Gruppenligist „oft zu grün hinter den Ohren“ / Auch Co-Trainer Rhein bleibt

FC Langen verändert Kader, baut aber langfristig auf Trainer Betz

Wechselt von den 03ern zum FC Langen: Leon Söder, hier in einer Partie gegen die SG Egelsbach.
+
Wechselt von den 03ern zum FC Langen: Leon Söder, hier in einer Partie gegen die SG Egelsbach.

Langen – Pedram Navidi findet klare Worte. „Wir haben schnell festgestellt, dass wir Änderungen im Kader vornehmen müssen, dass es so nicht weitergehen kann. Unsere Platzierung und unser Punktestand beim Saisonabbruch waren einfach unbefriedigend“, sagt der Spielausschussvorsitzende des Fußball-Gruppenligisten FC Langen.

Der Club aus Oberlinden hatte aus neun Spielen lediglich sieben Punkte erkämpft (9:18 Tore). Bedeutet zum corona-bedingten Saisonabbruch Platz 19 in der 20er Liga. Der Abstieg wäre wohl nur schwer zu verhindern gewesen. Da die Saison aber nicht gewertet wird, darf der FC weiter in der Gruppenliga antreten.

„Wir hatten wegen der Ungewissheit in dieser Corona-Saison auf einen großen Kader gesetzt, den zu jonglieren, war nicht so einfach. Wir haben zwar viele gute Spieler in unserer jungen Mannschaft, die aber oftmals noch zu grün hinter den Ohren war. Fußballerisch gehören wir sicher in die obere Hälfte der Liga, aber man benötigt auch Attribute wie zum Beispiel Cleverness, Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen. Dazu hatten wir das eine oder andere Problem mit der Zuverlässigkeit“, analysierte Navidi angenehm offen.

Wer beim Club jedenfalls volles Vertrauen genießt, sind Trainer Marco Betz und Co-Trainer Mario Rhein. Sie bleiben dem FC in der neuen Saison erhalten. „Als wir gemerkt haben, dass das Trainerkarussell in der Region Schwung kommt, haben wir schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Wir würden gern ein Zeichen setzen und die Zusammenarbeit gleich auf drei Jahre ausdehnen“, sagt Stephan Seibel, der Vorsitzende des FCL.

Drei externe Zugänge kann der FC Langen bisher für die neue Runde vermelden: Leon Söder (Mittelfeld; Spvgg. 03 Neu-Isenburg II), Marvin Schindler (Angriff; FC Neu-Isenburg) und Kalin Ivanov (Angriff; SG Eintracht Feldberg). Aus der eigenen A-Jugend rückt Mittelfeldspieler Noel Marinovic nach oben. „Er ist der stärkste Spieler aus unserer Nachwuchsabteilung, er hat wie auch unser Torwart Julian Wetzel großes Potenzial“, sagt Navidi. Wetzel war im vergangenen Jahr aus der eigenen Jugend zum Stammkeeper in der Gruppenligamannschaft aufgestiegen, wusste zu überzeugen. 

Sechs Spieler verlassen den Club: Adrian Dahne-Greising, Michael Gaidzik, Nenad Dzinovic, Anastasios Keoseoglu (alle Karriereende oder berufliche Gründe), Abbas Mossavi und Yassin Attal (Ziel unbekannt). „Wir wollen eine gute Mannschaft aufbauen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt Navidi. „Ich bin guter Dinge, dass wir eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen“, sagt Seibel. Zumindest einen erfahrenen Spieler wollen und müssen die Langener noch holen. Die Gespräche laufen.

Auch bei der Reserve in der Kreisliga A sind die Weichen gestellt. Trainer Roberto Rizzo hat für die neue Saison zugesagt. Aus der eigenen Jugend rücken einige Spieler auf ins A-Liga-Team. „Die Jungs sollen vor allem Spaß haben und sich für die erste Mannschaft entwickeln. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre durchaus in Ordnung“, meint Navidi. Das wäre ein Aufwärtstrend im Vergleich zur abgebrochenen Saison. Die Langener Reserve belegte mit vier Punkten aus sechs Spielen den 15. Platz in der 16er Liga.

Doch wie geht es nun weiter? „Ich glaube angesichts der fortschreitenden Impfungen und der Pandemie-Entwicklung, dass wir im August wieder kicken können, zunächst vielleicht noch ohne Zuschauer. Ich bin für den baldigen Re-Start, habe Angst, dass wir sonst viele junge Spieler ganz verlieren“, sagt Clubchef Seibel. Damit die neue Flutlichtanlage im Waldstadion Oberlinden endlich auch für die Aktiven und die älteren Jugendlichen mal leuchten darf.

Von Holger Appel

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare