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Gruppenliga: „Ohne Braus wärt Ihr gar nicht hier“

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Von: Christian Düncher

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Gefeierter Torjäger: Benjamin Braus (vorne) hatte großen Anteil am erstmaligen Aufstieg der DJK Sparta Bürgel in die Gruppenliga, erzielte unter anderem beide Treffer zum 2:1 im entscheidenden Spiel gegen Teutonia Hausen.
Gefeierter Torjäger: Benjamin Braus (vorne) hatte großen Anteil am erstmaligen Aufstieg der DJK Sparta Bürgel in die Gruppenliga, erzielte unter anderem beide Treffer zum 2:1 im entscheidenden Spiel gegen Teutonia Hausen. © A2

Torjäger Benni Braus strebt in der Fußball-Gruppenliga mit Neuling DJK Sparta Bürgel einen einstelligen Platz an. Man habe noch „Asse im Ärmel“, sagt der Kult-Kicker.

Offenbach – In den Fußballkreisen Offenbach, Hanau sowie Dieburg gilt Benjamin Braus längst als Kult-Kicker, aber auch auf Mallorca erfreute sich der Angreifer der DJK Sparta Bürgel zumindest in einem bekannten Großraum-Lokal kurzzeitig einer gewissen Bekanntheit. Bei der Saisonabschlussfahrt, die auch Meisterfeier war, trafen die Fußballer aus dem Offenbacher Stadtteil nämlich auf den bisherigen Ligarivalen Susgo Offenthal. „Die haben dann ‘Ohne Braus wärt ihr gar nicht hier’ gesungen“, berichtet der 29-Jährige grinsend. „Und ich musste jedes Mal ein ausgeben.“

Insgesamt sei es ein sehr anstrengender Kurztrip gewesen, sagt Braus. „Das hat schon ganz schön an der Substanz gezehrt.“ Nach dem 2:1-Erfolg im letzten und entscheidenden Saisonspiel gegen den FC Teutonia Hausen habe man „die Nacht durchgemacht“ und sei um acht Uhr morgens in den Flieger gestiegen. Weil es keinen Direktflug gab, ging die Reise über Wien. Es waren vier intensive Tage. „Aber jetzt sind wir bereit“, freut sich Braus auf den Rundenbeginn am Sonntag (15.30 Uhr) mit der Partie gegen den SV Ranstadt. „Wir gehen in die Partie, um drei Punkte zu holen, zumal es für die Sparta das erste Gruppenligaspiel in der Vereinsgeschichte ist - und das auch noch zu Hause.“

Zu verdanken hat der Klub dieses für ihn historische Ereignis zu einem großen Teil seinem Torjäger. Die Susgo hatte mit ihrem „Ohne Braus wärt Ihr gar nicht hier“ keineswegs unrecht. 52 Treffer erzielte er vergangene Saison in der Kreisoberliga (Ligabestwert), zwei davon im finalen Gipfeltreffen mit Hausen. Eine Klasse weiter oben wäre er schon mit 25 zufrieden. „Das ist mein persönliches Ziel. Es wird schwerer, für uns alle. Wir werden nicht mehr oft gewinnen, haben aber eine gute Mannschaft. Ein einstelliger Platz ist realistisch.“

Braus kann es beurteilen. Er hat schon in der Gruppenliga gespielt („Zweimal, ich wurde jeweils Meister - mit KV Mühlheim und 1960 Hanau“), kickte zu seinen Glanzzeiten sogar in der Hessenliga. „Das Spiel in der Gruppenliga ist mehr von Taktik geprägt. Und die Mannschaften haben mehr Spieler mit hoher Qualität, in der Kreisoberliga hat jedes Team davon maximal drei.“

Auch in mentaler Hinsicht sei die Gruppenliga für Bürgel eine große Herausforderung. „Wir haben ein Jahr lang fast jedes Spiel gewonnen, müssen erst wieder lernen, Niederlagen zu verkraften“, weiß Braus. Und noch etwas ist anders. „Im Gegensatz zur Kreisoberliga werden die Spiele von einem Schiedsrichter-Gespann geleitet. Da gucken also drei Leute hin. Das kann für mich nur von Vorteil sein. Als stämmiger Stoßstürmer bekam ich in der Kreisoberliga schon ein paar Mal auf die Socken.“

Zum Auftakt wird die Bürgeler Mannschaft noch nicht komplett sein. Braus deutet weitere Zugänge an („Wir haben noch ein, zwei Asse im Ärmel“), zudem fehlen einige Akteure urlaubsbedingt. Die „Tormaschine“ wird jedoch dabei sein, kehrt heute aus der Türkei zurück: „Das lasse ich mir nicht entgehen.“

Dass Braus erst kurz vor dem Spiel hinzustößt, ist keine Ausnahme. Der Familienvater (verlobt, drei Kinder) arbeitet als Selbstständiger im Bereich Catering, hat zudem einen Imbiss und einen Foodtruck. „Ich war vorher beruflich ein Überlebenskünstler, habe alles mögliche gemacht, auch im Restaurant“, erzählt er. Mit seinem Imbiss-Mobil hatte er vor allem im Mai an den Wochenenden einiges zu tun, mitten in der entscheidenden Saisonphase. „Ich bin zu jedem Spiel kurz vor dem Anpfiff gekommen. Der Verein hat es so akzeptiert. Ich finde es schön, dass mir auf diese Weise der Rücken gestärkt wurden.“ Braus zahlte es mit insgesamt 52 Saisontoren zurück.

Von Christian Düncher

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