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OFC-Frauen: Zusammenhalt als große Stärke

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Von: Lars Herd

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Spielt künftig für Dortelweil. Jasmin Walter (links), viele Jahre Spielführerin der Kickers.
Spielt künftig für Dortelweil. Jasmin Walter (links), viele Jahre Spielführerin der Kickers. © scheiber

Die Fußballerinnen von Kickers Offenbach wollen nach einer überragenden Rückrunde nun in die obere Tabellenhälfte der Regionalliga. Es müssen aber einige Abgänge kompensiert werden.

Offenbach – „Diese Saison war der absolute Wahnsinn“, sagt Johannes Munkelt. Und besser hätte der Trainer der Fußballerinnen von Kickers Offenbach die abgelaufene Regionalliga-Runde nicht beschreiben können. Zumindest mit Blick auf das Endresultat. Denn erst am letzten Spieltag haben die Kickers-Frauen nach einer fast unglaublichen Aufholjagd noch den Klassenerhalt geschafft - mit einem in dieser Höhe auch notwendigen 4:0-Sieg im Derby gegen Eintracht Frankfurt III. „Das war eine einmalige Saison“, kommt Munkelt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „Und die dann so abzuschließen, ist unfassbar.“

Unfassbar trifft es in der Tat wirklich gut. Denn nach dem siebten Spieltag, an dem die Kickers noch 0:4 gegen die Eintracht verloren hatten, hatte der OFC zur Winterpause erst sechs Punkte auf dem Konto. Dann folgte eine hervorragende Rückrunde mit sechs Siegen und nur einer Niederlage (1:3 bei Meister und Aufsteiger SC Freiburg U20) aus sieben Partien, womit Munkelts Team die beste Rückrundenmannschaft war. „Das war sensationell, was wir da geleistet haben - und das bei dieser Qualität in der Liga.“ Denn mit der U20 des SC Freiburg, dem Karlsruher SC, Eintracht III und der Bundesligareserve des SC Sand waren durchaus starke Teams in der Staffel der Kickers.

Doch auch wenn der OFC nur in der Rückrunde gut gepunktet hat, möchte Munkelt die Hinrunde nicht schlechtreden. „Die war auch nicht schlecht“, sagt er und betont, dass er mit der Saison im Ganzen durchaus zufrieden ist. Denn auch im ersten Halbjahr hat seine Mannschaft mehrfach starke Leistungen abgerufen und guten Fußball gezeigt. „Da haben wir aber die knappen Spiele fast alle verloren“, blickt der Trainer zurück. In der Wintervorbereitung haben er und sein Trainerteam dann noch an der ein oder anderen Stellschraube gedreht - und schon stimmten auch die Ergebnisse.

Ein großer Faktor bei dieser Aufholjagd war auch der Zusammenhalt innerhalb des Teams. „Das war unsere größte Stärke“, stellt Munkelt klar. „Die Mannschaft ist extrem eng zusammengerückt.“ Was teilweise womöglich auch gezwungenermaßen passiert ist. Denn der Kader war nach ein paar Abgängen im Winter und einigen verletzungsbedingten Ausfällen ziemlich klein. „Vielleicht war das aber auch gut für uns“, sagt der Trainer.

Kleiner ist aktuell auch der Kader für die neue Saison. Und er wird auch deutlich jünger, dazu aber auch unerfahrener. Denn mit Spielführerin Jasmin Walter (Dortelweil), die als eine der wenigen Spielerinnen den Durchmarsch von der Verbands- in die Regionalliga mitgemacht hat, Nora Reichenbach (Borussia Dortmund), Ersatztorhüterin Kübra Peyker (Eintracht Frankfurt III) sowie Elisabeth Scherzberg, Madeleine Wurzel und Tabea Salzmann (Fußballpause) stehen einige Frauen nicht mehr zur Verfügung.

„Da sind natürlich einige Topspielerinnen vor allem mit viel Erfahrung dabei“, erklärt Munkelt den Verlust. Dafür sollen allerdings einige ganz junge und hungrige Spielerinnen neu dazukommen. Wie zum Beispiel die erst 17 Jahre alte Außenverteidigerin Jana Faude aus der Jugend der Eintracht.

„Das ist unser Weg. Mit Spielerinnen zu arbeiten, die darauf brennen, sich sportlich weiterzuentwickeln.“ Sie gilt es nun, ins Team einzubinden. Noch eine Weile fehlen werden hingegen Lotte Simonis, die sich kürzlich einer Operation unterzogen hat und für die Hinrunde wegen eines Auslandsaufenthalts ausfällt. Auch die wichtige Mittelfeldspielerin Luisa Horsch wird wegen eines Kreuzbandrisses noch lange fehlen. „Mit ihnen haben wir aber jetzt schon zwei Top-Zugänge für den Winter“, blickt Munkelt optimistisch voraus.

Zum Auftakt empfangen die Kickers-Frauen am Sonntag, 4. September, 14 Uhr, den FFC Wacker München. „Unser Ziel ist es, in die obere Tabellenhälfte zu kommen“, stellt Munkelt klar.

Von Lars Herd

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