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Tabib über die Zeit bei Hessen Dreieich: „War mir eine Ehre“

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Von: Patrick Leonhardt

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Diskussionsbedarf. Trainer Sasan Tabib (rechts) hört sich das Gespräch zwischen Sportvorstand Patrick Ochs und Schiedsrichter David Schmidt an. Tabib will jetzt mit dem SV Pars die Hessenliga anpeilen.
Diskussionsbedarf. Trainer Sasan Tabib (rechts) hört sich das Gespräch zwischen Sportvorstand Patrick Ochs und Schiedsrichter David Schmidt an. Tabib will jetzt mit dem SV Pars die Hessenliga anpeilen. © hartenfelser

Seine Verpflichtung war eine Überraschung, die Trennung auch. Im Interview spricht Sasan Tabib über sein Aus als Trainer beim SC Hessen Dreieich und seine Pläne mit dem SV Pars Neu-Isenburg, zu dem er zurückgekehrt ist.

Neu-Isenburg – Nach nicht mal einem Jahr ist die Zusammenarbeit zwischen Fußball-Hessenligist SC Hessen Dreieich und Trainer Sasan Tabib wieder beendet. Beide Seiten verständigten sich einvernehmlich darauf, in der kommenden Spielzeit getrennte Wege zu gehen (wir berichteten). Der SC Hessen Dreieich hat die Trennung von Tabib inzwischen bestätigt und zudem mitgeteilt, dass auch der bisherige Co-Trainer Sven Kunisch den SC verlassen wird. Tabib hat derweil schon wieder neue Pläne.

Der 43-Jährige hatte die Dreieicher im vergangenen Sommer von Lars Schmidt übernommen und den ehemaligen Regionalligisten auf den zweiten Platz in der Hessenliga geführt. In zwölf Partien sammelte der SC Hessen unter Tabib 31 Punkte, lediglich im Spitzenspiel bei der SG Barockstadt (1:3) gingen die Südhessen leer aus.

Herr Tabib, wie kam es zu der überraschenden Trennung?

Der Verein hatte die Sorge, dass ich dem Traineramt zeitlich nicht mehr gerecht werden könnte. Da ich beruflich sehr stark eingespannt bin, ist diese Angst sicherlich nicht ganz unbegründet.

Sportlich lief es perfekt…

Mein Anteil daran ist überschaubar. Wir hatten in dieser Mannschaft und im Team dahinter eine Wahnsinnsqualität. Auf persisch würde man sagen: Mit dieser Truppe hätte auch meine Oma diese Siege geholt. Dank dieser Qualität im Kader haben wir das Konzept, mit dem auch der SV Pars Neu-Isenburg seit Jahren erfolgreich ist, schneller umsetzen können als erwartet.

Was nehmen Sie mit aus Ihrer Zeit beim SC Hessen?

Es war mir eine Ehre, derart geile Fußballer zu trainieren und zu verbessern. Ich habe vom ersten Tag an von allen Seiten eine große Unterstützung erfahren, auch bei einem unkonventionellen Trainingsansatz mit Lumosity-App, kognitivem Ausreizen und die strikte Begrenzung auf ein, zwei Ballkontakte. Die Zusammenarbeit mit Patrick Ochs hat mir großen Spaß gemacht, ich habe viel von ihm gelernt. Sven Kunisch war ein überragender Co-Trainer, schade, dass er diese Mannschaft nicht weiterführt.

Werden Sie sich nun wieder verstärkt um den SV Pars Neu-Isenburg kümmern?

Ja, auf jeden Fall. Ich war auch in der vergangenen Saison dort im Hintergrund tätig. Der SV Pars besteht nicht nur aus mir, da steht ein tolles Team dahinter, das ist ja ein bisschen die Betriebsmannschaft von Chip One. Dejan Alempic hat als Trainer tolle Arbeit geleistet. Ich werde ihn zukünftig unterstützen und helfen, dass sich der Verein weiterentwickelt. Aufgrund unserer Hilfsaktionen haben wir ein sehr gutes Standing. Nun wollen wir auch die Jugendarbeit forcieren.

Welches Amt werden Sie genau übernehmen?

Wieder das Traineramt, gemeinsam mit Dejan Alempic. Ich setzte, wie im beruflichen Leben auch, auf einen kooperativen Führungsstil, beziehe auch immer den Mannschaftsrat mit ein.

Und wie lauten die sportlichen Ziele?

Wir wollen in die Hessenliga aufsteigen. Der Titelhunger beziehungsweise der Hunger auf Siege war bereits in der vergangenen Saison zu spüren, auch ohne mich. In der Verbandsliga, auch im Hessenpokal. Daran wollen wir anknüpfen. Der Verein ist in sechs Jahren neunmal aufgestiegen und hat zwölf Titel geholt. Die zweite Mannschaft soll um den Aufstieg in die Kreisoberliga mitspielen, das Futsal-Team um den Aufstieg in die Bundesliga.

Der Kader in der vergangenen Runde war allerdings nicht sonderlich breit besetzt…

Wir hatten einen sensationell guten Kader mit vielen intelligenten Spielern. Sicher fehlt es in der Breite, auch an der Athletik. Aber da bin ich ganz entspannt. Wir schauen, welche Spieler zu uns passen und sind an einigen jungen Spielern dran, die sich weiterentwickeln wollen.

ZUR PERSON

Sasan Tabib, 43 Jahre alt, spielte einst in der Jugend der Offenbacher Kickers. Trainerstationen: SC Hessen Dreieich, SV Pars Neu-Isenburg, Rot-Weiss Frankfurt und Germania Ober-Roden.

Sie haben die Jugendarbeit angesprochen…

Wir melden in der neuen Saison erstmals eine C-Jugend. Auch in diesem Bereich wollen wir uns weiterentwickeln. Das ist nicht einfach, wir wollen nicht anderen Vereinen die Kinder wegnehmen. Und als ambitionierter Verein denken wir auch weiter über einen Standortwechsel nach, der Sportpark statt Zeppelinheim bleibt ein Thema. Aber da sind noch einige Gespräche mit der Stadt Neu-Isenburg nötig.

Und was ist mit Ihrem Traum, in fünf Jahren einen Bundesligisten zu trainieren?

Dazu fehlt mir noch der Fußballlehrer. Ich habe in den vergangenen Jahren die nötigen Qualifikationen erworben, mich dafür anzumelden, bin aber gegenüber ehemaligen Bundesliga- oder Nationalspielern sicherlich im Nachteil. Auch weil ich nicht jeden Tag auf dem Platz stehe. Aber ich habe andere Fähigkeiten als Führungspersönlichkeit.

Das Gespräch führte Patrick Leonhardt

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