„Es reicht hinten und vorne nicht“

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Überaus holprig verlief die Hinrunde der Fußball-Verbandsliga Süd für Thomas Höfling (links, hier im Zweikampf mit Marcel Dindorf von Kickers Obertshausen) und die Sportfreunde Seligenstadt.

Seligenstadt (dani) - Zwei erfahrene Trainer und das gleiche Problem: Die Ergebnisse stimmen einfach nicht. Bei den Sportfreunden Seligenstadt lief es im abgelaufenen Halbjahr in der Fußball-Verbandsliga Süd alles andere als gut.

Der einstige Meisterschaftsanwärter steht nach 21 Spielen mit nur 22 Punkten auf dem 16. Rang - einem Abstiegsplatz. Dabei haben die Verantwortlichen schon längst auf die Talfahrt reagiert. Trainer Peter Löhr zog nach 15 Spielen die Konsequenzen und trat nach sechs Jahren als Übungsleiter zurück. Er wechselte in die sportliche Leitung des Vereins und wurde vom ehemaligen Alzenauer Regionalligatrainer Klaus Reusing abgelöst. Doch es half nichts. Reusing holte in sechs Partien keinen Sieg und nur zwei Punkte.

„Als ich in Seligenstadt unterschrieben habe, dachte ich schon an eine bessere Ausbeute. Es ist schwieriger, als ich es mir vorgestellt habe“, sagt der neue Trainer.

Schwierigkeiten begannen schon vor der Saison

Die Schwierigkeiten der Seligenstädter begannen schon vor der Saison. Innenverteidiger und Führungsspieler Patrick Richter riss sich im ersten Training das Kreuzband und fiel die komplette Hinserie aus. Aktuell absolviert er erste Laufeinheiten. Zudem kalkulierte Ex-Trainer Löhr mit einem relativ kleinen Kader, in dem einige Spieler nie richtig überzeugten: So wurden die beiden erfahrenen Defensivneuzugänge Sascha Eckhardt und Larry Ransom den hohen Erwartungen bislang nicht gerecht, Mittelfeldmann Kevin Hoffmann fehlt nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt noch immer der Rhythmus, Stratege Sebastian Feyh ist zu oft verletzt und Torjäger Benny Goedecke lässt die gewohnte Treffsicherheit vermissen. Im Spiel gegen Tabellenführer Griesheim (0:1) verschoss der einstige Stürmer von Bayern Alzenau sogar zwei Elfmeter binnen weniger Sekunden und vergab damit den möglichen Punktgewinn. Auf der Bank fehlt es außerdem an adäquaten Ersatz.

„Es reicht hinten und vorne nicht“, stellt Reusing fest. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Kapitän Kai Althaus im vorletzten Spiel vor der Winterpause. Mit einem Jochbein- und Augenbogenbruch ist die Saison für ihn wohl schon beendet. Deshalb wollen die Sportfreunde in der Pause nachlegen. Drei bis vier neue Spieler sollen kommen. „Wir wollen für jeden Mannschaftsteil mindestens einen Spieler holen“, sagt Reusing.

Bislang steht einzig der Abgang von Denis Löhr (Viktoria Aschaffenburg) fest. Der linke Verteidiger war nach der Ablösung seines Vaters Peter Löhr unter Neu-Trainer Reusing keine erste Wahl mehr. Unabhängig vom Personal muss sich bei den Sportfreunden aber vor allem die Einstellung ändern. Sonst hat Reusing bald ein noch viel größeres Problem als nur schlechte Ergebnisse: den Abstieg in die Gruppenliga Frankfurt Ost.

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