Amateurfußball

Viktoria Klein-Zimmern: Trainer Enzo D‘Orsi vermisst den Fußball extrem

„Wir hängen sechs, sieben Punkte hinten dran“, ist Enzo D’Orsi mit der bisherigen Bilanz von Viktoria Klein-Zimmern nicht ganz zufrieden.
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„Wir hängen sechs, sieben Punkte hinten dran“, ist Enzo D’Orsi mit der bisherigen Bilanz von Viktoria Klein-Zimmern nicht ganz zufrieden.

„Drei-, viermal die Woche mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, das fehlt einfach“, sagt Enzo D‘Orsi. Der Trainer von Viktoria Klein-Zimmern will mit dem Team zurück auf den Platz und in der Tabelle nach vorne.

Klein-Zimmern – Seit dieser Saison ist Enzo D‘Orsi Trainer bei Viktoria Klein-Zimmern. In der Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald wollte der 38-Jährige mit seinem neuen Team einen Platz im oberen Drittel anpeilen. Mit zehn Punkten aus den ersten neun Spielen fällt die Zwischenbilanz jedoch durchwachsen aus. Vor allem aber drückt die erneute Fußball-Zwangspause, deren Ende nicht abzusehen ist, in Klein-Zimmern auf die Stimmung.

Im Mannschafts-Chat, in dem Spieler und Trainer der Viktoria zumindest virtuell Kontakt halten, habe im November noch die Hoffnung vorgeherrscht, dass es bei einer vorgezogenen Winterpause bleibt und man im neuen Jahr relativ rasch wieder ins Spielgeschehen einsteigen darf. Mittlerweile macht man sich aber keine Illusionen mehr, entsprechend gedämpft ist die Stimmung. „Jeder vermisst den Sport, auch die Kameradschaft. Ich gehe davon aus, dass diese Saison gar nicht mehr gespielt wird“, meint Enzo D‘Orsi.

Ein individuelles Trainingsprogramm hatte er seinen Spielern im Oktober erst einmal nicht mitgegeben. Das wird aber folgen, wenn feststeht, wann irgendwann mal wieder Mannschaftstraining erlaubt wird. Bis dahn halten die Spieler sich eigenständig fit. Einen Kaltstart ins Mannschaftstraining werde es nicht geben.

Von den neun Spielen hat Klein-Zimmern nur drei gewonnen. Dabei hatte die Viktoria Anfang September mit einem 4:0-Auswärtssieg bei der SG Sandbach einen perfekten Start in die Runde hingelegt. Von einer „überzeugenden Leistung“ sprach der neue Trainer nach seinem erfolgreichen Punktspieleinstand. Danach wurden aber nur noch die Spiele gegen den FC Rimhorn (3:0) und Germania Ober-Roden II (5:2) gewonnen. Fünf Spiele gingen verloren, darunter das beim SV Groß-Bieberau Anfang Oktober - 1:5. „Das war eine schlechte Leistung von uns, ansonsten waren wir aber auf Augenhöhe mit den Gegnern“, so Enzo D‘Orsi, dessen Team ein Torverhältnis von 21:21 aufweist. „Wir hängen sechs, sieben Punkte hinten dran“, ist der Nachfolger von Timo Rödler, der zu Hassia Dieburg wechselte, unzufrieden.

Dass es trotz des klaren Sieges am ersten Spieltag nicht sofort läuft, ist nicht unbedingt überraschend. Schließlich gab es bei den Klein-Zimmernern, bei denen Bogdan Ficut mit sechs Treffern bester Torschütze ist, einen großen personellen Umbruch. Sieben Spieler gingen mit dem Ex-Trainer zu Hassia Dieburg. Den zehn Abgängen, darunter auch Kapitän Jan Müller (SG Mosbach/Radheim), standen im Sommer 13 Neuzugänge gegenüber. „Wir benötigen noch etwas Zeit“, so Enzo D‘Orsi. Umso wichtiger für Klein-Zimmern, dass in absehbarer Zeit endlich wieder Training möglich ist. Die Mannschaft sei intakt und habe noch einiges Potenzial, so Enzo D‘Orsi. Ärgerlich sei gewesen, dass man vor allem im Defensivbereich wegen mehrerer Ausfälle ständig wechseln musste.

„Ich vermisse den Fußball extrem. Drei-, viermal die Woche mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, das fehlt einfach“, gibt Enzo D‘Orsi zu. Seit über 30 Jahren habe er mit dem Sport als Spieler und Trainer zu tun. So eine lange Pause habe er noch nie gehabt.

Als Spielertrainer des SV Erzhausen in der Verbandsliga war D‘Orsi einst ins Trainergeschäft eingestiegen. Seine bislang schönste Zeit habe er beim SV Münster gehabt, erinnert sich der mittlerweile 38-Jährige. 2009 verpasste er mit dem SVM den Aufstieg aus der Kreisoberliga in die Gruppenliga über die Relegation nur knapp, ebenfalls über die Relegation gelang aber ein Jahr später dann doch der Sprung in die Gruppenliga. „Unabhängig vom Aufstieg hatten wir damals eine super Mannschaft“, erinnert er sich gern.

Nach seiner Münsterer Zeit, die bis 2013 andauerte, war D‘Orsi beim FSV Spachbrücken, der DJK/SSG Darmstadt (beides A-Liga) und wieder beim SV Münster als A-Jugend-Trainer tätig. Vor Beginn seiner Tätigkeit in Klein-Zimmern arbeitete er beim SKV Büttelborn in der Gruppenliga als Co-Trainer. Diese Liga schwebt ihm auch mittelfristig als Chef an der Seitenlinie wieder vor. „Das ist mein Ziel, in dieser Liga wieder zu arbeiten.“ Am liebsten mit Viktoria Klein-Zimmern, wohlwissend das dieses Vorhaben noch Zeit benötigt.

Von Sascha Eyssen

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