Urberach vergibt zu viele Chancen

+
Naser Selmanaj (Nummer 8), Domenico Di Rosa (links) und Patrick Barnes bejubeln einen Treffer der Viktoria.

Urberach - Nach Platz sieben in der vergangenen Saison wollte Viktoria Urberach im vierten Jahr in der Fußball-Hessenliga wieder einen kleinen Sprung nach vorne machen. Von Patrick Leonhardt

Von Eintracht Wetzlar holten die Urberacher Stürmer Patrick Barnes zurück, ansonsten wurden nur junge, hungrige Nachwuchsspieler verpflichtet. Als sich zeigte, dass für einige der Sprung in die Hessenliga noch zu groß ist, legten die Rödermärker im August mit Rückkehrer Abdelkader Jellouli (1. FC Eschborn) und Kristian Leonhardt (Eintracht Wetzlar) nach.

SERIEN

Zwar startete die Viktoria mit einer 0:2-Niederlage bei Kickers Offenbach II in die Runde, vermied aber einen ähnlichen Fehlstart wie vergangene Saison (vier Niederlagen hintereinander). Nach sieben Punkten aus drei Partien folgte beim 2:6 in Aschaffenburg der zweite enttäuschende Auftritt. Mit dem 4:2 gegen Titelaspirant Baunatal am achten Spieltag stieg auch die Leistungskurve. Die Viktoria spielte gut, auch wenn mal eine Partie wie beim 1:2 gegen Spitzenreiter Eschborn verloren ging. Einzig beim 0:1 gegen Flieden kamen die Rödermarker nicht in die Gänge. Mit sieben Spielen ohne Niederlage (17 Punkte) kletterten die Urberacher auf Rang drei, rutschte aber nach dem 1:2 in Waldgirmes am letzten Spieltag des Jahres auf den vierten Platz ab.

HEIMBILANZ

Sieben Siege, drei Remis, zwei Niederlagen - zu Hause ist die Mannschaft von Trainer Thomas Epp erneut eine Macht. Das 2:2 gegen den FCA Darmstadt in letzter Minute war ebenso überflüssig wie die 0:1-Niederlage gegen Flieden. Auch gegen Eschborn (1:2) und Kickers Offenbach (2:2) verpasste die Viktoria aufgrund schlechter Chancenverwertung ein besseres Ergebnis.

AUSWÄRTSBILANZ

Vier Siege, ein Remis, vier Niederlagen. Für Urberach eine ordentlichen Bilanz, in den vergangenen Jahren haperte es in der Fremde meist. Die 4:0-Siege bei RW Frankfurt und RW Darmstadt waren die bisher höchsten in der laufenden Saison.

SYSTEM

Am ersten Spieltag ging Urberach beim 0:2 in Offenbach mit einem 4-3-3-System baden und kehrte bereits am zweiten Spieltag (3:0 gegen TGM SV Jügesheim) zum bewährten 4-4-2 zurück. Nach sieben Partien in dieser Formation stellte Epp erneut um, seitdem agieren die Urberacher im 4-2-3-1 - mit Torjäger Stanko Pavlovic als einziger echter Spitze. Mit Patrick Barnes, Domenico Di Rosa, Dong Won Seo oder Andreas Gross lauert dahinter aber viel Offensivpotenzial.

TORE

Mit 43 Toren stellen die Urberacher den drittbesten Angriff der Liga, gemeinsam mit Viktoria Aschaffenburg. Nur Spitzenreiter Eschborn (49) und Baunatal (53) trafen häufiger. Angesichts der vielen vergebenen Chancen könnte die Viktoria hier aber locker die Nummer eins sein. 27 Gegentore bedeuten den viertbesten Ligawert, sind für ein echtes Topteam aber ein paar Treffer zuviel. Stanko Pavlovic führt mit zehn Treffern die interne Torjägerliste an. Domenico Di Rosa traf sechsmal, Patrick Barnes, Naser Selmanaj und Innenverteidiger Nils Wolf waren jeweils fünfmal erfolgreich.

DAUERBRENNER

Mit Lazar Kacarevic, Mario Rhein, Nils Wolf, Patrick Barnes, Domenico Di Rosa und Stanko Pavlovic kamen sechs Spieler in allen 21 Spielen zum Einsatz. Mark Dillmann brachte es auf 20 Partien - davon 16 als Einwechselspieler.

PERSONAL

Die Nummer eins Lazar Kacarevic stand bisher in allen 21 Partien in der Startelf, ebenso die Innenverteidiger Nils Wolf und Mario Rhein. Rechts begann Benjamin Bertholdt, wurde dann durch Abdelkader Jellouli ersetzt, ehe sich dort zum Jahresende Youngster Janis Gadanac durchsetzte. Links begann Andreas Gross, wich später für Kristian Leonhardt ins Mittelfeld aus. Hier haben erneut in der zentralen Marco Betz und der etwas offensiver ausgerichtete Naser Selmanaj ihre Plätze sicher. Im offensiven Mittelfeld agieren außen Patrick Barnes und Don Won Seo, der während seiner achtwöchigen Sperre durch Gross oder Domenico Di Rosa ersetzt wurde. Di Rosa spielt ansonsten hinter der einzigen Spitze. Mark Dillmann ist die erste Alternative im Angriff. Thomas Prasler wurde bei 13 Einsätzen elf Mal eingewechselt, meist als Offensivspieler auf der rechten Außenbahn.

PERSPEKTIVE

Die Viktoria hat Platz zwei durchaus noch im Visier. Das Team ist spielstark, muss aber seine Chancen besser nutzen. Sollte Urberach von langwierigen Ausfällen verschont bleiben, wird es sich in der Spitzengruppe halten. Platz zwei ist bei sieben Punkten Rückstand auf Baunatal aber nur schwer realisierbar. Zumal Urberach nur noch fünf Heimspiele hat, aber noch achtmal in der Fremde antreten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare