Fußball-Gruppenliga

Sportfreunde Seligenstadt: Gegner will nicht ins „absolute Risikogebiet“

Fabian Frieß (links) und die Sportfreunde Seligenstadt hatten sich auf das Fußball-Gruppenligaspiel gegen Gedern gefreut, doch der Gegner sagte ab.
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Fabian Frieß (links) und die Sportfreunde Seligenstadt hatten sich auf das Fußball-Gruppenligaspiel gegen Gedern gefreut, doch der Gegner sagte ab.

In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost herrscht dicke Luft zwischen den Sportfreunden Seligenstadt und Aufsteiger Alemannia Gedern. Grund ist die Mitteilung von Gedern, wegen gesundheitlicher Bedenken nicht antreten zu wollen. Die Sportfreunde stimmten einer Verlegung nicht zu und wurden deshalb vom Gegner kritisiert. Das verärgerte wiederum Seligenstadts Abteilungsleiter. Die Sache kommt nun vors Sportgericht.

Seligenstadt - Die bedingt durch die Covid-19-Pandemie mit Schwierigkeiten behaftete Saison der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost ist um ein weiteres Kapitel reicher. Klassenleiter Thorsten Bastian (Rockenberg) teilte gestern Nachmittag die kurzfristige Absetzung der Partie zwischen den Sportfreunden Seligenstadt und Aufsteiger Alemannia Gedern mit. „Gedern hat mitteilen lassen, dass der Verein aufgrund der aktuellen Situation wegen gesundheitlicher Bedenken nicht antreten möchte.“ De facto handelt es sich um ein Nichtantreten, über dessen Konsequenzen laut Satzung des Hessischen Fußball-Verbandes nun das zuständige Sportgericht zu befinden hat. Die Entscheidung des Rechtsgremiums, ob es zu einer Neuansetzung zu einem späteren Zeitpunkt oder aber zu einer Kampflos-Wertung zugunsten der Sportfreunde Seligenstadt und zu einer Bestrafung für den Büdinger Kreisvertreter kommen wird, könnte zu einem Präzedenzfall werden.

Wie Bastian ergänzte, sei die Absetzung der Partie rein wegen der Bedenken auf Seiten der Gäste. „Dies wurde ehrlich kommuniziert und verdient meinen Respekt“, betonte Bastian. Alemannia Gedern kommentierte den Spielausfall auf seiner Facebook-Seite folgendermaßen: „Die Sportfreunde Seligenstadt stimmten einer einvernehmlichen Spielabsage, für uns in der aktuellen Lage absolut unverständlich, nicht zu. Anscheinend war die Aussicht mit einem Sieg auf Platz eins zu springen für die Sportfreunde doch verlockender als die aktuelle Corona-Lage. Wir hätten es als unverantwortbar empfunden, unsere Spieler, Trainer und Betreuer am Abend in ein absolutes Risikogebiet zu schicken und somit die Gesundheit derer und ihrer Familien zu gefährden. Fußball ist dann doch nicht alles.“

Sven Kittler, Fußball-Abteilungsleiter der Sportfreunde, ist wenig amüsiert, dass sein Verein vom FCA Gedern den „Schwarzen Peter“ für die Absage zugeschoben bekommt. „Ich bin entsetzt über einen solchen Kommentar, das ist für mich eine bodenlose Frechheit. Ich hoffe, dass alle gesund bleiben. Fußball ist ein schöner Ausgleich und wir hätten sehr gerne gespielt, auch weil wir erst ein Heimspiel und insgesamt nur sieben Spiele ausgetragen haben“, erklärte er. (Von Frank Schneider)

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