Fußball

Zwischen Kaderplanung und Containerlösung

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Kurswechsel: Steinheims Coach Jürgen Baier (rechts, mit Co-Trainer Giulio Tallarico) will ab kommender Saison verstärkt mit jungen Spielern aus der Region arbeiten.

Fußball-Gruppenligist SVG Steinheim will sich mit Blick auf die kommende Saison neu ausrichten. VON FRANK SCHNEIDER

Offenbach – „Wir wollen verstärkt mit jungen, talentierten Spielern aus der Region arbeiten, die sich unter unserem Trainer Jürgen Baier weiterentwickeln wollen“, sagt der Sportliche Leiter Bernd Hartmann und setzt dabei voll auf die Expertise des einstigen Bundesligaspielers, der seit Anfang 2017 den aktuellen Tabellensechsten trainiert.

Unter der Woche hatte es etwas Unruhe gegeben. Überraschend trennte sich der Verein von seinem besten Torschützen Andrej Kolchak und dessen Bruder Alexey. Aus disziplinarischen Gründen, wie der Klub verlauten ließ. Wohin es das Duo zieht, ist noch ungewiss. Gerade wegen des arg ausgedünnten Kaders bewertete Hartmann die Leistung beim 1:2 gegen Titelfavorit JSK Rodgau besonders hoch und sprach vom besten Auftritt seit der Winterpause. In diese hatte sich Steinheim mit einer starken Ausbeute von 37 Zählern verabschiedet, hinzugekommen sind dieses Jahr bislang erst sechs. „Die Gruppenliga haben wir gesichert, das ist immer das erste Ziel“, erklärt Hartmann. „Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet, doch wir fühlen uns in der Gruppenliga sehr wohl.“

In der vergangenen Runde hielt die Truppe um die erfahrenen Leistungsträger Fouad Brighache und Matthias Fischer schon sicher die Liga und auch diese Saison wurde mit einer starken Hinrunde der Grundstein für eine sorgenfreie Runde gelegt. Für den Sprung nach ganz vorne reichte es freilich nicht. „Dafür ist unser Kader einfach zu sehr auf Kante genäht“, sagte Baier kürzlich.

Die jüngste Niederlagenserie schmeckt dem ehrgeizigen Franken nicht, doch Baier ist Realist. Aktuell fehlt es dem Aufgebot des Hanauer Stadtteilvereins an Breite. So ergänzen Spieler aus dem B-Team den Kader des Gruppenligisten - allerdings sind es nicht die Besten. „Wir kämpfen mit der zweiten Mannschaft noch um den Aufstieg in die A-Liga und wollen daher das Team personell nicht schwächen“, erklärt Hartmann. Für die künftige Ausrichtung des Vereins hält er es für wichtig, dass das B-Team mittelfristig die B-Liga nach oben verlässt.

Aufgrund der vielen Punkte in der Hinrunde habe es in der Winterpause nicht zur Debatte gestanden, den Kader weiter zu verstärken. „Dass es so viele Ausfälle durch Verletzungen, Krankheiten oder berufliche Verpflichtungen geben würde, konnten wir nicht ahnen“, erklärt Hartmann. In den verbleibenden Partien will man noch so viele Punkte wie möglich holen, doch die Gedanken gehen längst in Richtung neuer Runde. Die Gespräche mit potenziellen Zugängen laufen auf Hochtouren, parallel wird mit den bisherigen Akteuren geredet. Acht Zusagen vom aktuellen Kader liegen bereits vor.

Änderungen gibt es derweil in einem anderen Bereich: Der Klub wird nach der Saison sein Sportgelände am Hellenhang verlassen. Es soll verkauft und mit dem Erlös auf dem städtischen Sportgelände am Pfaffenbrunnen ein neues Vereinsheim errichtet werden. Als Übergangslösung werden am Pfaffenbrunnen Container aufgestellt.

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