Brisante Wechsel im Frauenfußball

Trier und Richter folgen beim OFC auf Raabe

Offenbach - Das Personalkarussell im Offenbacher Frauenfußball hat zuletzt gewaltig an Tempo zugelegt – vor allem bei derSG Wiking und den Kickers. Zwei brisante Wechsel gab es dabei sogar zwischen den beiden Lokalrivalen.

Die Weihnachtszeit verlief aus Sicht der Frauenfußball-Abteilung der SG Wiking Offenbach alles andere als besinnlich. Unmittelbar vor den Festtagen trat zunächst Torhüterin Lilja Jazo, zugleich Mitglied des Frauenspielausschusses, zurück. Sie war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen und soll Team-Managerin beim Ligarivalen Kickers Offenbach werden. In Simone Selka, Julia Ehnert, Eva Hempel, Romina Kessler, Andrea Höhl, Desiree Bauer und Andreissa Emygdio Vargas verließen sieben weitere Spielerinnen das Gruppenliga-Team. Vorerst mit unbekanntem Ziel.

Bis zu den nächsten Vorstandwahlen im April rückten die beiden U16-Betreuer Patrick Scheiber und Max Mayer in den Frauenspielausschuss. Die Betreuung der B-Juniorinnen werden sie parallel dazu weiterführen.

Als wäre der Abgang von acht Spielerinnen nicht bereits genug, gab nun auch noch Trainer Andreas Trier nach 14 Monaten Amtszeit seinen Wechsel zu den Offenbacher Kickers bekannt. „Mir ist die Entscheidung nicht leichtgefallen. Sowohl sportliche als auch private Gründe spielten eine Rolle. Mich hat die Motivation verlassen, sich mit sechs bis zehn Spielerinnen auf den Platz zu stellen und zu trainieren. Natürlich wünsche ich dem Team und dem Verein alles Gute für die Zukunft“, erklärte Trier, der bei den Kickers mit Tamara Richter, der Ex-Trainerin der TGM SV Jügesheim, die Nachfolge von Thorsten Raabe antritt, von dem sich der OFC getrennt hatte. „Ich verstehe durchaus, dass die Vereinsführung des OFC einen neuen Weg mit dem Frauenfußball einschlagen will. Neue Besen kehren besser“, gab sich Raabe versöhnlich.

Dem neuen Kickers-Trainerduo folgen einige der bislang vereinssuchenden Abgänge der TGM SV und offenbar auch die ehemaligen Wiking-Spielerinnen.

Der SGW-Vorstand zeigte sich überrascht, ist aber optimistisch, mit der Situation fertig zu werden. „Wir respektieren Andreas’ Entscheidung, einen anderen Weg zu gehen“, so Max Mayer vom Frauenspielausschuss. Einen Nachfolger für Trier gibt es bisher noch nicht. „Wir sind aber mit Hochdruck dabei, den Posten neu zu besetzen. Ziel ist es, mit dem neuen Trainer die Klasse zu halten.“

Jürgen Weil, der Leiter des Offenbacher Sportamtes, hat unterdessen vehement das sich hartnäckig haltende Gerücht dementiert, dass die zum OFC gewechselten Ex--Jügesheimerinnen von der Stadt einen Fahrtkostenzuschuss erhalten. „Das ist Unsinn“, so Weil.

nad

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