Verbandsliga: Namavizadeh nicht zu stoppen

SV Pars siegt mit 6:4 in Rodgau - Schwarzer Sonntag für 03er

Der Neu-Isenburger Abai Ruslanbekov (links) und der Rodgauer Max Enders kämpfen um den Ball.
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Irres Fußballspiel, da macht man lieber die Augen zu. In dieser Szene kämpfen der Neu-Isenburger Abai Ruslanbekov (links) und der Rodgauer Max Enders um den Ball. Der SV Pars gewann mit 6:4.

Der sechste Spieltag der Fußball-Verbandsliga Süd dürfte am Rundenende als einer der verrücktesten der Spielzeit in die Analen eingehen. Der bisher sieglose Aufsteiger SV Münster triumphierte bei Spitzenreiter SG Bornheim/GW mit 4:0, 1960 Hanau und die Spvgg. 03 Neu-Isenburg erlebten einen rabenschwarzen Sonntag. Zehn Treffer fielen im Offenbacher Kreisderby zwischen dem JSK Rodgau und Aufsteiger SV Pars Neu-Isenburg.

Offenbach – JSK Rodgau - SV Pars Neu-Isenburg 4:6 (4:2). Neu-Isenburg verteidigte sehr hoch und wurde in der ersten Hälfte immer wieder überlaufen, fand gegen das Umschaltspiel der Hausherren kein Mittel. Der JSK erspielte sich im ersten Durchgang fünf Chancen, viermal lag der Ball im Netz. Zweimal umspielte Chakib Nejeoui Flores dabei Pars-Schlussmann Kristijan Ivkic. Bei dritten Mal holte ihm der Gästetorwart den Ball vom Fuß (42.). Pars-Torjäger Maziar Namavizadeh saß zunächst angeschlagen nur auf der Bank, musste dann aber nach zehn Minuten für den verletzten Semir Duljevic doch vorzeitig auf den Platz – und avancierte in der zweiten Hälfte mit drei Treffern zum Matchwinner der Gäste.

„Ich bin in der Pause zum ersten Mal laut geworden“, meinte SV Pars-Spielertrainer Dejan Alempic. Die Neu-Isenburger standen in der zweiten Hälfte tiefer und damit besser. Bis zur 60. Minute verlief die Partie ausgeglichen, dann brachte ein Strafstoß, den Namavizadeh zum 3:4 verwertete, die Gastgeber völlig aus dem Konzept. Neu-Isenburg hatte das Spiel nun sicher im Griff, erst in der 88. Minute kamen die Jügesheimer das erste Mal im zweiten Durchgang gefährlich vor das Gästetor. „In der ersten Hälfte haben wir vieles richtig, in der zweiten vieles falsch gemacht. Krasse individuelle Fehler führten nach der Pause zu den Gegentoren. So dürfen wir uns nicht abkochen lassen“, meinte JSK-Trainer Maik Rudolf. Überglücklich war dagegen sein Gegenüber Alempic: „Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur geil kicken können, sondern auch Charakter haben.“

JSK Rodgau: Czaronek; D. Rosa Garcia (80. Mensah), Arnautovic, Kunth, Enders, Ballesteros, Büttner, Freitag (74. Hitzel), Nejeoui Flores, Fakic, D. Fischer (66. Konstantinidis)

SV Pars Neu-Isenburg: Ivkic; Idrissi, Talijan, Ruslanbekov, Sahinler, Nassif (46. Lhadaf), Alempic (62. Kapoor), Stoleru, Cociu, El Makrini, Duljevic (10. Namavizadeh)

Tore: 1:0 Nejeoui Flores (3.), 1:1 El Makrini (12.), 2:1, 3:1 Nejeoui Flores (15., 23.), 3:2 Stoleru (32.), 4:2 Fischer (39.), 4:3 Namavizadeh (61./FE), 4:4 El Makrini (63.), 4:5, 4:6 Namavizadeh (69., 90.+4)

TS Ober-Roden - SV der Bosnier Frankfurt 2:1 (2:1). „Das 0:1 war ein perfekter Konter“, erklärte TSO-Trainer Bastian Neumann. Doch insgesamt präsentierte sich Ober-Roden kompakt und willig und wendete noch vor der Pause das Blatt. Nach dem Wechsel verpassten die Gastgeber drei-, viermal den entscheidenden dritten Treffer, so dass es spannend blieb.

Ober-Roden: Blümler; Dettki, Strauss, Henkel, Zeise (85. Koser), S. Yildirim, Kozlu (69. Gick), Schultheis, Firrantello (81. Roth), D. Profumo, M. Profumo

Tore: 0:1 Derdemez (11.), 1:1 M. Profumo (30./FE), 2:1 Schultheis (37.)

Germania Großkrotzenburg - Germania Ober-Roden 3:4 (2:4). Beim verunsicherten Schlusslicht lief es für Ober-Roden nach Plan, bereits nach fünf Minuten traf David Stemann zum 0:1. Mit dem ersten Angriff glichen die Hausherren aber überraschend aus (15.), anschließend verlor die Germania für zehn Minuten den Faden und geriet sogar in Rückstand (19.). „Dann haben wir aber bis zur Pause gut gespielt und unsere Chancen genutzt“, meinte Ober-Rodens Trainer Fabian Bäcker. Nach dem Wechsel allerdings ließen die Gäste einige Konterchancen ungenutzt, Großkrotzenburg gab nie auf und stand zweimal kurz vor dem Anschlusstreffer. Der fiel dann aber erst in der dritten Minute der Nachspielzeit. Nach sechs Niederlagen hintereinander macht sich Großkrotzenburg nun Gedanken um die Zukunft. „Trainer Christos Tsifnas hat bisher hier einen exzellenten Job gemacht, wir haben noch keine Entscheidung getroffen. Derzeit sind alle Optionen offen“, sagt der Sportliche Leiter Jochen Tögel. „Wir geben uns noch lange nicht auf.“

Germania Ober-Roden: Weinreich; Geyer, Baumann (46. Marweg), Lehnert (58. D. Gruber), Schulte, Özgün, Firat, Stemann, Günther, Dapp (75. Czerwinski), Christophori-Como

Tore: 0:1 Stemann (5.), 1:1 Siwek (15.), 2:1 Storm (19.), 2:2, 2:3 Christophori-Como (29., 34.), 2:4 Eigentor Althaus (37.), 3:4 Arslan (90.+3)

SC 1960 Hanau - VfB Ginsheim II 2:3 (1:0). „Wir haben alles versucht, haben aber die Tore nicht gemacht. Das war ein rabenschwarzer Sonntag“, erklärte Hanaus Trainer Savas Erinc. Vieles kommt bei den 60er derzeit zusammen: Pech, viele Ausfälle. Und der eine oder andere ist nicht bei der Sache, wie Erinc feststellte als Ilker Bicakci einen Foulelfmeter an die Torlatte chippte (87.).

1960 Hanau: Pellowski; Mickley (67. Habibovic), Aslan, Fustero (37. Gecili), Topic, Bicakci, Knell (53. Lofink), Kadioglu, Parker, Bauer, Dos Santos Ferreira

Tore: 1:0 Parker (42.), 1:1 Kerstan (49.), 1:2 Vietze (53.), 2:2 Bicakci (81./FE), 2:3 Kerstan (89.) - Bes. Vork.: Bicakci (Hanau) verschießt FE (87.)

Spvgg. 03 Neu-Isenburg - SV Unter-Flockenbach 0:5 (0:4). „Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt, die Gäste waren eine Klasse besser als wir“, sagte 03-Trainer Nick Janosky. Neu-Isenburg hatte zwar optische Vorteile, die Gäste erwiesen sich beim Ausnutzen der Torchancen als sehr effektiv.

Spvgg. 03 Neu-Isenburg: Simo; Persch, Diack, Buschmann, Bickel, Boksic, Shimoda, Djordjevic (80. Kalzu), Wolfarth (68. Essome), Hochstein (68. Mägerlein), Züge

Tore: 0:1 Blüm (14.), 0:2 Diefenbach (22.), 0:3 Ehret (29.), 0:4 Blüm (45.), 0:5 Ehret (62.)

SG Bornheim/GW - SV Münster 0:4 (0:2). Der frühe Führungstreffer spielte Münster in die Karten. „Wir haben dieses Mal keine Geschenke verteilt, sondern standen über 90 Minuten kompakt“, freute sich Münsters Sprecher Dieter Huther.

SV Münster: Petrinec; Seib, Ries (18. Karipidis), Wolf, Anton Sahitolli, Köllhofer, Butt, Schrom, Bajrami (77. Rubic), Arian Sahitolli, Postall (81. Lampevski)

Tore: 0:1 Postall (1.), 0:2 Bajrami (40.), 0:3 Köllhofer (55.), 0:4 Postall (61.) - Gelb-Rote Karte: Arian Sahitolli (77./Münster)  leo

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