Dreieicher erwägen für Fall des Regionalliga-Aufstiegs Umzug nach Frankfurt

Bornheimer Hang statt Lettkaut

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Zwei Fußballplätze, ein Funktionsgebäude (vorne) und eine 250 zuschauerfassende Tribüne (links, weißes Dach): In der Hessenliga zählt der Dreieicher Sportpark zu den modernsten Anlagen, für die Regionalliga müsste jedoch umgebaut werden.

Dreieich - Spätestens seit dem 4:0 am vergangenen Samstag im Gipfeltreffen gegen den TSV Lehnerz ist klar, wo der Weg des SC Hessen Dreieich hinführen soll – in die Regionalliga Südwest. Von Daniel Schmitt 

Die Mannschaft von Trainer Rudi Bommer, die am Samstag (14 Uhr) gegen den OSC Vellmar antritt, liegt mit einem Zähler Vorsprung erstmals in dieser Saison an der Spitze der Fußball-Hessenliga und hat sogar noch eine Partie weniger absolviert als Verfolger Lehnerz. Entsprechend drängen sich nach 18 von 32 absolvierten Spielen zwei zentrale Fragen auf: Wird der letztjährige Meister im Gegensatz zur Vorsaison sein Aufstiegsrecht wahrnehmen? Und wo könnte in der vierten Liga gespielt werden?

Die erste Frage ist leicht zu beantworten: So erhielten die Spieler intern bereits die Zusage, aufsteigen zu dürfen, falls die sportliche Qualifikation gelingt. Bei Frage zwei wird es komplizierter, denn im Dreieicher Sportpark fehlt es noch immer an infrastrukturellen Voraussetzung für Viertligafußball. Kein direkter Zugang für die Spieler von den Kabinen auf den Platz, wenige Parkplätze, keine gesonderten Zufahrtswege für die mitgereisten Gästefans – nur drei von mehreren problematischen Punkten. Kurzum: Will der SC Hessen weiter seine Heimspiele an der Lettkaut in Dreieich ausrichten, müsste gebaut werden. Zwar sind die Vereinsverantwortlichen um Initiator und Macher Hans Nolte seit geraumer Zeit mit Behörden und Ligaverantwortlichen in Kontakt, sichtbare Maßnahmen auf dem Gelände gibt es aber keine. „Wir müssen zweigleisig planen“, sagte Moritz Böttcher, Pressesprecher des Klubs.

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Genau an diesem Punkt kommt der Viertligist FSV Frankfurt mit seinem Stadion am Bornheimer Hang ins Spiel. So sagte Nolte der „Bild-Zeitung“: „Zwei Regionalligisten am Bornheimer Hang, das wäre wirtschaftlich interessant. Und es ist für uns billiger, ein Stadion zu mieten, als den Sportpark zu unterhalten.“ Laut des Berichts soll die Unterhaltung des Sportparks rund 250.000 Euro kosten, die Stadionmiete beim FSV dagegen nur 200.000 Euro. FSV-Präsident Michael Görner bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung das Interesse des SC Hessen und sprach von „konstruktiven Gesprächen“. Zu weiteren Details, etwa ob es sich nur um einzelne Partien gegen Klubs mit großer Fanbasis oder um die komplette Saison handelt, äußerte sich Görner nicht. Auch beim SC Hessen blockte man ab. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen“, so Böttcher.

Klar ist, die Anfrage des Hessenligisten bei den Frankfurtern macht für beide Seiten Sinn. Zum einen braucht die insolvente Fußball-GmbH des FSV dringend Geld und könnten über die Stadionmiete wichtige Einnahmen generieren. Zumal auch von den finanziell arg gebeutelten Footballern der Frankfurt Universe, die ebenfalls am Bornheimer Hang beheimatet sind, noch über 100.000 Euro an Miete offen sein sollen. Zum anderen lassen die politisch Verantwortlichen der Stadt Dreieich spätestens seit der Vorstellung des umstrittenen Bauprojekts an der Lettkaut, bei dem eine internationale Schule und eine chinesische Fußballakademie in direkter Nachbarschaft zum Sportpark errichtet werden sollen, Vorsicht walten.

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Sollte die Stadt bis zum Sommer nicht in der Lage sein, die nötigen infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen – in ihr Zuständigkeitsgebiet fällt zum Beispiel der Bau einer Zufahrt für Gästefans –, hätte der SC Hessen mit dem Bornheimer Hang eine Alternative. Eine Alternative, die Nolte im Frühjahr noch ausgeschlossen hatte. So nannte der Dreieicher Macher als einen der zentralen Gründe für den Aufstiegsverzicht nach der Meisterschaft, dass er mit dem SC Hessen in Dreieich bleiben wolle.

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