Gute Defensive mit stärkerer Offensive

Erfahrene 03er wollen Chance auf Hessenliga nutzen

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Den Ball und die Hessenliga im Blick, den Gegner direkt neben sich. Der Neu-Isenburger Yannik Seith (links) gegen den Bad Homburger Rene Krieg.

Neu-Isenburg - Ober-Roden, Bad Vilbel, Ginsheim, Neu-Isenburg: Das Führungsquartett der Fußball-Verbandsliga Süd liegt eng beisammen.  Von Daniel Schmitt

„Aus diesen vier Mannschaften gibt es einen Meister und einen Zweiten. Ansonsten wird niemand mehr ins Aufstiegsrennen eingreifen“, ist sich Peter Hoffmann, Trainer der Spvgg. 03 Neu-Isenburg, sicher. Die 03er haben durchaus eine große Chance, die Spielzeit auf einem der begehrten ersten beiden Plätze abzuschließen. Derzeit ist die Spielvereinigung mit 38 Punkten zwar nur Tabellenvierter, hat aber auch eine Partie weniger ausgetragen als die besser platzierten Teams aus Bad Vilbel und Ginsheim (beide 40 Punkte). Ein weiterer Dreier und schon stünden die Hugenottenstädter mindestens auf Rang zwei. „Wir sind mit unserer Runde bislang sehr zufrieden“, sagt Hoffmann.

Schon vor der Runde wurde die Hoffmann-Elf als Hauptkonkurrent des aktuellen Tabellenführers aus Ober-Roden gehandelt. Zur Winterpause hat sich daran nichts geändert. Zumal die 03er schon mehrere Ausrufezeichen gesetzt haben. Einige Beispiele: 4:1 gegen Urberach, 5:1 gegen Bruchköbel, 6:3 gegen Kickers Offenbach II. Die wohl beste Leistung zeigte die Spielvereinigung am vierten Spieltag, als sie im direkten Duell gegen Ober-Roden den Rasen verdient mit 4:1 als Sieger verließ.

„Die Entwicklung der Mannschaft im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist positiv“, sagt Hoffmann und benennt selbst den auffälligsten Punkt: „Bei uns war immer etwas los, wir haben viele Tore geschossen.“ 48 sind es derzeit, das ist der beste Wert der Liga. Schon zur Winterpause haben die Hoffmann-Schützlinge damit ihre Vorjahresmarke am Saisonende von 47 Toren übertroffen. Der Grund: eine offensivere Spielweise. Zwar setzt Hoffmann auch in seiner 13. Saison als 03er-Trainer auf eine geordnete Defensive, insgesamt hat sich das Spiel aber deutlich weiter nach vorne verschoben. Mehr Pressing, weniger Mauern. Mehr Ballbesitz, weniger Konterfußball. Mehr Kurzpassspiel, weniger lange Pässe. Auch alte Stärken sind dabei erhalten geblieben. Vor allem im Kopfballspiel macht den Neu-Isenburgern in der Liga niemand etwas vor.

Neu-Isenburg gewinnt Spitzenspiel gegen Ober-Roden

Die wohl größte Stärke im Vergleich zur Konkurrenz ist jedoch eine ganz andere: die Erfahrung. In Marco Betz, Mario Rhein, Henrik Nedwied, Mario Marx, Dennis Weiland oder Yannik Seith haben die 03er mehrere Spieler in ihren Reihen, die auf die 30 Jahre zugehen oder diese sogar schon überschritten haben. „Unsere Mischung scheint dieses Jahr gut zu passen. Wir haben einen hervorragenden Teamgeist. Außerdem ist es für einige Spieler wohl die letzte Chance, in die Hessenliga aufzusteigen. Das motiviert.“

Dass Hoffmann überhaupt die Hessenliga als Ziel ausgibt, ist ungewohnt in Neu-Isenburg. Der Verein fühlte sich in den vergangenen Jahren in der Verbandsliga Süd perfekt aufgehoben. Ein Aufstieg war nicht nur sportlich, sondern vor allem finanziell weit entfernt. Das hat sich geändert. Quantensprünge wie beim finanzstarken Nachbarn Hessen Dreieich sind zwar nicht denkbar, Schritt für Schritt dürfte der Klub in den vergangenen Jahren das Budget aber doch erhöht haben. Über Geld will Hoffmann freilich nicht sprechen, er erklärt die verbesserte Ausgangslage aber wie folgt: „Der Verein würde den Aufstieg auf jeden Fall mitmachen. Mir ist aber auch klar, dass ich dann nicht fünf oder sechs neue, gestandene Hessenligaspieler verpflichten könnte.“

Über die Hessenliga nachzudenken, sei sowieso noch viel zu früh. „Das machen wir Ende Mai, wenn es soweit ist“, sagt Hoffmann. Die erste Bewährungsprobe erwartet die Neu-Isenburger direkt im ersten Ligaspiel. Am 28. Februar gastiert die Spielvereinigung beim Ligaprimus TS Ober-Roden.

Lazar Kacarevic kehrt zurück

Nach einem halben Jahr ohne Verein kehrt Torhüter Lazar Kacarevic zum Fußball-Verbandsligisten Spvgg. 03 Neu-Isenburg zurück. Ob der 30-Jährige wieder die Nummer eins wird, lässt Trainer Peter Hoffmann offen: „Wir müssen abwarten, in welcher Verfassung er ist“, sagte er. Zudem habe Stammtorhüter Andreas Rudolf eine „sehr gute Hinserie“ gespielt. Die bisherige Nummer zwei, Nicolas Läpple, wechselt nach Kalbach.

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