Fußball-Gruppenliga Darmstadt

SG Langstadt/Babenhausen: Torjäger Alexander Haberkorn träumt vom Aufstieg

Einen Gegenspieler ausgetanzt, den nächsten auch gleich? Alexander Haberkorn (Mitte, im Spiel gegen Fehlheim) von der SG Langstadt/Babenhausen ist schwer zu stoppen.
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Einen Gegenspieler ausgetanzt, den nächsten auch gleich? Alexander Haberkorn (Mitte, im Spiel gegen Fehlheim) von der SG Langstadt/Babenhausen ist schwer zu stoppen.

Babenhausen – Alexander „Sergej“ Haberkorn ist Kapitän bei der SG Langstadt/Babenhausen. Der 32-Jährige kann gemeinsam mit seinen Teamkollegen mit dem bisherigen Saisonverlauf absolut zufrieden sein. Sieben der acht bis Ende Oktober ausgetragenen Meisterschaftsspiele in der Fußball-Gruppenliga Darmstadt hat die Mannschaft von Trainer Wolfgang Kern gewonnen. Lediglich beim 0:1 gegen den VfR Fehlheim am 4. Oktober gab es eine Niederlage. In der Tabelle steht nur der VfR Groß-Gerau vor Langstadt/Babenhausen, der allerdings ein Spiel mehr ausgetragen hat.

Wie seine Mannschaftskollegen ist auch Alexander Haberkorn angehalten, sich in der Pause selbst fit zu halten. Dazu braucht es aber gar keine Aufforderung. „Ich muss was machen, sonst roste ich ein in meinem Alter“, meint der Routinier schmunzelnd. Joggen und Radfahren stehen auf seinem individuellen Trainingsplan, außerdem hat Haberkorn daheim ein paar Hanteln und einen Ergometer, die er regelmäßig nutzt. Der Ball, den Haberkorn in dieser Saison bislang siebenmal ins Tor befördert hat, ruht derzeit.

So ärgerlich wie die zweite coronabedingte Fußballpause in diesem Jahr auch für Alexander Haberkorn ist, so kann er dem Amateursportverbot doch auch etwas Positives abgewinnen. „Ich spiele zwar unfassbar gerne Fußball, aber ich habe in Langstadt kürzlich gebaut“, berichtet er. Derzeit ist der Außenbereich dran. Dort gehen die Arbeiten nun deutlich schneller voran, als wenn der offensive Mittelfeldspieler auch noch für die SG auf Torejagd gehen würde.

Trotzdem würde es natürlich nerven, dass die Fußballplätze nun wieder verwaist sind, sagt Haberkorn. Zumal die SG sich in einer starken Form präsentierte. So war etwa der bislang letzte Auftritt am 21. Oktober im Nachholspiel beim FCA Darmstadt ein überzeugender. Trotz eines starken Gegners behielt die SG mit 2:1 die Oberhand. Als Team habe man in diesem Spiel super dagegen gehalten. „Wir hatten einen guten Lauf, dann kam der zweite Lockdown“, berichtet Haberkorn.

Gemeinsam mit Lucas Sitter (ebenfalls sieben Tore) und Andrej Kolchak (6) ist Alexander Haberkorn derzeit bester Torschütze bei der Spielgemeinschaft zwischen dem TSV Langstadt und Germania Babenhausen. Das ist kein ungewohntes Bild. 2018 wurde die Spielgemeinschaft gebildet. Mit 30 Toren schoss Haberkorn, der früher für die TGM SV Jügesheim und Germania Ober-Roden in der Hessenliga spielte, die SG als Torschützenkönig zur Kreisoberliga-Meisterschaft und zum Aufstieg in die Gruppenliga. Auch in der nach 22 Spielen abgebrochenen Gruppenliga-Saison lief es als Dritter gut für den Aufsteiger. Haberkorn traf 13 Mal, bester Torschütze im Team war Andrej Kolchak (16). In dieser Saison schaut es ganz gut aus, dass Langstadt/Babenhausen den Verbandsliga-Aufstieg in Angriff nehmen kann - wenn denn irgendwann mal weiter gespielt werden kann.

„Wenn es mit dem Aufstieg klappen sollte, würde ich mich mega freuen“, sagt Haberkorn. Ob er dann auch in einer eventuellen Verbandsliga-Saison für Langstadt/Babenhausen weiter auflaufen würde, müsse man sehen. „Die Verbandsliga wäre mit dann 33 Jahren mit viel Aufwand verbunden“, sagt der Routinier. Dreimal die Woche Training sind nicht immer leicht zu verbinden mit dem Job. Haberkorn arbeitet bei Continental in Babenhausen, jeweils ein halbes Jahr gehört er der Nachtschicht an. Da gibt es das Abendtraining bei der SG quasi als Vormittagsprogramm, danach geht es zur Arbeit. Es sei dann schon manchmal „leicht frustrierend“, wenn die Teamkollegen sich im Vereinsheim Champions-League-Spiele anschauen und er zur Arbeit müsse, erzählt Haberkorn.

Für die Restsaison - wie immer die auch aussehen wird - sieht Alexander Haberkorn, der hofft, dass noch die komplette Runde gespielt werden kann, sein Team gut gerüstet. „Wir haben eine gute Mischung.“ Neben erfahrenen Spielern wie Sascha Hippe oder er selbst, gebe es auch viele junge Spieler, wie etwa Lucas Sitter, der vor der Saison von Verbandsligist TS Ober-Roden zur SG wechselte. Zudem verfüge man mittlerweile auch über eine gute Bank mit großem Entwicklungspotenzial, sei deutlich breiter aufgestellt.

In den Jahren zuvor war der Kader der ersten Mannschaft deutlich kleiner. „Egal, wen unser Trainer reinbringt - die Jungs geben richtig Gas“, lobt Haberkorn, der neben Groß-Gerau, Fehlheim und Riedrode als schärfste Konkurrenten sieht, seine Teamkollegen.

Von Sascha Eyssen

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