Viktoria gegen OFC - „das klingt gut“

Offenbach - Viktoria Aschaffenburg gegen Kickers Offenbach. Bei dieser Spielpaarung werden Erinnerungen wach. Von Holger Appel

Ein Blick zurück in die Fußball-Historie: Am 18. Februar 1989 zum Beispiel gewann die Viktoria am Schönbusch gegen die Kickers mit 2:1 (2:0). In der 2. Liga. Für die Viktoria trafen vor 5000 Fans Rudi Bommer und Ralf Haub, Dieter Müller, heute Präsident der Kickers, verkürzte. Oder in der Hessenliga: Da trennten sich die Viktoria und der OFC am 9. April 1997 2:2. Oliver Roth traf zweimal für die Kickers, denen im Sommer der Sprung in die Regionalliga Süd gelang. Die Klubs gingen fortan getrennte Wege.

Zumindest, was die ersten Mannschaften betrifft. Am Samstag, 15.00 Uhr, tritt die Viktoria, nach einjähriger Abstinenz zurückgekehrt aus der Verbandsliga Süd, gegen die OFC-Reserve in der Hessenliga an. Und beide Trainer - Peter Lack (Viktoria) und Günter Stiebig (Kickers) - freuen sich darauf. Aus historischen Gründen (Lack: „Viktoria Aschaffenburg gegen Kickers Offenbach - das klingt immer wieder richtig gut“), aber auch aus aktuellem Anlass. Denn: „Die Viktoria greift wie wir auf spielerische Mittel zurück - das wird hoch interessant“, sagt Stiebig vor dem Duell des Tabellensechsten gegen den -fünften.

„Endlich einmal ein Gegner, der nicht nur tief steht und nur auf Zerstören aus ist. Da treffen zwei offensiv-starke Mannschaften aufeinander. Beide können richtig gut kicken, und ich glaube, dass wir ein bisschen besser sind und gewinnen“, ergänzt Lack, der personell endlich wieder aus dem Vollen schöpfen kann. In der Vorbereitung auf diese Saison hatten die Kickers die Viktoria mit 5:4 geschlagen. Im letzten Punktspiel am Schönbusch (19. September 2009) gewann die Viktoria 3:0. Patrick Barnes traf zweimal.

Der stürmt inzwischen für die mit Aschaffenburg punktgleiche Viktoria aus Urberach (20), die am Samstag den Tabellen-14. Buchonia Flieden erwartet. „Wir wollen unsere gute Form stabilisieren, dürfen Flieden aber nicht unterschätzen. Die Buchonia ist weitaus besser als ihr Tabellenstand, hat mit Fabian Schaub und Sascha Gies zwei Topstürmer in den Reihen“, warnt Viktoria-Trainer Thomas Epp vor dem 99 Jahre alten Traditionsklub aus Osthessen, der am 16. Mai 1997 erstmals in der Hessenliga in Offenbach antrat, munter mitspielte und 0:5 verlor. Damals noch gegen die erste Mannschaft des OFC.

Lars Schmidt, ehemaliger Profi der Kickers und die zweite Saison Trainer der TGM SV Jügesheim, tritt am Samstag mit seinem Team beim FCA Darmstadt an. „Das ist eine kompakte Mannschaft, die über die Zweikampfstärke kommt. Da müssen wir richtig dagegenhalten. Wir müssen uns in der Defensive und in der Offensive cleverer anstellen als zuletzt, dann können wir auch in Darmstadt gewinnen“, sagt Schmidt vor dem Spiel beim 13. der Tabelle.

Der 1954 gegründete FCA hat in der Hessenliga schon bessere Tage gesehen und zwischen 1967 und 1981 zum Teil mächtig aufgetrumpft. Der FCA gewann in der Saison 1970/71 sogar das Stadtderby bei den 98ern mit 1:0, holte zu Hause ein 0:0. Auch hier ist ebenso wie in Jügesheim (TGM 1888, SV 1915 gegründet) reichlich Fußball-Tradition vorhanden. Aber eben in kleinerem Maße als bei Viktoria und Kickers.

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