Fußball-Gruppenliga

Türk Gücü Hanau will mit breiterem Kader oben angreifen

Den Ball und höhere Tabellenregionen im Blick. Türk Gücü mit Justin Netzband (rechts), hier im Zweikampf mit Bruchköbels Dorian Joachim Ahouandjinou, will den Vorsprung der 93er und des SC 1960 in der Stadt Hanau nicht zu groß werden lassen. Foto: scheiber
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Den Ball und höhere Tabellenregionen im Blick. Türk Gücü mit Justin Netzband (rechts), hier im Zweikampf mit Bruchköbels Dorian Joachim Ahouandjinou, will den Vorsprung der 93er und des SC 1960 in der Stadt Hanau nicht zu groß werden lassen.

Türk Gücü Hanau hat sich viel vorgenommen. Die beiden Topclubs der Stadt sollen sportlich nicht davonziehen.

Hanau – Die aktuelle Saison in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost ist für Türk Gücü Hanau keine einfache gewesen. Der bevorstehende Abbruch würde dem Team von Spielertrainer Tim Müller jedoch den Ligaerhalt sichern. 

In der Tabelle der Mitte März wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie unterbrochenen Runde nimmt Türk Gücü nur den viertletzten Platz ein. Ohne Corona hätte den Hanauern wahrscheinlich ein knüppelharter Abstiegskampf bevorgestanden. Müller bedauert den Abbruch dennoch: „Ich hätte den Klassenerhalt lieber sportlich geschafft, wir hatten uns in der Winterpause einiges vorgenommen. “ Virtuell ist er mit seinen Jungs in der nun fast zehnwöchigen Zwangspause in Kontakt geblieben, einmal wöchentlich hat er in einer Zoom-Konferenz über einen Fitnesstrainer Übungen für seine Spieler angeboten. Müller weiß jedoch, dass dies kein Ersatz für den gewohnten und regelmäßigen Trainings- und Wettkampfbetrieb ist. „Die Kabine fehlt, die Gespräche und Kontakte. Per Videobotschaft entsteht einfach nie diese starke Bindung zueinander, die man im Mannschaftssport braucht“, betont der 32-Jährige.

Müller hat dem Verein für die neue Runde zugesagt und bastelt derzeit akribisch mit den Verantwortlichen am künftigen Kader. Das Ziel ist klar formuliert: Die neue Saison soll besser laufen als die aktuelle. „Ich habe schon vor der jetzigen Runde gesagt, dass wir vor einer schweren Runde stehen und vorsichtig nur den Klassenerhalt als Ziel genannt. In der dritten Saison unter meiner Regie wollen wir aber wieder weiter vorne landen. Wir möchten uns als dritte Kraft in Hanau etablieren und wollen den Vorsprung von Hanau 93 und dem SC 1960 nicht zu groß werden lassen.“ Auch die beiden ranghöchsten Teams der Stadt würden vom Corona-Abbruch profitieren. Hessenliga-Aufsteiger Hanau 93 hätte den Klassenerhalt in der Tasche, der HSC darf eventuell als Tabellenzweiter der Verbandsliga Süd in die höchste Amateurspielklasse des Bundeslandes aufrücken. Vom Aufstieg in die Verbandsliga Süd wird bei Türk Gücü Hanau nicht offiziell geredet, reizvoll wäre der nächste sportliche Schritt aber schon.

Zu- und Abgänge wird es einige geben, doch was die Namen potenzieller Verstärkungen betrifft, hält sich Tim Müller noch bedeckt. „Wir wollen zunächst mal den Verbandstag abwarten und danach die Zusagen fixieren“, berichtet der Spielertrainer. Wachsen soll auch das Team hinter dem Team, für den Spielausschuss sollen zusätzliche Personen gewonnen werden.

Den Kader wollen die Hanauer etwas breiter aufstellen. Nicht nur Müller befürchtet eine Mammutsaison. „Wenn die Tabellenzweiten der Kreisoberligen aufsteigen dürfen, wären ja 23 Teams in der Liga, das wäre der Hammer. Wir brauchen daher definitiv ein paar Spieler mehr, um für die anstehenden Aufgaben gerüstet zu sein.“

Den Verband nimmt Tim Müller in der schweren Corona-Zeit ausdrücklich in Schutz, er weiß um die unterschiedlich gelagerten Interessen der Vereine. Sollte die Liga wirklich aufgebläht werden, wäre das für ihn kein Drama. „Man kann es in solch einer Situation nicht allen Clubs recht machen. Doch wenn die Vereine es rechtzeitig wissen, können sich ja alle auf eine Saison mit mehr Spielen einstellen. Im Süden Hessens gibt es viele Kunstrasenplätze, da spielt man eben mal bis Mitte Dezember und geht dann erst in eine kurze Winterpause“, sagt Müller.

Die Vorfreude auf die neue Saison ist groß bei Türk Gücü, Spieler und Verantwortliche des 1979 gegründeten Vereins sehnen die Tag herbei, wenn an der Rudi-Völler-Sportanlage in Hanau-Lamboy wieder ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb möglich sein wird.

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