Fußballkreis Offenbach

Dritter virtueller Stammtisch: Vereine spüren den Druck der Konkurrenz

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Kunst am Ball: So kann sie aussehen.

Der virtuelle Stammtisch hat sich bereits einen festen Platz im Terminkalender des Offenbacher Fußballkreises erobert.

Offenbach – Unter der Woche trafen sich zum dritten Mal Vertreter des Kreisfußballausschusses, des Hessischen Fußballverbandes und von Vereinen aus dem Kreisgebiet, um über die aktuelle Lage zu diskutieren. 30 Teilnehmer waren es dieses Mal in der Spitze, die sich knapp 90 Minuten lang austauschten.

Wichtigster Inhaltspunkt war dieses Mal die Empfehlung des Vorstandes des Hessischen Fußballverbandes für den Außerordentlichen Verbandstag, der am 13. oder 20. Juni stattfinden soll. Am vergangenen Samstag hatte der Verbandsvorstand seinen Delegierten empfohlen, für den sofortigen Saisonabbruch ohne Absteiger zu stimmen. Während die rund 400 Delegierten dieser Empfehlung mit größter Wahrscheinlichkeit folgen dürften, ist noch offen, was mit den Mannschaften auf den Aufstiegsrelegationsplätzen geschieht, die sich noch Hoffnungen machen, neben dem Meister ebenfalls aufsteigen zu dürfen.

Ein Gutachter muss hier zunächst einmal alle Möglichkeiten prüfen, ehe der Verband eine Entscheidung fällen kann. „Da gibt es noch keine Tendenz“, meinte Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner. „Wir auf Kreisebene können mit allen Szenarien leben, da sind wir sehr entspannt. Auf Verbandsebene ist es deutlich schwieriger.“ Vor allem in der Gruppenliga. So könnten in der kommenden Saison in dieser Liga 23 Mannschaften an den Start gehen, davon neun aus dem Kreis Offenbach. „Die vermehrte Anzahl an Absteigern aus der Gruppenliga würde dann aber auf mehrere Jahre verteilt“, erklärt Wagner.

Viel wichtiger ist dem Kreisfußballwart derzeit, „dass wir die Vereine am Leben erhalten und die Jungs wieder auf den Platz bringen.“ Die meisten Vereine haben trotz Freigabe aber noch nicht wieder mit dem Training begonnen, „weil wir uns diesen schweren Rucksack mit den vielen Vorgaben nicht aufsetzen wollen“, wie es Kevin Knust, Trainer des A1-Ligisten Squadra Azzurra, bezeichnet. Ähnlich ist es bei anderen Vereinen. Und die Fußballer, die bereits wieder auf dem Platz stehen, machen das vor allem, um die sozialen Kontakte zu pflegen. Sven Kittler, Vorsitzender der Sportfreunde Seligenstadt, sagt: „Wir beginnen nicht vor Pfingsten mit dem Training. Aber ich denke, wir werden den Platz zuvor für ein, zwei Einheiten öffnen, damit sich die Jungs mal wieder sehen.“

„Viele Vereine haben mit dem Training wieder angefangen, weil sie den Druck der anderen Vereine spüren“, stellt Jörg Wagner fest. Enttäuscht zeigte er sich mit Blick auf die Vereine, die die Coronakrise nutzen und verstärkt Spieler anderer Mannschaften – hinter dem Rücken des Heimatclubs – zu einem Probetraining einladen. „Das hat mit Fairness nichts zu tun und ist ein sehr grenzwertiges Verhalten“, ärgert sich der Kreisfußballwart. Ebenso, wie die Senioren bei Laune zu halten, ist es Wagner auch wichtig, die Jugend zum Fußball zu bekommen beziehungsweise beim Fußball zu halten. Der Hamburger Fußballverband bietet hierfür „Wettspiele in Kleingruppen“ an.

Eine tolle Möglichkeit, mit der sich Nachwuchsmannschaften im Wettbewerb messen können. Unter Aufsicht werden im Training Übungen absolviert und dafür Punkte verteilt, die anschließend mit den Ergebnissen anderer Mannschaften verglichen werden. Zudem ist ein neues Projekt unter dem Titel „Kunst am Ball – Ballkünstler“ geplant. Bis Ende der Sommerferien sollen junge Menschen die Chance bekommen, ihre Sportart künstlerisch darzustellen. Als gemaltes Bild für die ganz Kleinen bis hin zu Smilies, die aus Bällen bestehen. Die Ergebnisse sollen sogar in einer Ausstellung präsentiert werden.

leo

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