Hässliche Szene in Klein-Auheim

Auf Provokationen folgen Schläge: Spieler bewusstlos geprügelt

Klein-Auheim - Weil es kaum jemand richtig gesehen hat, ist es ein besonders mysteriöser Fall von Brutalität auf dem Fußballplatz. Für Benjamin Wolf hat er gravierende Folgen.

Der stellvertretende Kapitän des A-Ligisten TuS Froschhausen war in der Nachspielzeit des Derbys bei Alemannia Klein-Auheim (2:2) sogar kurz bewusstlos. Wie sich das Ganze zugetragen hat, und wer Wolf nach eigener Aussage mit einem Fußtritt und einem Faustschlag malträtierte, wird ein Fall für das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach. Schiedsrichter Manfred Quast hat über die Vorfälle nichts im Spielbericht vermerkt. Der Vorstand des TuS Froschhausen kündigte an, eine Anzeige gegen den FC Alemannia zu erstatten.

Das Geschehen blieb auch einen Tag danach diffus. Kurz nach dem 2:2 durch den Klein-Auheimer Marc Delarü (90.+1) lag Wolf plötzlich blutüberströmt auf dem Boden. Der Froschhausener konnte sich nur noch daran erinnern, einen Tritt erhalten zu haben und auch einen Faustschlag. Die Diagnose in der Uniklinik lautete: Nasenbeinbruch. Zudem verlor Wolf zwei Zähne. Der Klein-Auheimer Heiko Schneider hatte sich mit einem Teamkollegen um Wolf gekümmert. „Es sah so aus, als hätte er die Zunge verschluckt“, berichtete er.

Die Ergebnisse & Tabelle aus der Kreisliga A

Wie es zu der Attacke kam, skizziert Schneider nach Zeugenberichten so: „Nach dem Ausgleich provozierte unser Innenverteidiger Tolga Bakar Benjamin Wolf mit Jubelgesten, worauf er mit beiden Fäusten geschlagen wurde und im Gesicht blutete.“ Das habe ein anderer Auheimer gesehen und daraufhin Wolf geschlagen. Schiedsrichter Quast zeigte Bakar danach die Rote Karte. Von einem Tritt wusste Schneider dagegen nichts.

Sportgerichts-Vorsitzender Jürgen Weil bestätigte, dass bei einer Anzeige ein Verfahren eröffnet werde. Sollte der Schuldige ermittelt werden, droht ihm wegen einer Tätlichkeit eine Sperre von sechs bis 36 Spielen. Zudem denkt Wolf, der die Uniklinik wieder verlassen konnte, über eine Zivilklage nach.

Hooligan-Randale: Die Bilder vom Spielabbruch in Genua 

Immer wieder kommt es zu unglaublichen Szenen in Partien des regionalen Amateurfußballs mit Schlägereien und Spielabbrüchen: Im Mai fühlte sich der Schiedsrichter des Spiels zwischen Maroc Offenbach und SV Dreieichenhain bedroht und brach die Partie ab, ebenfalls im Mai prügelten Spieler des BSC Offenbach auf Gegenspieler ein, die Partie wurde vorzeitig abgebrochen. Im März führten Tumulte und Schlägereien zu einem Spielabbruch in Dietzenbach, in der Kreisliga B Dieburg kam es im Frühjahr nach einer Partie zu massiven Ausschreitungen

Im Januar war sogar ein Jugendspiel betroffen, weil sich die Kinder prügelten und die Eltern fleißig mitmischten. Im vergangenen Jahr musste in der Gruppenliga eine Partie nach einer Attacke auf den Schiedsrichter abgebrochen werden, ebenfalls brutal waren die Attacken von Spielern der FT Oberrad auf Dreieicher in einem Relegationsspiel. (jm)

Bilder: Maroc Offenbach gewinnt in Klein-Auheim

Rubriklistenbild: © dpa

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