Viel Lob beim U13-Masters in Ober-Roden

Der große Traum von der Profikarriere

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Einen Schritt voraus: Der mit Nationalspielern gespickte türkische Klub Altinordu FK (blau-rote Trikots) im Spiel gegen Gastgeber TG Ober-Roden.

Ober-Roden - Hochklassig und international ging es beim U13-Junioren Masters der TG Ober-Roden zu. Neben dem Fußball-Nachwuchs mehrerer Bundesligisten traten Mannschaften aus dem Ausland an. Den Titel holte erneut die Frankfurter Eintracht. Von Sascha Eyßen 

Turnierorganisator Winfried Waldmann hatte unter anderem erneut eine Mannschaft von Altinordu FK aus Izmir nach Ober-Roden gelotst. Der Verein spielt mit seiner ersten Mannschaft in der zweithöchsten Liga. „So eine gute Jugendarbeit habe ich selten gesehen, die haben 35 Jugendnationalspieler“, zeigte sich Waldmann voll des Lobes über die türkischen Gäste, die er als „Talentschmiede Nummer eins“ der Türkei bezeichnet.

Ein Beispiel: Der 21-jährige Innenverteidiger Çaglar Söyüncü, der im März erstmals für die türkische A-Nationalmannschaft spielte, wechselte 2016 von Altinordu zum SC Freiburg und kam in der vergangenen Saison auf 24 Erstligaeinsätze. Von 25 Spielern des Profiteams stammen 16 aus der eigenen Jugend, berichtet Altinordus Betreuer Taygun Yavas. „Wir wollen unserer Jugend zeigen, auf welchem Stand der ausländische Fußball ist.“ Altinordu hat drei Fußballinternate in Izmir und ist mit seiner Fußballschule im ganzen Land vertreten. Das Traininsgelände umfasst acht Plätze. „In erster Linie wollen wir unsere Jugendspieler in der ersten Mannschaft etablieren und in die Süper Lig aufsteigen“, sagt Yavas. 15 der 150 festangestellten Mitarbeiter des Vereins arbeiten als Scouts.

Wie Spartak Trnava aus der Slowakei, die erst im Finale von Eintracht Frankfurt gestoppt wurden, war auch das Deutsche Fußball Internat Baid Aibling erstmals beim Turnier in Ober-Roden am Start. Das DFI will die drei Säulen. Schule, Sport und Persönlichkeitsentwicklung in Einklang bringen. Das Internat gibt es seit sechs Jahren, seit fünf Jahren nimmt man als Verein am Spielbetrieb teil. Von den 200 Schülern besuchen 95 das Internat. Der weitaus größte Teil sind Fußballer, es gibt aber auch andere Sportarten wie Basketball oder Eishockey. Die Schüler wechseln im höheren Jugendbereich häufig zu anderen Vereinen. „Ziel sind die Münchner Vereine. Letztes Jahr sind nach der U15 von uns acht Spieler zu Nachwuchsleistungszentren gewechselt, vier davon zum FC Bayern“, berichtet Hans Haslreiter, einer von 14 hauptamtlichen Trainern.

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Medienschulungen haben die jungen Kicker noch nicht absolviert, auch deshalb fielen die Antworten der Spieler von Eintracht Frankfurt nach dem souveränen Turniersieg knapp aus. Natürlich sei er mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden, meinte Josien Nathaniel, der mit neun Treffern Torschützenkönig wurde. Sein großer Traum ist es, Profi zu werden, egal ob bei der Eintracht oder bei einem anderen Verein. Die Schule sei aber auch sehr wichtig.

Nathaniel traf auch beim 3:0-Finalsieg gegen Trnava doppelt. Frankfurt war mit der U13 der kommenden Saison in Ober-Roden angetreten. „Das war ein guter Einstand, eine einwandfreie Leistung unserer Mannschaft“, freute sich Trainer Emir Haskic. „Ich habe lange nicht mehr so ein gut organisiertes Turnier erleben dürfen, auch das Teilnehmerfeld war sehr gut.“ Die U13 der Eintracht bestreitet keine Pflichtspiele, misst sich in Freundschaftsspielen mit anderen Nachwuchsleistungszentren und bei Turnieren.

Die Eintracht-Spieler wurden bei der Siegerehrung unter anderem von OFC-Profi Serkan Firat, der in der Jugend für die TG Ober-Roden spielte, ausgezeichnet. Zum besten Spieler des Turniers wurde Martin Repa von Spartak Trnava gewählt. Die Eintracht hatte ihre Gruppe mit vier Siegen aus vier Spielen gewonnen. Im Halbfinale gab es ein 1:0 gegen Darmstadt 98. Die „Lilien“ gewannen das Spiel um Platz drei gegen die Stuttgarter Kickers mit 2:0. Die Offenbacher Kickers belegten den siebten Platz, der OFC gewann sein Platzierungsspiel gegen das DFI Bad Aibling mit 1:0. In der Gruppe B war der OFC als Vierter sieglos geblieben.

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