Sieben Neuzugänge auf Regionalliganiveau

Der SC Hessen Dreieich nimmt Fahrt auf

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Einer von wenigen Spielern im Kader, der auch in der kommenden Saison für den SC Hessen spielen wird: Frank Cholewa (links) im Duell mit Benedikt Strauss von der TS Ober-Roden.

Dreieich - Mit sieben namhaften Neuzugängen sorgte der Fußball-Verbandsligist SC Hessen Dreieich für Aufsehen. Der Aufstieg in die Hessenliga ist das Ziel.

Die Zahlen sind beeindruckend: 23 Einsätze in der zweiten Bundesliga, 80 in Liga drei, satte 481 in verschiedenen Regionalligen, 343 in der Hessenliga und sogar drei für die Nationalmannschaft von Afghanistan. Die sieben Neuzugänge des Fußball-Verbandsligisten SC Hessen Dreieich versprechen reichlich Qualität. „Es herrscht eine große Aufbruchstimmung im ganzen Verein“, sagt SC-Hessen-Trainer Thomas Epp, der selbst über eine geballte Profierfahrung aus seiner Zeit bei der Frankfurter Eintracht und dem VfL Bochum verfügt. Doch Aufbruchstimmung alleine reicht nicht. In der nächsten Saison zählt nur der Aufstieg in die Hessenliga, dessen ist sich Epp bewusst. Dafür wurde er geholt. „Es wird eine schwierige Aufgabe. Jeder Gegner wird heiß auf uns sein“, weiß Epp um den Druck, der auf ihm und jedem einzelnen Spieler lasten wird.

Treibende Kraft beim SC Hessen ist Unternehmer Hans Nolte, Geschäftsführer von Hahn Air, ohne den es den Klub gar nicht geben würde. Durch seine in Dreieichenhain ansässige Firma hat Nolte genügend finanzielle Mittel, um Epp fast jeden Personalwunsch zu erfüllen. In einem ständigen Austausch wurde zuletzt über mögliche Verpflichtungen diskutiert, nicht nur über die finanziellen Aspekte, auch über die sportliche Eignung der Spieler. Und da dürfte Nolte mit Epps Arbeit durchaus zufrieden sein: Für das Tor kommt Maurice Paul (TuS Koblenz, ehemals Kickers Offenbach), in der Abwehr dürften Markus Brüdigam und Denis Talijan (beide Viktoria Aschaffenburg) das neue Duo in der Innenverteidigung bilden. Für die defensiven Außenbahnen kommt Markus Wosiek, für die offensiven Marco di Maria und Zubayr Amiri (alle Bayern Alzenau). Im zentralen Mittelfeld sollen Mario Sternheimer (1. FC Eschborn) und Königstransfer Christian Pospischil (SSV Lindheim, ehemals Kickers Offenbach) das Spiel lenken. Für das Sturmzentrum soll noch ein Akteur kommen. „Wir werden uns zeitlich nicht unter Druck setzen lassen, das Gerüst steht“, meint Epp zufrieden.

„Wir müssen mit Neid leben“

Aus dem aktuellen Kader wird nur ein kleiner Teil den Sprung in die neue Mannschaft schaffen - sieben, vielleicht zehn Spieler. „Wir haben den Klassenerhalt geschafft. Das war bei meinem Antritt im Winter das Ziel. Insgesamt hat uns aber die Konstanz gefehlt. Und in der nächsten Saison müssen wir eben einige Spiele am Stück gewinnen“, begründet Epp den großen Umbruch. Dass es dabei zu einer Abkehr vom ursprünglichen Vorhaben kommt, vermehrt mit Spielern aus Dreieich und Umgebung zu arbeiten, hält Epp für unproblematisch. „Wir haben Jungs zusammen, die genau in unser Konzept passen und den Verein auf und neben dem Platz gut präsentieren werden“, ist sich der 46-Jährige sicher.

Auch der kritischen Stimmen, die sich rund um den SC Hessen beständig halten, ist sich der Trainer bewusst: „Wir müssen damit leben, dass wir mit Neid empfangen werden. Die Konkurrenz wird uns nicht selten als ‘reiche Dreieicher’ begrüßen“, sagt Epp, der aber betont, dass beim SC Hessen nicht mehr Geld als beispielsweise bei Rot-Weiß Frankfurt oder dem SSV Lindheim bezahlt werde. Das mag stimmen, genau Zahlen sind freilich nicht bekannt.

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Dass es dem Verein finanziell gut geht, ist offensichtlich. Dass aber auch reichlich Arbeit dahinter steckt, wird klar, wenn man den Blick von der Verbandsliga-Mannschaft abwendet. Seit Anfang des Jahres kämpft Epp an vielen Fronten: Die zweite Mannschaft stieg in die Kreisoberliga auf, Trainer Adam Schindel wurde gehalten, einige neue Spieler sollen kommen. Eine komplette A- sowie B-Jugend mit jeweils 20 Spielern und neuen Trainern wurde aus dem Boden gestampft, sie werden erstmals am Spielbetrieb teilnehmen. Und auch der neue Sportpark an der Lettkaut ist im Bau, soll im August fertigwerden - vielleicht sogar zum ersten Heimspiel. „Es ist erstaunlich, was wir in der kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben“, sagt Epp mit Stolz. Nun muss nur noch sportlich alles glatt laufen.

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dani

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