SC 1960 Hanau gegen HSC

Verbandsliga-Derby: Gespräch mit Benjamin Braus

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Einst Kapitän bei 1960, am Sonntag Derbyzuschauer: Benjamin Braus.

Zu Beginn der Saison zählte Benjamin Braus (25) zu den Leistungsträgern beim Fußball-Verbandsligisten SC 1960 Hanau. Inmitten des Aufstiegskampfs setzte der HSC seinen ehemaligen Kapitän kurz vor Beginn der Restrunde überraschend vor die Tür.

Hanau/Babenhausen - Der robuste Defensivspieler hielt sich beim Nachbarvereins Hanau 93 fit. Am Sonntag treffen die beiden Hanauer Verbandsligisten aufeinander - und Braus will als Zuschauer dabei sein.

Sie wechseln zur kommenden Saison zum designierten Gruppenliga-Aufsteiger SG Langstadt/Babenhausen. Wie kommt das?

Trainer Mario Moretti ist ein guter Bekannter von mir. Wir haben immer mal über einen Wechsel geredet. Jetzt hat es geklappt. Der Verein hat Ambitionen und das vorlegte Konzept mir gefallen. Die Nähe zu meinem Wohnort Dieburg hat natürlich auch eine Rolle gespielt. Es gab auch gute Gespräche mit Rot-Weiß Walldorf und ich hätte dort fast zugesagt. Hessenliga hätte mich schon nochmal gereizt. Ich freue mich auf die neue Aufgabe in Langstadt.

Nach Ihrer Suspendierung bei 1960 Hanau haben Sie sich bei Hanau 93 fitgehalten. War ein Wechsel zum HFC keine Option?

Klar. Das wäre eine Option gewesen. Ich wurde von den Trainern, Spielern und Verantwortlichen dort super aufgenommen. Ich wollte bezüglich der neuen Saison nicht so lange auf das passende Angebot warten und habe mich daher für einen Wechsel nach Langstadt entschieden. Von Hanau 93 gab es kein klares Zeichen an mich.

Mit etlichem Abstand: Können Sie Ihr Aus beim SC 1960 Hanau mittlerweile nachvollziehen?

Nein, das immer noch nicht, doch ich verschwende keinen Gedanken mehr daran. Ich hatte beim SC 1960 auch schöne Zeiten - und die werde ich in Erinnerung behalten.

Beide Hanauer Teams haben in der zweiten Jahreshälfte Probleme und drohen ihre Saisonziele zu verpassen.

Ich finde die sportliche Entwicklung seit der Winterpause sehr schade. Es wäre toll gewesen, wenn beide Vereine in die Hessenliga aufgestiegen wären. So wird es höchstens ein Verein sein. Besonders für die Jungs von Hanau 93 tut es mir sehr leid, ich habe ja zuletzt gesehen, wie hart sie im Training für den Erfolg arbeiten. Ich bin aber sehr optimistisch, dass sich Hanau 93 in der Aufstiegsrunde durchsetzen wird.“

Werden Sie sich am Sonntag das Spiel vor Ort anschauen und wem drücken Sie die Daumen?

Ich hatte es vor, sofern es familiär und zeitlich passt. Die Daumen möchte ich für niemanden drücken. Von der Konstellation ist Hanau 93 sicherlich leicht im Vorteil. Der Trainerwechsel könnte sich positiv auswirken.

Wer hat mittelfristig das größere Potenzial für die Hessenliga?

Ich glaube, über kurz oder lang wird sich eine klare Nummer eins in der Stadt herauskristallisieren. Ich möchte aber keine Prognose abgeben, wer das sein wird.

Das Gespräch führte Frank Schneider

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