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Mit den Sportfreunden Seligenstadt in die Hessenliga

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Von: Holger Appel

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Und wieder hat er getroffen. Seligenstadts Torjäger Philipp Traut bejubelt einen Treffer mit Dominik Marton. Rechts hinter ihm läuft sein Bruder Jakob. Philipp Traut hat in dieser Saison 17 Spiele absolviert, nach seiner Gehirnerschütterung im Spiel in Gedern ließ ihn Trainer Lars Schmidt einmal pausieren.
Und wieder hat er getroffen. Seligenstadts Torjäger Philipp Traut bejubelt einen Treffer mit Dominik Marton. Rechts hinter ihm läuft sein Bruder Jakob. Philipp Traut hat in dieser Saison 17 Spiele absolviert, nach seiner Gehirnerschütterung im Spiel in Gedern ließ ihn Trainer Lars Schmidt einmal pausieren. © eyßen

In 17 Einsätzen Einsätzen hat Philipp Traut bereits 18 Tore erzielt für die Sportfreunde Seligenstadt in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Der 27 Jahre alte Mittelstürmer aus Miltenberg aber hat noch lange nicht genug, will mit den Sportfreunden am liebsten zweimal aufsteigen, bis in die Hessenliga.

Seligenstadt – Den bislang schönsten Moment seiner fußballerischen Karriere verbindet er mit einem Klassenerhalt. Beim entscheidenden 2:1 Anfang Juni 2017 in der Relegation zur Bayernliga Nord erzielte Philipp Traut das 1:0 für den SV Erlenbach gegen die Spvgg. Jahn Forchheim und bereitete den zweiten Treffer vor. „Das bleibt natürlich unvergessen.

Aufgestiegen bin ich hingegen noch nicht“, berichtet der 27 Jahre alte Mittelstürmer des Fußball-Gruppenligisten Sportfreunde Seligenstadt, „aber das kommt jetzt hoffentlich im Sommer 2022“.

Traut, nach Erlenbachs dann sogar doppeltem Abstieg seit der Saison 2019/20 bei den Sportfreunden, zählt in dieser Saison zu den Seligenstädter Erfolgsgaranten. Bei 17 Einsätzen bis zur Winterpause hat er bereits 18 Tore erzielt, der Rechtsfuß führt die Torjägerliste der Gruppenliga Frankfurt Ost vor Robin Weber (SG Rosenhöhe) und Dörnigheims Emanuel Becker (beide 16) an. Auch Muhammed Kayaroglu (12) und Jan Hertrich (11) haben schon zweistellig für die Sportfreunde getroffen.

Seligenstadts Trainer Lars Schmidt bezeichnet seinen besten Torschützen als „ruhigen und zurückhaltenden Typen, der aber weiß, was er kann“. Der ehemalige Bundesligaprofi ergänzt: „Philipp hat eine unglaubliche Geschwindigkeit, er ist kein klassischer Torjäger, der einfach nur abstaubt. Er hat die ganze Palette drauf, kann aus der Distanz Treffer erzielen, kann aber auch mal den Torwart ausspielen. Er ist nicht der allergrößte Stürmer, hat aber auch ein gutes Timing im Kopfballspiel.“

Seligenstadts Fußball-Abteilungsleiter Sven Kittler lobt Trauts „absoluten Torwillen, aber er rackert und ackert auch für die Mitspieler. Er ist mit Leib und Seele dabei. Schön, dass er geblieben ist und an uns hängt“. Und dann ergänzt Kittler lachend: „Eigentlich ist Philipp völlig torgeil. Er kann sich zwar über jeden einzelnen Treffer seiner Kollegen riesig freuen, aber wenn wir 5:0 gewinnen und er mal nicht getroffen hat, dreht er nach der Partie fast am Rad. Dann findet er sich als Mittelstürmer schlecht, egal wie gut er gespielt hat.“

Philipp Traut wählt eine andere Formulierung: „Ich bin nicht torverrückt. Ich bin aber torgefährlich, habe hier auch sehr gute Mitspieler, davon profitiere ich.“ Seine Mannschaft, deren Teamgeist er explizit lobt, hat nach 17 Siegen (zwei davon kampflos wegen des Personalmangels bei den Gegnern Oberau und Bad Orb), zwei Unentschieden und einer Niederlage im Derby gegen Kickers Obertshausen zum Jahreswechsel bereits sechs Punkte Vorsprung auf Verfolger SG Rosenhöhe. Selbst wenn die Saison wegen der Pandemie wieder nicht zu Ende gespielt werden kann, würden die Sportfreunde unter Trainer Schmidt jetzt aufsteigen in die Verbandsliga Süd.

Trauts Ziel ist die Hessenliga. Mit den Sportfreunden, wie er versichert. Dort waren die „Roten“ bereits zwischen 2013 und 2017, ehe sie sich aus finanziellen Gründen zurückzogen. Mittlerweile können sie sich das offenbar wieder vorstellen.

Im vergangenen Sommer hatte Traut bereits so etwas wie Hessenliga-Luft geschnuppert und 14 Tage unter Peter Sprung beim FC Bayern Alzenau trainiert, als die Sportfreunde noch pausierten. Gemeinsam mit seinem besten Kumpel Kayaroglu. Dessen Wechsel nach Alzenau zerschlug sich dann, er blieb wie Traut in Seligenstadt. „Ich bin auch zunächst lieber diesen Schritt zurück gegangen, steige lieber mit den Sportfreunden auf statt mit Alzenau zwei Ligen höher irgendwo im Mittelfeld zu sein“, berichtet Philipp Traut.

Zumal er somit auch weiterhin mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Jakob in einer Mannschaft spielt. Sein Bruder sei „bulliger, ein ganz anderer Typ als ich, aber mit ihm macht es richtig Bock zu kicken“, berichtet Philipp Traut über den rechten Verteidiger, mit dem er im neuen Jahr gemeinsam hoch will in die Verbandsliga.

Von Holger Appel

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