Sportgericht bestraft SC 1960 Hanau

Plakat für Kobane: 300 Euro Strafe

+
„Hoch lebe der Widerstand in Kobane“, steht auf dem Plakat, mit dem die Spieler des Fußball-Gruppenligisten SC 1960 Hanau am 19. Oktober zum Spiel gegen die SG Marköbel aufliefen. Der Verband hat diese Aktion mit einer 300 Euro Geldstrafe geahndet.

Hanau - Fußball-Gruppenligist SC 1960 Hanau kommt nicht zur Ruhe. Der Aufsteiger hat im ersten Drittel der Saison schon mehrere Sportgerichtsverfahren hinter sich, die in einem Abzug von drei Punkten wegen rassistischer Beleidigung gipfelten.

Gerade als sich der Verein mit einer Flyerverteilaktion für Toleranz und gegen Rassismus im Heimspiel am 19. Oktober gegen die SG Marköbel rehabilitieren wollte, hat er das nächste Sportgerichtsverfahren provoziert. Die Spieler liefen auf mit einem Plakat einer Solidaritätsbekundung für die syrische Stadt Kobane, in der sich die dort lebenden Kurden seit Mitte September einen blutigen und verzweifelten Abwehrkampf mit der Terrormiliz des Islamischen Staates liefern.

Politische Bekundungen sind bei Fußballspielen nach dem Reglement des Weltverbandes FIFA verboten. Das Sportgericht des Hessischen Fußball-Verbandes hat die Aktion jetzt mit einer Geldstrafe von 300 Euro geahndet. Bei Durdu Sakalikaba, dem Vorsitzenden des Hanauer Sport Clubs 1960, stößt diese Entscheidung auf Unverständnis. „Wir sind ein multikultureller Verein mit Mitgliedern aus neun Nationen. Es ist schrecklich, was dort in Kobane passiert. Da haben wir im Vorstand beschlossen, mit diesem Plakat unsere Solidarität zu bekunden“, sagt er und betont: „dieses Plakat soll niemanden diskriminieren, es ist nicht gegen irgendjemanden gerichtet. Wir haben mit einem ähnlichen Plakat der 300 Toten und ihrer Angehörigen beim Bergwerksunglück im Mai in der Türkei gedacht und würden es auch bei einem Unglück hier in Deutschland tun. Dass so etwas bestraft wird, verstehe ich nicht.“

Neue Hoffnung in Kobane: Kurden erhalten Verstärkung

Neue Hoffnung in Kobane: Kurden erhalten erste Verstärkung

mos

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion