JUGENDFUSSBALL

Jubel bei FC Langen, JSK Rodgau und SG Rosenhöhe

Alle Meister dürfen aufsteigen  - Offenbacher Antrag findet große Zustimmung

Grünberg - Überraschende Kehrtwende im Jugendbereich: Nach einem Beschluss des außerordentlichen HFV-Verbandstags dürfen nun doch alle ermittelten Meister der abgebrochenen Jugendfußballsaison 2019/20 ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen. Ein flammender Appell von Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner für den Fairplay-Gedanken und weitere klug vorgetragene Wortbeiträge von Delegierten hatten die vom Jugendbeirat ausgearbeitete Beschlussvorlage, nach der die Aufsteiger mittels virtueller Aufstiegsspiele nach einer Quotienten-Regel ermittelt werden sollten, zum Kippen gebracht. Die Delegierten entschieden sich überraschend mit 192:91 Stimmen gegen die Empfehlung des Verbandes. Wagner hatte mit der Unterstützung seiner Kreisfußballwart-Kollegen aus den Kreisen Hochtaunus, Gelnhausen und Büdingen den Antrag gestellt, alle Meister aufsteigen zu lassen - und die Delegierten stimmten zu.

Ein Beispiel: Im der Saison 2018/2019 spielten die sieben Meister der Kreisligen Offenbach, Büdingen, Frankfurt, Gelnhausen, Hanau, Friedberg und Hochtaunus drei Aufsteiger in die Gruppenliga aus. Nun sollte nur der nach der Quotienten-Regelung beste Meister aufsteigen. Doch das hat in den Augen der Vertreter aus dem Kreis Offenbach nichts mit Fairness zu tun, dementsprechend wurde der Antrag ausgearbeitet, dass alle Meister aufsteigen dürfen. „Wie soll ich denn Jugendfußballern erklären, dass sie im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht aufsteigen dürfen, obwohl sie alle Punktspiele gewonnen haben“, meinte Pedram Navidi vom FC Langen. Knackpunkt der Diskussion war die Tatsache, dass in manchen Fällen bei gleichen Quotienten das bessere Torverhältnis entscheiden würde. „Man kann doch keine Mannschaften bestrafen, weil sie Fairplay an den Tag gelegt haben, indem sie bei überlegen geführten Spielen nicht darauf aus waren, den Gegner 20:0 zu besiegen“, betonte Wagner. Obwohl der Verbandsjugendausschuss um den Vorsitzenden Carsten Well die Größe der Ligen in der neuen Saison als Gegenargument ins Feld führte, unterstützte die Mehrheit der Delegierten den Antrag der vier Kreisfußballwarte aus dem Bezirks Frankfurt. „Von der großen Mehrheit waren wir sehr überrascht“, meinte Offenbachs Kreisjugendwartin Vanessa Körper, „da haben wir scheinbar sehr gut argumentiert.“ Auch Hanaus Kreisfußballwart Dirk Vereeken begrüßte das Umdenken. „Für die Jugend ist das die fairste Lösung.“ Von den Meistern der älteren Jahrgänge aus dem Kreis Offenbach wäre sonst nur die C-Jugend der Kickers Viktoria Mühlheim in die Gruppenliga aufgestiegen. Den übrigen Kreisliga-Meistern 1. FC Langen (A-Junioren), JSG Rodgau II (B-Junioren) und SG Rosenhöhe (D-Junioren) wäre der Aufstieg verwehrt geblieben. Nun dürfen auch sie jubeln.  (fs/leo?

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