Sportgericht verkündet Urteil

Hohe Strafen für Sparta Bürgel II

Rote Karte: Das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach verurteilte die DJK Sparta Bürgel II zu 18 Punkten Abzug und 575 Euro Geldstrafe nach dem Spielabbruch in Rumpenheim. Foto: dpa
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Rote Karte: Das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach verurteilte die DJK Sparta Bürgel II zu 18 Punkten Abzug und 575 Euro Geldstrafe nach dem Spielabbruch in Rumpenheim.

Der Abbruch des Duells zwischen den Reserven der SKG Rumpenheim und der DJK Sparta Bürgel in der Kreisliga C Offenbach war gerechtfertigt. Die Gäste haben ihn zu verantworten und werden bestraft. Dieses Urteil verkündete das Sportgericht des Fußballkreises am Freitag.

Offenbach – Nach der langen Sitzung am Mittwochabend im Vereinsheim von Kickers Obertshausen mit 19 Zeugen und einem Tag Beratungszeit fällte das Sportgericht um den Vorsitzenden Jürgen Weil (Kickers Offenbach) das Urteil. Die Vereine haben es am Freitagnachmittag in schriftlicher Form erhalten. Die DJK Sparta hat eine Woche Zeit, um in Berufung zu gehen.

In seinem Sonderbericht hatte Schiedsrichter Turgay Sukan (JSK Rodgau) geschrieben, nach einem Elfmeter zum 1:1 sowie zwei Platzverweisen von drei Spielern der DJK Sparta und einem Co-Trainer beleidigt, getreten und geschlagen worden zu sein. Auf dem Weg in die Kabine habe ihn ein unter den Zuschauern weilender Bürgeler Spieler mit einem Kopfstoß attackiert und ihm einen Regenschirm in den Bauch gestochen.

„Es ging zunächst einmal darum, wer glaubhaft ist. Die Aussage des Schiedsrichters gilt zunächst als glaubwürdig, so lange niemand das Gegenteil beweisen kann. Einige Spieler haben in den Befragungen zugegeben, dass es massive Beleidigungen gegeben hat. Weiter belastet haben sie sich mit Blick auf die Attacken natürlich nicht. Entweder wollten sie nichts gesehen haben oder haben gerade nicht hingeschaut. Der eine oder andere Zeuge hat Tritte und eine Kopfnuss gegen den Schiedsrichter aber schon bestätigt“, berichtete Jürgen Weil. Er selbst habe auf dem unscharfen und aus großer Entfernung aufgenommenen Handyvideo, das die DJK Sparta präsentiert hat, eine Kopfnuss erkannt.

Bedeutet: Die Partie wird mit drei Punkten und 3:0 Toren für die Rumpenheimer Reserve gewertet, die DJK Sparta II bekommt insgesamt 18 ihrer 38 Zähler abgezogen. Bürgel muss 575 Euro Strafe zahlen, die SKG Rumpenheim 200 Euro wegen Vernachlässigung der Platzordnung. Das Verfahren gegen beide Vereine wegen unterlassener Hilfeleistung für den Schiedsrichter hat Weil mangels Beweisen eingestellt.

Aufgrund des hohen Punktabzugs lässt er die DJK Sparta II aber wieder zum Spielbetrieb zu. Klassenleiter Daniel Fenchel (SG Wiking) muss die beiden zunächst abgesetzten Partien gegen Fortuna Dreieich II vom 24. November und beim FC Offenthal II vom 1. Dezember neu terminieren. Bürgels Assistenztrainer erhält eine Geldstrafe, darf aber wieder auf den Sportplatz. Für vier Spieler der DJK Sparta hat Weil Sperren ausgesprochen; zweimal 30, einmal 24 und einmal acht Pflichtspiele. Schiedsrichter Sukan hatte noch deutlichere Strafen gefordert. Bis zu drei Jahren Sperre für den Haupttäter wären möglich gewesen.

„Wir haben dabei auf die Schwere der Verletzung geachtet. Der Schiedsrichter ist mit den Spielern normal vom Platz gelaufen. Das ist mit dem Vorfall in Münster nicht zu vergleichen, als der Schiedsrichter nach einem Faustschlag zu Boden ging und der Rettungshubschrauber kommen musste“, sagte Weil mit Blick auf die Skandalpartie in der Kreisliga C Dieburg einige Wochen zuvor.

Olaf Happel, Abteilungsleiter Fußball der DJK Sparta, kündigte am späten Freitagnachmittag im Gespräch mit unserer Sportredaktion an, dass er wohl in die Berufung gehen wird. Er hatte das Urteil und die detaillierte Begründung zu diesem Zeitpunkt noch nicht lesen können. Er sagte: „Ich bin wegen des Urteils, wie ich es jetzt gehört habe, sehr überrascht, finde den Abzug von 18 Punkten relativ hoch. Dass Spieler nach den verbalen Verunglimpfungen, die wir selbst verurteilen, bestraft werden, ist absolut korrekt. Dass Spieler wegen Tätlichkeiten gegen den Schiedsrichter gesperrt werden, kann ich angesichts der nicht eindeutigen Zeugenaussagen in der Verhandlung nicht nachvollziehen.“ Happel, der beim Spiel selbst nicht vor Ort war, sprach ironischerweise von einem „schönen Vor-Weihnachtsgeschenk“ für seine DJK Sparta.

VON HOLGER APPEL

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