Dieburger feiern Aufstieg in Gruppenliga

Torsten Schnitzer erlöst Hassia

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1000 Zuschauer, davon 600 auf der Haupttribüne, sahen das 1:0 des SC Hassia Dieburg über den VfR Groß-Gerau. Die Blau-Weißen vom Wolfgangshäuschen sind durch einen Last-Minute-Treffer nach sechs Jahren zurück in der Gruppenliga.

Dieburg - Nach sechs Jahren ist es soweit: Der SC Hassia kickt durch den Sieg über den VfR Groß-Gerau künftig wieder in der Gruppenliga. Zum Erfolg führte ein Mecker-Freistoß – in der letzten Minute. Von Jens Dörr 

Der SC Hassia Dieburg ist nach sechs Jahren zurück in der Fußball-Gruppenliga Darmstadt: Durch ein 1:0 (0:0) über den VfR Groß-Gerau sicherte sich die Blau-Weißen vom Wolfgangshäuschen nach fünf Spielzeiten in der Kreisoberliga und sogar einem Jahr in der Kreisliga A den Aufstieg in die siebthöchste Spielebene. 1000 Zuschauer, darunter allein 600 auf der Haupttribüne, sahen am Samstagnachmittag ein über weite Strecken schwaches Spiel, das aber durch seine große Spannung und sein hochdramatisches – und aus Dieburger Sicht höchst erfreuliches – Finale entschädigte.

Die Geschichte des Spiels muss vom Ende her erzählt werden. Die 90. Minute war gerade angebrochen, kaum noch jemand setzte zu dieser Zeit einen Pfifferling auf die Hassia. Die hatte Mitte der zweiten Halbzeit erfahren, dass die eine halbe Stunde früher angetretene SG Unter-Abtsteinach den Aufstieg in die Verbandsliga Süd durch eine 1:2-Niederlage bei Rot-Weiß Frankfurt verpasst hatte. Somit stand vor Anbruch der Schlussphase in Dieburg fest, dass der Sportclub gewinnen musste, um aufzusteigen – Groß-Gerau wiederum hätte ein Remis gereicht.

Es lief also die 90. Minute, da brachte Dieburgs Torsten Schnitzer in seiner letzten Partie als Spielertrainer der Hassia (Nachfolger werden Robin Schnitzer und Stefan Fäth, Torsten Schnitzer bleibt als Spieler erhalten) einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum der Gäste, die in der Schlussphase ihren Vorsprung nur noch verwalteten. Der Ball wurde aus dem VfR-Strafraum geklärt und ins Mittelfeld geschlagen – da ertönte der Pfiff des ebenso streng auftretenden wie souverän pfeifenden Schiedsrichters Alexander Hauser (Waldbrunn). Hauser zeigte einem Groß-Gerauer Spieler, der ihn verbal offenbar angegangen war, die Gelbe Karte und sprach der Hassia einen indirekten Freistoß an jener Stelle zu, wo der Groß-Gerauer bei seinem allzu heftigen Reklamieren gestanden hatte – selten zu sehen, aber regelkonform. Glück für Dieburg dabei, dass sich der Tatort 20 Meter zentral vor dem VfR-Tor befand: Pierre Kampka tippte den Ball an, Torsten Schnitzer schlenzte ihn ins rechte Eck – der Rest war Ekstase. Die fünfminütige Nachspielzeit meisterten die Gastgeber mit Befreiungsschlägen, ehe alle Dämme brachen.

Bilder: Hassia Dieburg feiert Aufstieg

Nach einem Happy End für Dieburg – bei Groß-Gerau herrschte derweil Tristesse, beim Freistoß-Verursacher flossen noch eine halbe Stunde nach Abpfiff die Tränen über die eigene Unbeherrschtheit – hatte es 89 Minuten lang jedoch nicht ausgesehen. In einer Begegnung ohne klare Torchancen war Groß-Gerau die etwas bessere von zwei nervösen, zu langsam und ungenau agierenden Mannschaften. Beide Abwehrreihen hatten alles im Griff, zwei verletzungsbedingte Auswechslungen (ein Groß-Gerauer brach sich nach vier Minuten die Nase, bei Dieburg musste Robin Schnitzer nach einer halben Stunde mit einer Oberschenkelzerrung raus) und die engagierten Durchsagen von Stadionsprecher Thomas Gelfort bildeten die Höhepunkte. In der letzten halben Stunde entfachte Dieburg etwas mehr Druck und besaß durch einen Kopfball des eingewechselten Ouissam Hamdi (82.) die beste Chance. Dann traf Schnitzer vor der Dieburger Rekordkulisse der vergangenen Jahrzehnte ins Glück.

SC Hassia: Ludwig - B. Kampka, Türkgülsün, Machado, Jakob - Böttler, Karaca, Durmus, R. Schnitzer - P. Kampka, T. Schnitzer (Trninic, Hamdi, Cansever)

Bilder: Hassia Dieburg gewinnt in Birkenau

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