Höchststrafe: 36 Monate gesperrt

Offenbach ‐ Mit der längsten Sperre, die im Hessischen Fußball-Verband (HFV) möglich ist, hat das Kreissportgericht Offenbach die Tätlichkeit eines Fußballers bei einem B-Liga-Spiel geahndet. Von Rolf Joachim Rebell

Großes Aufsehen hatte am 6. September der Spielabbruch in der Fußball-Kreisliga B Offenbach Ost zwischen Türk. SV Seligenstadt und SG Germania Steinheim erregt.

In diesem Spiel wurde Steinheims damaliger Trainer Klaus Bachmaier schwer verletzt. Er musste mit einem dreifachen Rippenbruch und einer Verletzung der Lunge für mehr als eine Woche stationär im Krankenhaus behandelt werden. Ausgangspunkt der Tätlichkeit war eine offenbar strittige Entscheidung der Steinheimer Linienrichterin, der Tochter von Klaus Bachmaier. Der Seligenstädter Spieler Marco Wurzel hatte sie nach einem Wortgefecht geohrfeigt. Ihr Vater erboste sich darüber und wurde daraufhin vom Seligenstädter Spielertrainer Thorsten Wurzel durch einen Tritt in den Rücken schwer verletzt.

Die Verhandlung vor dem Kreissportgericht fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Leitung von Jörg Wagner statt. Der Hessische Fußballverband hatte in Thorsten Bastian, Vizepräsident für Recht und Satzung, einen Beobachter geschickt. In der Verhandlung verurteilte das Sportgericht den damaligen Seligenstädter Spielertrainer Thorsten Wurzel für seinen Angriff gegen Bachmaier zur Höchststrafe - 36 Monate Sperre. „Thorsten Wurzel ist rücksichtslos in den Rücken von Klaus Bachmaier gesprungen, hat dabei eine Verletzung billigend in Kauf genommen. Daher haben wir ihn mit der Höchststrafe belegt“, sagte Wagner nach der Verhandlung.

Wurzels Bruder Marco wurde wegen des Angriffs auf die Linienrichterin zehn Spiele gesperrt. Die Begegnung wird mit 3:0 Toren und drei Punkten für die SG Germania Steinheim gewertet. Der Verein Türk. SV Seligenstadt wird zusätzlich mit einem Abzug von drei Punkten und einer Geldbuße von 100 Euro bestraft. „Wir haben das Verschulden des Vereins als sehr gering erachtet und sind daher im Rahmen der Mindestbestrafung geblieben“, sagt Jörg Wagner.

Ich möchte noch einmal mein Bedauern für die Geschehnisse aussprechen und Klaus Bachmaier und seiner Tochter gute Genesung wünschen“, sagte Faruk Birsözü, Vorsitzender des Türk. SV Seligenstadt, der betonte, dass der Verein den Spielabbruch nicht verhindern konnte. „So schnell konnte kein Verantwortlicher von uns reagieren und die Angriffe verhindern.“

Ähnlich äußerte sich Björn Herbert, Spielausschussorsitzender der SG Germania Steinheim. „Kein Vorwurf an den Verein Türk. SV Seligenstadt. Die Verantwortlichen haben sich auch in der Woche nach dem Vorfall sehr bemüht.“

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