Nach Neuaufbau ist der Aufstieg das Ziel der Seligenstädter

Sportfreunde wollten in die Verbandsliga - und landen in der Kreisoberliga

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Tobias Leis (rechts) verlässt Absteiger Sportfreunde Seligenstadt und wechselt nach Wasserlos. Links: Mirko Cofone von Germania Klein-Krotzenburg.

Seligenstadt - „Ich will raus aus der Liga“, hatte Sven Kittler, Abteilungsleiter der Sportfreunde Seligenstadt, vor einigen Monaten gesagt.

Der einstige Fußball-Hessenligist, seit Sommer 2017 in der Gruppenliga Frankfurt Ost, wollte wieder nach oben blicken, 2018/19 die Verbandsliga Süd ins Visier nehmen. Raus aus der Gruppenliga sind die Seligenstädter nun - allerdings in die falsche Richtung. Nach dem überraschenden Abstieg durch das 1:2 am Samstag beim JSK Rodgau kritisiert Kittler die Spieler scharf und kündigt einen Neuaufbau in der Kreisoberliga Offenbach an.

„Der Schlag für die alte Garde und das Präsidium war härter als für einige Spieler“, meint Kittler. Soll heißen: Einige Spieler hätten den Abstieg wohl weniger dramatisch aufgefasst als Fans und Verantwortliche. Manche, die nicht im Kader standen, seien trotz der großen Bedeutung des Spiels nicht einmal in Jügesheim gewesen.

Auch darüber hinaus hänge der Fall in die Achtklassigkeit für den einstigen Fünftligisten eher mit mangelnder Einstellung einiger Akteure denn mit fehlender Qualität zusammen, glaubt Kittler: „Die Fitness war bei einigen Spielern nicht gut“, so der Abteilungsleiter, der am letzten Spieltag auch als Interimscoach fungierte. Das sei kein Vorwurf an Thomas Marton, der die Mannschaft bis zum 33. Spieltag trainiert hatte: „Der Trainer kann nichts machen, wenn die Spieler das Training schwänzen.“

Machtlos sei der Coach auch, wenn das kickende Personal selbst beste Chancen nicht verwerte. „In Rodgau hatten wir in der ersten Halbzeit mindestens drei hundertprozentige. Ich glaube, wenn wir in Führung gehen, verliert Rodgau die Lust und wir gewinnen mit 4 oder 5:0.“ Als stattdessen der JSK in Hälfte zwei mit 1:0 in Front ging, nahm das Seligenstädter Unheil seinen Lauf.

Nun muss neu geplant werden. „In der nächsten Woche wollen wir den neuen Trainer präsentieren“, erläutert Kittler. Der soll dann auch noch am Aufbau des Kaders für die nächste Saison mitwirken. Schon länger steht fest, dass sich Philipp Hochstein (Bayern Alzenau) und Tobias Leis (Spielertrainer beim TV Wasserlos) neuen Klubs anschließen. Auch Jonas Glaab und Jannik Pfister gehen. Schon vor Monaten hatte Timothy Grein seine Karriere wegen einer Knieverletzung beenden müssen. „Das hat uns wie die Verletzung von Marcus Willand und einige Rotsperren sehr wehgetan“, blickt Kittler noch einmal zurück.

Unentschieden zwischen Langen und Seligenstadt: Fotos 

Aber dem Sportfreunde-Kümmerer ist auch eine Art Aufbruchsstimmung anzumerken: „Wir wollen in der Kreisoberliga um den Aufstieg mitspielen.“ Dies soll klappen durch einen „Neuaufbau mit talentierten Spielern“. Stärkere Konturen soll der Kader in den nächsten Tagen annehmen, spätestens nach der Verpflichtung des neuen Trainers. Sven Kittler warnt aber davor, den direkten Wiederaufstieg als Selbstläufer zu betrachten: „Es geht auch in der Kreisoberliga nicht von allein.“ (jd)

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