Spiele in Frankfurt und Hanau, nicht aber in Offenbach und Dieburg

Unverständlicher Flickenteppich im Amateurfußball

Der Ball rollt wegen Corona kaum noch. Ein
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Der Ball rollt wegen Corona kaum noch. Ein

Das Corona-Virus kennt keine Grenzen. In den Fußballkreisen der Region reagiert man dennoch höchst unterschiedlich auf die steigenden Fallzahlen.

Offenbach – Flickenteppich in der Region: In den Fußballkreisen Frankfurt und Hanau rollte am Wochenende weitestgehend der Ball, in den Kreisen Dieburg und Offenbach aufgrund der Corona-Pandemie nicht. Der Offenbacher Kreisfußballausschuss hatte Mitte Oktober drei zwangsfreie Wochenenden bis zum 1. November vorgesehen, die Dieburger Vereine pausieren vorerst bis zum 8. November (Artikel unten).

„Ganz klar, wir müssen unbedingt den zweiten Lockdown für Wirtschaft und Schulen verhindern, wir würden den Spielbetrieb im Fußball draußen an der frischen Luft aber gern am Laufen halten. Bei geregeltem Ablauf auch mit bis zu 100 Zuschauern, um die Kosten zu decken. Das ist im Kreis selbst auf engen Sportplätzen wie in Gravenbruch oder Hausen machbar. Aber natürlich mit Masken, Abstand und ohne Alkoholverkauf am Rand. Ich würde mich freuen, wenn wir nach dem 1. November in Absprache mit der Politik weitermachen können mit den Punktspielen“, sagte gestern Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner.

Mit Blick auf die Region – auch in Groß-Gerau und im Hochtaunus-Kreis ruhte der Ball – musste er aber zugeben: „Die unterschiedlichen Vorgehensweisen in den Kreisen machen wenig Sinn, das versteht angesichts der ähnlichen Inzidenzwerte keiner mehr.“ Wagner rechnet mit intensiven Diskussionen bei der Vorstandssitzung des Hessischen Fußballverbandes am Donnerstagabend.

Von den Aktiven aus dem Kreis Offenbach waren an diesem Wochenende nur die Regionalliga-Profis der Kickers, Hessenligist SC Hessen Dreieich (gegen Erlensee) sowie die Gruppenligisten SG Nieder-Roden (bei Türk Gücü Hanau) und Germania Klein-Krotzenburg (in Marköbel) um Punkte im Einsatz. Die höherklassigen Frauenteams der Region traten nahezu komplett an, unter anderem die Regionalligisten OFC und TSG Neu-Isenburg sowie Hessenligist FC Mittelbuchen.

In der Gruppenliga Frankfurt Ost fielen an diesem Wochenende wieder sechs von zehn Spielen aus, der FC Gelnhausen hat schon vier Partien mehr absolviert als der Zweite Sportfreunde Seligenstadt – die Tabelle ist nach insgesamt 30 Absagen aufgrund der Pandemie ziemlich verzerrt. Da die Liga aus 20 Klubs besteht, soll alles gespielt werden, was geht.

In der Verbandsliga Süd waren im Vorfeld schon drei Partien abgesetzt worden, am Samstag vermeldete Rot-Weiss Frankfurt einen Corona-Fall und sagte die Partie gegen Germania Ober-Roden ab. „Damit hätten nur noch vier Partien stattgefunden. Das erschien mir wenig sinnvoll. Zumal die Vereine auch kritisch hinterfragt haben, warum die Spiele nicht abgesetzt werden“, meinte Klassenleiter Michael Sobota, gleichzeitig Regionalbeauftragter des Bezirks Darmstadt.

Nachdem bereits die Partien der Gruppenliga Darmstadt abgesetzt worden waren und die Kreise Darmstadt, Bergstraße und Odenwald am Sonntagmorgen dem Beispiel Dieburgs (setzte bereits am Freitag den Spielbetrieb aus) folgten, entschloss sich Sobota auch für die Verbandsliga zu diesem Schritt. „Wir werden das im Verband noch besprechen, ich gehe aber davon aus, dass auch am nächsten Wochenende nicht gespielt wird“, meinte er.

Sobota ergänzte mit Blick auf die hohen Inzidenzwerte im Süden Hessens: „Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, möglicherweise wird bis Jahresende gar nicht mehr gespielt.“ Für Jörg Wagner wäre das in dieser „deprimierenden Zeit gesellschaftlich kein gutes Signal“. (Von Holger Appel und Patrick Leonhardt)

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