-Isenburg), KSV Hessen Kassel, FC Gießen, Eintracht Stadtallendorf und Bayern Alzenau trainieren zwar. Die übrigen Vereine aber sind seit November dazu verurteilt, ihren Spielern Trainingspläne für zuhause auszugeben.

„Sie brauchen also eine Vorlaufzeit“, betont Bausch. Nach dann mehr als vier Monaten Zwangspause schätzt er, dass die Klubs mindestens drei Wochen benötigen. Heißt: Vor Ende April gibt es Stand heute keine Pokalspiele. Und selbst dann wird es sportlich, die Runde durchzubekommen. Vor allem dann, wenn auch der Ligenbetrieb wieder starten sollte. Für die vier Hessenligisten würde das bedeuten, dass sie sieben Punktspiele bis zum 13. Juni zu absolvieren hätten, um wenigstens die Hinrunde zu beenden, dazu eben mindestens ein Hessenpokalspiel.

Für den 22. Mai hat der DFB den Finaltag der Amateure angesetzt, an dem er die Landespokalsieger fernsehformat-tauglich ermitteln lässt. Für Klubs wie Kickers Offenbach, die dann im Aufstiegsrennen in der Regionalliga stecken könnten, wäre das eine zusätzliche Herausforderung. Im Mai sind sechs Punktspiele angesetzt. Pikant: am 22. Mai, also am Finaltag der Amateure, das Duell beim FSV Frankfurt, auf den der OFC auch im Finale treffen könnte.

Alternative Austragungsmodelle gibt es laut Bausch nicht. „Ich bin kein Freund des Losens oder Bestimmens“, sagt er. Für das Losen könnte sich Sasan Tabib, Vorsitzender des SV Pars Neu-Isenburg, erwärmen. „Warum nicht“, sagt er: „Bevor gar nichts geht?“ Auch ein Turnier in einer Art „Bubble“ ist nicht angedacht. „Wir hoffen einfach, dass wir den Pokal spielen können“, sagt Bausch. (Von Jörg Moll)

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