Fußball Verbandsliga

03er gewinnen 3:2 – Sportgericht setzt Spiel des SC 1960 ab

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Im Regen auf dem Neu-Isenburger Kunstrasen. Paul Schellhorn (links) gewann mit den 03ern 3:2 gegen Viktoria Urberach mit Michele Piarulli. Die Gäste hatten zur Pause noch mit 2:0 geführt. 

Skandal um den SC 1960 Hanau, Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga Süd: Das Sportgericht der Verbandsligen setzte die für Sonntag terminierte Partie der Grimmstädter gegen den SV der Bosnier Frankfurt kurzfristig ab.

Offenbach – Das Sportgericht verhängte gegen den Tabellenführer ein vorläufiges Spielverbot, nachdem der Schiedsrichter nach der Partie der Hanauer in Wald-Michelbach (0:4) angegeben hatte, von einem Zuschauer geschlagen worden zu sein, der eindeutig dem SC 1960 zuzuordnen sei. Die Wertung der Partie gegen die Bosnier ist noch offen, der stellvertretende Präsident des Hessischen Fußballverbandes, Thorsten Becker, kündigte eine zeitnahe mündliche Verhandlung an.

Fußball gespielt wurde aber auch. Viktoria Urberach unterlag bei der Spvgg. 03 Neu-Isenburg nach einer 2:0-Pausenführung noch mit 2:3 und überwintert damit trotz guter Leistungen in den vergangenen Wochen auf einem Abstiegsplatz. Im Unterschied zum JSK Rodgau, der das Aufsteigerduell gegen den VfB Ginsheim II klar mit 4:0 zu seinen Gunsten entschied. Die TS Ober-Roden und Rot-Weiss Frankfurt trennen sich 0:0.

Spvgg. 03 Neu-Isenburg - Viktoria Urberach 3:2 (0:2). Urberach spielte eine sehr starke erste Hälfte und legte durch Mehmet Yildirim (16.) und Jörn Kohl (18.) binnen weniger Sekunden eine 2:0-Führung vor. „Wir hätten auch mit einem 3:0 in die Pause gehen können. Dann aber haben wir zwei Gänge runter- und die 03er zwei Gänge hochgeschaltet. Das darf nicht passieren. Neu-Isenburg war nach der Pause permanent am Drücker, ein Remis wäre insgesamt dennoch gerecht gewesen“, sagte Urberachs Trainer Jens Wöll. Ähnlich sah es Nick Janovsky: „Wir sind ganz gut reingekommen, ab Minuten sieben, acht aber dominiert Urberach. Die erste Hälfte ging ganz klar an die Viktoria, da hätte es auch 0:3 stehen können“, sagte der Neu-Isenburger Trainer, der bei seinen Wechseln ein glückliches Händchen bewies. Die eingewechselten Dejan Djordjevic und Erik Kraus trugen sich in die Torschützenliste ein, Filip Osman holte den Strafstoß heraus, der zum 2:2 führte.

Nach dem Seitenwechsel stellte die Spielvereinigung ihr System um, lief die Gäste im 3-4-3 offensiver an. „Das war dann ein echtes Powerplay auf ein Tor, wir waren klar dominierend. Hut ab vor der Mannschaft, wie sie in der zweiten Hälfte gespielt hat. Wenn du so über 90 Minuten agierst, bist du ganz oben dabei“, sagte Janovsky. Die Hausherren glichen nicht nur aus, sondern erzielten drei Minuten vor Spielende durch Kraus sogar noch das Siegtor. „Das war ein schöner Jahresabschluss“, meinte der 03-Trainer.

03 Neu-Isenburg: Begher; Budic, Metzler, Diack, Buschmann (46. Djordjevic), Schellhorn, Scheel, Letellier, Ermert (65. Osman), Kalzu (78. Kraus), Züge

Viktoria Urberach: Schickedanz; S. Yildirim, T. Hamed (89. A. Hamed), Puls, Piarulli, Kohl, M. Yildirim, Schneider, Alempic, Hochstein, Di Maria

Tore: 0:1 M. Yildirim (16.), 0:2 Kohl (18.), 1:2 Budic (68.), 2.2 Djordjevic (76./FE), 3:2 Kraus (87.)

TS Ober-Roden - Rot-Weiss Frankfurt 0:0. „Das war ein spannendes 0:0, weil beide Mannschaften gute Chancen hatten. Schade, dass wir nicht gewonnen haben, wir hätten in Überzahl zwingender agieren müssen“, meinte Ober-Rodens Trainer Bastian Neumann, der im Tor erstmals Tjarde Blümler (wechselte im Sommer aus der U19 in den Seniorenbereich) den Vorzug vor Niklas Schwaar gegeben hatte.

Die Gäste trafen gleich mit der ersten Aktion durch Johnson Toko die Latte des TSO-Tores, später lenkten die Ober-Rodener den Ball bei einem Rettungsversuch nochmals an das Gebälk des eigenen Gehäuses. Nach der Ampelkarte für Frankfurts Furkan Türksoy zu Beginn der zweiten Hälfte (49.) stellte die Turnerschaft das aktivere Team und spielte sehr druckvoll, die Gäste blieben bei ihren Kontern aber immer gefährlich.

TS Ober-Roden: Blümler; Wolf, Jung (83. Andres), T. Barak, Henkel, Yildirim (58. Firrantello), Kozlu, G. Barak, Schultheis, Gotta, Sitter (64. Schöppner)

Gelb-Rote Karte: Türksoy (49./Frankfurt)

JSK Rodgau - VfB Ginsheim II 4:1 (2:0). Mit dem klaren Sieg erfüllten die Jügesheimer ihrem Trainer Andreas Humbert in dessen letztem Spiel gleich drei Wünsche: Drei Punkte zum Abschied, einen erfolgreichen Jahresabschluss, mit dem der JSK weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz steht, und den gewonnen direkten Vergleich (3:4-Niederlage im Hinrundenspiel) gegen die Ginsheimer. „Der kann noch wichtig werden“, sagt Humbert.

„Das haben wir souverän gelöst“, sagte der JSK-Trainer nach dem klaren Sieg gegen die junge VfB-Truppe. Die Hausherren benötigten rund zehn Minuten, um ins Spiel zu finden, bogen dann aber mit einem Doppelschlag durch Chakib Neteoui Flores (18.) und Dennis Profumo (23.) schnell auf die Siegerstraße ein. „Beide Treffer waren schön herausgespielt, anschließend haben wir das sicher herunter gespielt“, zeigte sich Humbert zufrieden. Nach dem Spiel wurde der Trainer nach siebeneinhalb Jahren offiziell aus dem Amt verabschiedet und der Mannschaft der neue Trainer Maik Rudolf vorgestellt.  leo

JSK Rodgau: Czaronek; Dejanovic, Cölsch, Köhler, Enders, Ballesteros, Bleibdrey, Freitag (77. da Silva), Neteoui Flores, Profumo (83. Kunth), Konstantinidis (80. Fröhlich)

Tore: 1:0 Neteoui Flores (18.), 2:0 Profumo (23.), 3:0 Neteoui Flores (54.), 4:0 Neteoui Flores (73.), 4:1 Hager (85.)

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